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Nachricht vom 05.03.2021    

Polizeidirektion Montabaur: weniger kriminelle Straftaten in 2020

Von Helmi Tischler-Venter

Eine positive Folge des Lock-Downs zeigt sich in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2020 für den Zuständigkeitsbereich des Rhein-Lahn- und Westerwaldkreises: 135 Straftaten weniger als 2019.

Symbolfoto

Montabaur. Die positive Entwicklung der letzten Jahre hat sich in der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) 2020 fortgesetzt. Im Jahr 2020 erfasste die Polizeidirektion Montabaur 135 Straftaten weniger als 2019. Die für das vergangene Jahr insgesamt 13.135 registrierten Taten stellen damit den niedrigsten Stand seit 1993 dar. Durch diese Entwicklung sank die Kriminalitätsbelastung für die Polizeidirektion Montabaur auf 4.347 Straftaten pro 100.000 Einwohner.

Die PKS des Jahres 2020 wurde auch durch die vielfältigen Einflüsse der Corona-Pandemie, insbesondere im Zusammenhang mit dem Lockdown im Frühjahr 2020, beeinflusst. Die zweite Welle der Pandemie und der damit verbundene Lockdown ab November zeigen bislang nur geringfügige Auswirkungen auf die Statistik des Jahres 2020; hiermit im Zusammenhang stehende Veränderungen werden überwiegend erst anhand der Statistik für das Jahr 2021 deutlich werden.

Der Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Montabaur umfasst den Westerwaldkreis sowie den Rhein-Lahn-Kreis mit Ausnahme der Stadt Lahnstein, der Stadt Braubach und der Ortsgemeinde Dachsenhausen. Insgesamt umfasst der Bereich eine Fläche von 1676 Quadratkilometern mit circa 300.000 Einwohnern. Der Sitz der Polizeidirektion mit ihrer Führungsgruppe befindet sich in der Kreisstadt Montabaur. Die polizeilichen Aufgaben werden von sechs Polizeiinspektionen, einer Polizeiwache und einer Kriminalinspektion wahrgenommen. Die Aufklärungsquote aller kriminellen Fälle stieg auf 69,20 Prozent von 66,40 Prozent im Jahr 2019.

Auffällig ist ein Anstieg der Straftaten gegen die sexuelle Sebstbestimmung um 6 Fälle auf 249 Fälle und hier insbesondere bei der Verbreitung pornografischer Schriften um 44 Fälle von 57 auf 101 Fälle, Anstieg der Rohheitsdelikte um 87 Fälle von 2.469 auf 2.556 Fälle, Anstieg der Körperverletzungsdelikte um 56 Fälle auf 1.256 Fälle, Anstieg der Nötigungen um 34 Fälle auf 405 Fälle.

Ein deutlicher Rückgang der einfachen Diebstahlsdelikte um 358 Fälle (-18,5 Prozent) und der schweren Diebstahlsdelikte um 200 Fälle (-19,5 Prozent) auf 1.577, beziehungsweise 828 Fälle. Registriert wird ein Anstieg der Eigentumsdelikte (ED) in Geschäften um 16 Fälle auf 51 Fälle, Anstieg der ED in LKW (Planenschlitzer) um 16 Fälle auf 39 Fälle, aber ein Rückgang der Wohnungseinbrüche um 51 auf 181 Fälle (- 22 Prozent) und ein Rückgang der PKW-Aufbrüche um 44 auf 130 Fälle (- 25,3 Prozent).

Die Vermögens- und Fälschungsdelikte sind aktuell mit 2.358 Fälle leicht um 37 Fälle (- 1,5 Prozent) rückläufig. Rückgang gibt es auch beim Tankbetrug um 65 auf 284 Fälle (- 18,6 Prozent), außerdem Rückgang bei Unterschlagungen um 45 auf 366 Fälle (- 10,9Prozent). Angestiegen sind Urkundenfälschungen um 36 auf 238 Fälle (+ 17,8 Prozent). Sonstige Straftaten steigen um 294 Fälle (+ 8,6 Prozent) auf 3.730 Fälle.

Ein Rückgang der tätlichen Angriffe auf Vollstreckungsbeamte um 15 Fälle (- 34,9 Prozent) auf 28 Fälle zu verzeichnen.

Anstieg zeigt die Statistik bei Hausfriedensbruch um 71 auf 344 Fälle (+ 26 Prozent) und bei Beleidigungen um 148 auf 821 Fälle (+ 22 Prozent).

Anstieg gibt es auch bei Fällen der Sachbeschädigungen durch Graffiti um 25 Fälle auf 35 Fälle.

Straftaten gegen das Aufenthalts-/ Asylgesetz steigt um 33 Fälle auf nunmehr 75 Fälle an. Ein Anstieg ist auch bei Unerlaubtem Umgang mit Abfällen um 19 auf 49 Fälle zu sehen.

