Werbung

Nachricht vom 15.02.2021    

Pfarrerin Fritz verabschiedet sich in Richtung Eifel

Sechseinhalb Jahre lang war Ilona Fritz Pfarrerin der Evangelischen Willkommensgemeinde Freirachdorf-Roßbach. Jetzt verabschiedet sie sich in die Eifel und startet dort im März als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Prüm.

Ilona Fritz in der Roßbacher Kirche. Fotos: Peter Bongard

Roßbach-Freirachdorf. Eine Entscheidung, die sie der Liebe wegen getroffen hat. Denn sie und ihr niederländischer Mann führen seit Jahren eine Wochenendbeziehung. Nun ziehen die beiden (endlich) zusammen und haben sich die Schnee-Eifel als gemeinsame Heimat ausgesucht. Den Westerwald verlässt sie deshalb im Guten – obwohl der Abschied gerade jetzt ziemlich schmerzt.

Denn die Pfarrerin hat mit ihrer Gemeinde viel erlebt. Dass sie sich wegen der Corona-Pandemie nun nicht so von ihrer alten Wirkungsstätte verabschieden kann, wie sie es gerne tun würde, hat ihr bis vor kurzem zu schaffen gemacht. „Ich habe mit vielen Menschen gemeinsam Gemeinde gestaltet und das Leben geteilt, und nun gehe ich still und leise. Das hätte ich mir anders gewünscht, aber ich habe mich inzwischen damit abgefunden“, sagt sie. Immerhin soll es am 27. Februar zumindest einen kleinen Gottesdienst und vielleicht nochmal ein gemeinsames Grillen im Sommer geben.

Dann wird Ilona Fritz schon Pfarrerin in der flächenmäßig größten Gemeinde der Evangelischen Kirche in Deutschland sein: in Prüm. Zu der gehören zwar „nur“ 1.800 Menschen, aber die verteilen sich über ganze 100 Ortschaften. Für Ilona Fritz bedeutet das nicht nur lange Autofahrten durch die Eifel. Für sie ist ihre nächste (und wohl auch die letzte) Station als Gemeindepfarrerin vor allen Dingen eine weitere spannende Erfahrung: „Es ist eine Herausforderung, Gemeindeleben in dieser riesigen Fläche zu gestalten – noch dazu in einer Region, die sehr katholisch geprägt ist. Aber ich freue mich drauf. Denn die Gemeinde hat schon jetzt eine lebendige Kinder- und Jugendarbeit und ist auch digital sehr gut aufgestellt.“

Ilona Fritz mag solche Herausforderungen. Vor ihrer Zeit im Westerwald ist sie Bischöfin der „Evangelisch-Lutherse Kerk in het Koninkrijk der Nederlande“ und Pfarrerin in der „Evangelisch-Lutherse Gemeente“ in Amsterdam. Unter ihr vereinigen sich die drei protestantischen Kirchen des Landes, und außerdem ist sie in den Niederlanden als Pfarrerin in einer Gemeinde tätig, die fast ausschließlich aus südamerikanischen Einwanderern besteht.

Der Wechsel in den Westerwald scheint im Vergleich dazu eher ein Wechsel in ruhigeres Fahrwasser zu sein. Aber 2015 sind nicht nur Freirachdorf und Roßbach, sondern auch das ganze Land in Bewegung. Es ist die Zeit der Flüchtlinge, des „Wir schaffen das!“, und auch Roßbach wird im wahrsten Wortsinn über Nacht mit der gesellschaftlichen Realität konfrontiert: Von heute auf morgen leben mehr als 40 Flüchtlinge in dem kleinen Ort, und in Freirachdorf sind ebenfalls einige Flüchtlingsfamilien untergebracht. Ilona Fritz übernimmt gemeinsam mit den Kirchengemeinden und vielen Ehrenamtlichen der Kommune Verantwortung und hilft den Männern, Frauen und Kindern. Die Einheimischen begleiten und unterstützen die neuen Mitbewohner; die Kirchengemeinde feiert Feste mit den Flüchtlingsfrauen und deren Kindern; man kocht, tanzt und lebt zusammen, erzählt sie: „Das war eine bewegende und prägende Zeit – nicht nur für mich, sondern für beide Gemeinden.“ Besser gesagt: die Gemeinde. Denn 2016 schließen sich Roßbach und Freirachdorf zusammen und wählen als neuen Namen „Evangelische Willkommensgemeinde“. Einen passenderen hätten sie kaum finden können.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Landwirtschaftlicher Helfer (m/w/d)

