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Nachricht vom 01.03.2021    

„Erste Hilfe“ für Schwarzhalstaucher & Co.

Der Dreifelder Weiher ist für Wasservögel ein besonders wertvolles Brutgebiet an der Westerwälder Seenplatte. So brüten hier zwei in Rheinland-Pfalz sehr seltene Arten: der Rothals- und der Schwarzhalstaucher.

Schwarzhalstaucher am Dreifelder Weiher, Bildautor: Wolfgang Burens

Hachenburg. „Diese Exemplare sind die letzten ihrer Art, die noch in Rheinland-Pfalz brüten. Wir haben daher eine ganz besondere Verantwortung, dass diese Brutvögel an der Westerwälder Seenplatte auch künftig ein Zuhause finden“, erklärt Stiftungsmitarbeiterin Inés Noll. Um die Tiere besser vor Störungen durch den Menschen zu schützen, wurden letzte Woche Maßnahmen zur Beruhigung der Ufer- und Schilfbereiche am Ostufer umgesetzt, die Schwarzhalstaucher und andere Vogelarten zur Brut nutzen.

Der Schwarzhalstaucher bewohnt vegetationsreiche Gewässer, wo er gut versteckt in Schwimmnestern oder auf kleinen Inseln am Ufer brüten kann. Kurz nach dem Schlüpfen sind die Küken bereits schwimmfähig und folgen ihren Eltern. Oft werden die Kleinsten auch auf dem Rücken der Eltern umhertransportiert und gefüttert. Kommen Menschen den Ufer- und Schilfbereichen zu nahe, werden die Schwarzhalstaucher bei der Brut und Aufzucht ihrer Jungen gestört. So geht jedes Jahr durch Freizeitaktivitäten wie Baden, Wassersport oder Angeln ein großer Teil der Bruten verloren.

Gemeinsam mit Partnern vor Ort engagiert sich die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe für den Schutz bedrohter Brutvögel im Naturschutzgebiet Dreifelder Weiher. Ende Februar ließ sie dafür einen Wanderweg am Ostufer des Dreifelder Weihers verlegen, der direkt an einem landesweit bedeutsamen Brutplatz liegt. Zur weiteren Beruhigung wurde die Badestelle Dreifelden zurückgebaut, die sich aufgrund des niedrigen Wasserstands nicht mehr zum Baden eignet. Zudem führte die Nutzung des Stegs zum Bootfahren zu massiven Störungen der Brutvögel in dem Naturschutzgebiet.



Der NABU bittet die Besucher, die ausgeschilderten Wege am Dreifelder Weiher zu benutzen und die abgesperrten Ufer- und Schilfbereiche nicht zu betreten. „Wir haben natürlich Verständnis für die zahlreichen Besucher und Besucherinnen, die jetzt im Frühling die wunderbare Natur am Dreifelder Weiher erleben wollen“, sagt Cosima Lindemann, die Vorsitzende des NABU Rheinland-Pfalz. In Abstimmung mit der Ortsgemeinde Dreifelden wurden daher neue Sichtachsen bei Dreifelden angelegt, so dass Spaziergänger auf dem Rundwanderweg auch weiterhin einen weiten Blick über den Weiher bekommen, ohne seine Bewohner zu stören.

Die Maßnahmen zur Verbesserung des Naturschutzgebietes Dreifelder Weiher wurden in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Dreifelden, der Verbandsgemeinde Hachenburg, dem Entwicklungsverband Westerwälder Seenplatte, den Naturschutzbehörden, dem NABU Rheinland-Pfalz und ehrenamtlichen Naturschützern und Naturschützerinnen durchgeführt. Die Finanzierung erfolgte durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord Koblenz.

Hintergrund
Die Westerwälder Seenplatte zwischen Hachenburg und Montabaur ist ein Eldorado für Wasser- und Watvögel. Ende 2019 erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe die sieben Weiher und engagiert sich seitdem zusammen mit zahlreichen Engagierten vor Ort für den dauerhaften Schutz der artenreichen Gewässerlebensräume. Im Eigentum der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe befinden sich bundesweit mittlerweile über 21.000 Hektar Naturschutzland. (PM)


Mehr dazu:   Naturschutz  
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