Rückgänge gibt es bei Straftaten nach dem Gewaltschutzgesetz um 9 auf 28 Fälle. Das stetige mediale Interesse und die Berichterstattung zu der Thematik Gewalt gegen Frauen (auch unter dem Begriff MeToo) hat auch im Jahr 2020 kaum nachgelassen. So wirkt sich die Berichterstattung auch auf das Anzeigeverhalten von betroffen Frauen aus. Mit einer öffentlichen Debatte geht einher, dass die Hemmschwelle/ Tabuisierung von sexualisierter Gewalt gegen Frauen und auch sexueller Gewalt gegen Kinder sinkt und die Bereitschaft zur Anzeigenerstattung steigt. Die Zahlen der PKS können lediglich darstellen, dass der Anteil im Vergleich zu der insgesamt registrierten Kriminalität gering ist.



Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung unter Gewaltanwendung oder Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses: Im Gebiet der PD Montabaur wurden 2018 97 Fälle, 2019 100 Fälle und 2020 92 Fälle angezeigt. Die Taten geschehen häufig im Rahmen von Bekanntschaften, ehemaligen Partnerschaften, Ehepartnern oder flüchtigen Bekannten. Die Vielzahl der Straftaten, die im sozialen Umfeld stattfinden, werden nun nicht mehr bagatellisiert und dürften vermehrt zur Anzeige gebracht werden. Hinsichtlich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist anzumerken, dass aufgrund der damit einhergegangenen Gesetzesänderung Straftaten wie sexuelle Übergriffe/ Belästigungen zuvor als Beleidigungen strafbar waren und damit statistisch zu einer anderen Deliktgruppe zählten.

Sexueller Missbrauch von Kindern: Die PD Montabaur registriert 2020 28 (-26) Fälle. Zu dem Bereich „Exhibitionistische Handlungen und Erregung öffentlichen Ärgernisses“ werden im Jahr 2020 19 Fälle gezählt. Zu Verbreitung pornographischer Schriften zählen in 2020 101 Fälle (+ 44 Fälle). Insgesamt stellt die Polizeidirektion Montabaur einen Anstieg der Fallzahlen basierend auf Tatbestandsverwirklichungen in den sozialen Medien (WHATTS APP, FACEBOOK pp.) fest.

Raubüberfälle auf Straßen/ Wegen und Plätzen variieren: 9 Fälle in 2018, 19 Fälle in 2019 und 14 Fälle in 2020. Es gibt keine besonderen Erklärungsansätze, es handelt sich um normale Schwankungen und Einzelfälle. Serienstraftaten sind nicht zu erkennen.

Körperverletzungen: Den 1.662 erfassten Körperverletzungsdelikten stehen insgesamt 1.483 ermittelte Tatverdächtige gegenüber. Bei 76,6 Prozent der Taten handelt es sich um einfache- und bei 11,2 Prozent um gefährliche Körperverletzungen. Die Aufklärungsquote liegt konstant hoch bei 93,4 Prozent. Von den 1.662 erfassten Fällen wurden 388 Fälle = 23,4 Prozent unter dem Sonderschlüssel Gewalt in engen sozialen Beziehungen erfasst.

Auf Initiative der Polizeidirektion Montabaur wurde eine Kooperationsvereinbarung „Jugendschutz“ mit den beiden Landkreisen und den Verbandsgemeinden entwickelt, die Ziele und Maßnahmen des Jugendschutzes beschreibt und die von allen Kooperationspartnern unterzeichnet wurde. Die Kreisverwaltungen des Westerwaldkreises und des Rhein-Lahn-Kreises, die Verbandsgemeinden beider Landkreise, die zuständigen Dienststellen der Polizeidirektion Montabaur und der Polizeidirektion Koblenz vernetzten sich, um gemeinsam im Rahmen ihrer originären gesetzlichen Aufträge und mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen den Kinder- und Jugendschutz zu gewährleisten und zu optimieren. Die Kooperationspartner kommen ihrer Verantwortung mit gemeinsamen Präventionsprojekten, mit Hilfeangeboten und Kontrollen sichtbar nach. Dies geschieht erkennbar. „Rechtsfreie Räume“ werden nicht zugelassen.

Ein leichter Anstieg der Betäubungsmitteldelikte um 65 auf 1.442 Fälle erscheint in der Statistik. Nach dem deutlichen Anstieg 2017 und 2018 sind die Verstöße gegen das Waffengesetz nach 2019 nun auch 2020 weiter, auf aktuell 141 Fälle gesunken (Ursache: Amnestie zum Waffengesetzt 2017 und 2018).

Diebstahl: Ladendiebstahl umfasst 2020 281 (- 71) Fälle, Taschendiebstahl 2020 82 Fälle. Trotz aller polizeilichen Bemühungen wird nach wie vor regelmäßig die Hilflosigkeit älterer Menschen ausgenutzt.

Allgemeines: Im Jahr 2020 wurden insgesamt 363 Fälle (Vorjahr 398 Fälle) von sogenannten Call-Center-Betrugsdelikten angezeigt. Davon: Falsche Polizeibeamte: 152 Fälle, Enkeltrick: 133 Fälle. 2020 kam es im Bereich der Polizeidirektion Montabaur zu fünf vollendeten Taten mit einer Schadenssumme von circa 140.000 Euro. Bei allen anderen Fällen blieb es beim Versuch.

Im Jahre 2019 wurden im Bereich der Polizeidirektion Montabaur 174 Todesermittlungsverfahren und 476 Vermisstenfälle abschließend bearbeitet. htv


Mehr zum Thema:    Blaulicht   
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