Herpter Hof
57610 Gieleroth

Vorarbeiter / Teamleiter Fahrzeugbeschriftung & Folientechnik (m/w/d)

BeschriftungsMeister.de
56593 Horhausen (Westerwald)

Gruppenleitung (m/w/d) in der Werkstatt

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Wissen

Pädagogische Fachkraft (m/w/d) für die Wohnstätte

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Unter Ilona Fritz ist in Roßbach und Freirachdorf vieles zusammengewachsen und neu entstanden: „Menschen bringen sich gestalterisch ein, moderne Lieder haben sich im Gottesdienst etabliert, es ist Vertrauen und Neugierde da“, sagt die Pfarrerin.

Und der Prozess geht weiter. Denn spätestens 2022 vereinigen sich die Willkommensgemeinde Freirachdorf-Roßbach mit Wahlrod und Höchstenbach zu einer Gesamtkirchengemeinde. Aber das wird schon, ist sich Ilona Fritz sicher. „Unser Kirchenvorstand hat in den vergangenen Jahren viele wertvolle Erfahrung sammeln können, was solch einen Prozess angeht. Aber manches kann man nicht planen: Das entsteht erst im Losgehen.“ Was das angeht, macht sie sich aber keine Sorgen – so lange „ihre“ Willkommensgemeinde neugierig und offen bleibt. „In den vergangenen Jahren ist hier so viel Gutes entstanden – weil die Menschen hier immer wieder über den eigenen Tellerrand geschaut haben. Wenn sie sich das bewahren, bleibt die Willkommensgemeinde auf einem guten Weg.“ (bon)

Der Abschiedsgottesdienst für Ilona Fritz findet am 27. Februar um 14 Uhr in der Evangelischen Kirche Roßbach statt.


Lokales: Hachenburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Hachenburger Kirmespräsident kritisiert Berichterstattung der Medien

Das Thema Gleichberechtigung hatte die Medien in jüngster Vergangenheit auf die Satzung der Hachenburger ...

Heimat shoppen 2026: Stärkung der Innenstädte im IHK-Bezirk Koblenz

Am Wochenende des 11. und 12. September 2026 stehen die Innenstädte im IHK-Bezirk Koblenz ganz im Zeichen ...

Rehkitz beim Mähen getötet: Amtsgericht Montabaur spricht Landwirt frei

Ein Landwirt aus dem Westerwaldkreis stand vor dem Amtsgericht Montabaur, weil er beim Mähen einer Wiese ...

Einzigartige Stummfilmkonzerte in der Sayner Hütte

In den Anfängen der Filmgeschichte wurden bei Vorführungen der einstigen Stummfilme in den Kinopalästen ...

Unfall auf der B54 bei Diez: Motorradfahrer verletzt

Am Freitagmittag (4. September 2026) ereignete sich auf der B54 bei Diez ein Verkehrsunfall, bei dem ...

Polizei klärt schweren Raub in Bad Marienberg auf

Die Polizei in Hachenburg hat einen schweren Raub in Bad Marienberg aufgeklärt. Nach den Ermittlungen ...

Weitere Artikel


Tag des Regenwurms: BUND zum Bodenschutz

Den für den 15. Februar ausgerufenen Tag des Regenwurms nimmt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ...

Westerwaldkreis meldet 34 neue Corona-Fälle über das Wochenende

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am heutigen Montag (15. Februar) insgesamt 4.316 (+34 seit Freitag) ...

Stöffel-Park öffnet – erst mal digital

Die „livehaftige“ Eröffnung muss der Stöffel-Park verzögern, dafür schafft er aber virtuelle Zugänge ...

Viel Handarbeit für Aktion „Westerwald-Kinder“

Ist das toll: Die Menschen der Region hängen an ihrem Wald, sie sind tief betroffen von den aktuellen ...

Aus Personalmangel auf der COVID-Station

Wie Pflegeschülerinnen in der Pandemie die Praxis lernen - Auszubildende in der Pflege werden durch Personalmangel ...

Selters setzt Stadtkernsanierung fort

Die Stadt Selters saniert weiter ihren Stadtkern. Die dazu notwendigen planerischen Vorbereitungen haben ...

Werbung