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Nachricht vom 20.02.2021    

Kulturschaffende im Westerwald zu jeder „Schandtat“ bereit

Perspektivlosigkeit, Glaskugel, Fragezeichen oder Kaffeesatzleserei! Diese Worte hört, wer mit Kulturschaffenden aus der Region über ihre Zukunftserwartungen spricht. Aber auch, dass der Kulturbereich im Westerwald seine Verantwortung intensiv wahrgenommen und alle Einschränkungen mitgetragen hat.

Kabarettist HG Butzko hofft, am 10. April in der Stadthalle Montabaur sein aktuelles Programm „echt jetzt“ vorstellen zu können. Foto: Veranstalter

Montabaur. Bei hoffentlich weiter rückläufigen Infektionszahlen und zunehmenden Impfungen, hoffen Kunst- und Kulturschaffende rund um Montabaur jetzt auf Perspektiven für eine Öffnung nach Ostern.

„Wir sind als erste in den Lockdown gegangen und wollen nicht als einer der letzten wieder rauskommen!“, so die einhellige Meinung der im Netzwerk „MT-Kulturtreff“ beteiligten kulturellen Einrichtungen und Organisationen. Zumal Forscher der TU Berlin ganz aktuell berechnet haben, dass das Infektionsrisiko in Innenräumen bei Kulturveranstaltungen wie Theater oder ähnliches bei einer Belegung von 30 Prozent mit 0.5 am geringsten ist. Bei Konzerten im Freien sieht es natürlich noch besser aus.

Der Kulturbereich in der Region vom Amateurtheater „Die Oase“ und dem Kultur-und Naturschutzzentrum b-05 in der Kreisstadt bis zum Musikverein Holler sowie den Gesangvereinen und vielen anderen, leistet mit ihren Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt in der Gesellschaft: Kunst und Kultur machen das Leben durch Musik, Theater und Gesang lebenswert und helfen vielen Menschen dabei, persönliche Einschnitte, wie beispielsweise durch die Corona-Pandemie, emotional besser zu bewältigen.

Sicher ist, dass dabei das Live-Erleben unabhängig von der künstlerischen Ausdrucksform durch kein noch so gut gemeintes digitales Angebot ersetzbar ist. Im Lockdown wurde klar, wie sehr die Menschen die Gemeinschaft brauchen, zu der auch vielfältige Kulturerlebnisse wesentlich beitragen. Ohne Kunst und Kultur sind unsere Städte und Gemeinden im Westerwald weniger lebenswert. Und auch für die Wirtschaft weniger attraktiv.

Kultureinrichtungen in der Kreisstadt wie auch der Kulturkeller an der Stadtmauer, der Kunstverein oder die Kleinkunstbühne Mons Tabor, können ebenso wie die Angebote des städtischen Kulturbüros nicht von heute auf morgen nach langer Zwangspause wieder hochgefahren werden. Es bedarf einer mehr oder weniger langen Vorlaufzeit.



Allen Kultur-Verantwortlichen ist jedoch klar, dass es aktuell mitten in der Pandemie fast unmöglich ist, eine verlässliche Perspektive aufzuzeigen. Aber in einem schrittweisen Vorgehen ist es vernünftig, die Öffnung von Kultureinrichtungen an die Öffnung von anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Schulen, Gastronomie oder Einzelhandel anzukoppeln. Um wieder was zum regionalen Kulturangebot beitragen zu können, sind die Aktiven dabei zu jeder denkbaren „Schandtat“ bereit und werden dafür auch viele Kompromisse eingehen.

Klar ist, dass alle Kulturanbieter im Westerwald beim angestrebten „Neustart“ neben Bund und Land auch auf Unterstützung der Kommunen und der heimischen Wirtschaft sowie privaten Spendern angewiesen sein werden. Für die regionalen Amateurtheater weist deren Landesvorsitzender Hans Schilling aus Ransbach-Baumbach auf die erhoffte Unterstützung aller entsprechenden Institutionen hin: „Wir wollen die kulturelle Vielfalt erhalten und pflegen, denn ohne Kultur wird’s still im Westerwald und darüber hinaus“, so der erfahrene Kulturfunktionär.

Bald soll in der „Oase“ in Montabaur auch der nächste „MT-Kulturtreff“ aller hoffnungsvollen Interessierten in und um Montabaur stattfinden. Weitere Infos gerne bei Uli Schmidt als Vorsitzender der Kleinkunstbühne Mons Tabor, der die regionalen Aktivitäten koordiniert: uli@kleinkunst-mons-tabor.de. (PM)


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