Werbung

Region |


Nachricht vom 22.10.2010    

Drucker und Redakteure streiken für Tarif und Sozialplan

Die Mitarbeiter der Frankfurter Societätsdruckerei (FSD) und erstmals die Redakteurinnen und Redakteure des Verlages befinden sich nach Angaben des Landesverbandes Hessen des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) seit Montag (18. Oktober) in einem Warnstreik. An dem Arbeitskampf beteiligen sich rund 60 Beschäftigte, mithin zwei Drittel der Redaktion. Davon betroffen ist auch die Nassauische Neue Presse in Limburg.

Limburg / Frankfurt. Der Protest ziele auf die Weigerung der Geschäftsführung, ernsthaft um einen von DJV und Verdi eingebrachten Tarifvertrag über Altersteilzeit und einen Sozialplan zu verhandeln, so die Gewerkschaft. Hintergrund ist demnach das Vorhaben der Geschäftsführung, das heutige Unternehmen in drei Teile aufzusplitten. Entstehen soll eine Holding, die Frankfurter Societät, die Frankfurter Societäts-Druckerei und die Frankfurter Societäts-Medien, die nicht mehr tarifgebunden sein soll.

Mit diesem Vorgehen reiht sich die FSD ein in die Reihe regionaler Tageszeitungsverlage, die ihren Häusern Radikalkuren zu Lasten der Mitarbeiter verordnet haben. Zu den Vorreitern zählt beispielsweise der Koblenzer Mittelrhein-Verlag, der bereits vor mehr als zehn Jahren angefangen hatte, mit bis dahin unbekannter Radikalität sämtliche Bereiche zu zerschlagen und der sich mit einem anti-gewerkschaftlichen Kurs von Tariflöhnen und innerbetrieblicher Mitbestimmung verabschiedete.

Bei der FSD hat laut DJV nahezu die gesamte Redaktion in einer Resolution gefordert, die Einheit des Unternehmens ob eines gemeinsamen Betriebsrates beizubehalten und den Tarifvertrag Tageszeitungen weiterhin anzukennen. Nach Einschätzung der Betriebsratsvorsitzenden Ursula Königstein ist abzusehen, dass die Tarifungebundenheit zu einem Verlust tariflicher Standards führen werde. Anders ließen sich Äußerungen der Geschäftsführung nicht interpretieren, dass die neue Struktur ermöglichen werde, flexibel im Markt zu reagieren.



Der Vorsitzende des DJV Hessen, Hans U. Heuser, nahm das bisherige Verhalten der Geschäftsführung mit Unverständnis zur Kenntnis. Entgegen der wirtschaftlichen Situation in anderen Verlagen befinde sich die FSD offensichtlich nicht in nennenswerten Schwierigkeiten. Er lobte das Zusammenstehen der Redaktion und sicherte den Kolleginnen und Kollegen die uneingeschränkte Unterstürzung des DJV zu. Offensichtlich, so Heuser, lasse sich die Geschäftsführung nur durch Arbeitskampfmaßnahmen bewegen, konstruktive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufzunehmen.


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Vielfältige Karrierechancen bei der Bundespolizei: Infoveranstaltung in Montabaur

Am Donnerstag, 22. Januar, öffnet das Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald ...

Vegane Ernährung im Fokus: Infoabend in Westerburg am 15. Januar

Der Kreisverband Westerwald von Bündnis 90/Die Grünen lädt zu einem informativen Abend ein, der sich ...

"RIVERS" und Gerd Stein live in Höhr-Grenzhausen

Die Lahnsteiner Band "RIVERS", bekannt für ihre genreübergreifende Musik, tritt am Samstag, 17. Januar, ...

Unfall auf der B49 führt zu Stau und Straßensperrung

Ein Verkehrsunfall auf der B49 bei Koblenz sorgte am Freitag (9. Januar) für erhebliche Verkehrsbehinderungen. ...

Nicole nörgelt . . . über sinnlose Böllerei und ihre Folgen

Von der ursprünglichen Tradition, das Neue Jahr mit Feuerwerk und Fröhlichkeit zu begrüßen, ist leider ...

Behelfsbrücke bei Höhr-Grenzhausen erfolgreich verschoben – A48 bald wieder frei

Im Rahmen des Ersatzneubaus der L307-Überführung über die A48 wurde am 10. Januar 2026 eine Behelfsbrücke ...

Weitere Artikel


Grünes Licht für Sanierung des alten Backes

Das unter Denkmalschutz stehende "Alte Backes" (Bürgermeisteramt) in Untershausen zeigt erhebliche ...

Erste Kontakte zu neuem Pfarrer geknüpft

Als neuer priesterlicher Leiter des Pastoralen Raumes "Stelzenbachgemeinden" stellte sich Pfarrer Stefan ...

Bushaltestellen in Daubach werden verlegt

Mit Schulbeginn am 25. Oktober beginnen die Bauarbeiten an der L 326 zwischen Daubach und Horbach. Aus ...

Heimatvertriebene wurden gut in den Westerwald integriert

Ende des Zweiten Weltkrieges flüchteten Millionen Deutsche aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in ...

Autor und Preisträger Gregor Schürer liest

Der Bad Neuenahrer Autor und Preisträger des Kunstpreises von Lotto Rheinland-Pfalz, Gregor Schürer, ...

Anti-Atom-Netz bietet Fahrt zur Demo

Mit mehr als 100 örtlichen Aktionen entlang der Atommüll-Transport-Routen demonstrieren Atomkraftgegner ...

Werbung