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Nachricht vom 10.02.2021    

Bestmöglicher Impfschutz und Impfgerechtigkeit für Klinikpersonal

In einem Offenen Brief geht die Geschäftsführung der Katharina Kasper Via Salus gegen den Impfplan der Koordinierungsstelle Impfen vor, weil diese beabsichtigt, statt dem mRNA-Impfstoff von Biontech-Pfizer, Vektor-basierte Vakzine der Firma AstraZeneca für klinisches Personals einzusetzen.

Symbolfoto

Dernbach/Westerwald. Der Wortlaut des Offenen Briefes
„Als Träger zweier regionaler Krankenhäuser der Regelversorgung in Rheinland-Pfalz, die mit einem relativ zur Inzidenz jeweils hohen Anteil die Versorgung von nicht intensivpflichtigen wie auch beatmungspflichtigen COVID-19-Erkrankten sichergestellt haben, können wir den Kurswechsel der Koordinierungsstelle Impfen nicht akzeptieren. Diese beabsichtigt, statt wie bisher vorgesehen den mRNA-Impfstoff von Biontech-Pfizer jetzt die Vektor-basierte Vakzine der Firma AstraZeneca für die Impfung des klinischen Personals einzusetzen.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Notaufnahmen, den Intensiv- und Isolierstationen gehören zu der am höchsten exponierten Gruppe in der Versorgungskette, da sie im Erst- und Direktkontakt mit Infizierten und damit mit dem Virus und seinen mittlerweile noch aggressiveren Mutationen stehen. Die politische Entscheidung, dass ausgerechnet diese Personengruppe jetzt mit der deutlich geringer wirksamen Vektor-basierten Vakzine der Firma AstraZeneca versorgt werden soll, ist medizinisch weder nachvollziehbar noch vertretbar. Der Vektor-basierte Impfstoff von AstraZeneca ist um 25 Prozent weniger wirksam als verfügbare mRNA-Impfstoffe von Biontech-Pfizer beziehungsweise Moderna, die Datenlage bezüglich dieser Wirkunterschiede ist unstrittig.

Der Wirkunterschied wird noch augenscheinlicher auf Grund sehr aktueller Studienergebnisse bezüglich der Wirksamkeit der Impfstoffe auf die aggressiven Virusmutanten. Beide mRNA-Impfstoffe zeigen demnach ihre protektive Wirkung auch bei der britischen und der südafrikanischen Mutation.

Es gibt dahingegen deutliche Hinweise, dass die Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffes – insbesondere bei der südafrikanischen Mutation – nur „minimal“ ist gemäß neuester Veröffentlichungen der Universität Oxford. Die Regierung in Südafrika hat mittlerweile die Verimpfung des AstraZeneca-Impfstoffes eingestellt.

Auch ist die im Vergleich sehr schlechte Datenlage des AstraZeneca Impfstoffes in der Altersgruppe zwischen 56 und 65 Jahren, zu der viele unserer Mitarbeiter der ersten Priorisierungsgruppe gehören, nicht hinnehmbar.



Wir setzen mit dem Vektor-basierten Impfstoff gerade die Höchstexponierten einem höheren Ansteckungsrisiko aus, die mit der Wahl des ursprünglich vorgesehenen mRNA Impfstoffs vermeidbar wäre und gefährden damit deren Gesundheit und Leben und so auch die Versorgungssicherheit.

Auch unter dem Gleichbehandlungsprinzip ist es in hohem Maße inakzeptabel, dass die koordinierenden Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz früh mit dem hochwirksamen mRNA Impfstoff beliefert wurden, alle anderen gleich impfbereiten Krankenhäuser jedoch jetzt mit einem deutlich weniger wirksamen Vektor-Impfstoff versorgt werden sollen. Wir versorgen alle die gleichen, hochinfektiösen Patienten. Und es ist damit zu rechnen, dass sich die Mutationen auch in den Einzugsgebieten unserer Kliniken ausbreiten.

Wir haben frühestmöglich eine sehr hohe Impfbereitschaft in unseren Kliniken herstellen können und die Impfaufklärung mit den personalisierten Aufklärungsbögen für mRNA-Impfstoffe durchgeführt. Wir stehen mit einer abgeschlossenen administrativen und ablauforganisatorischen Vorarbeit bereit, die Mitarbeiterimpfung in unseren Kliniken durchzuführen. Der überraschende Herstellerwechsel würde nun einen erneuten und nicht unwesentlichen Aufklärungsaufwand notwendig machen, doch das ist nicht einmal das Wesentliche. Diese erneute Aufklärungsarbeit in Kenntnis der oben genannten Wirksamkeitsunterschiede sowie in Anbetracht der Ungleichbehandlung zu leisten erscheint uns kaum zumutbar und nicht vermittelbar.

Wir richten darum im Namen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in Berufung auf die Gerechtigkeit und Gleichbehandlung unseren Appell an Sie: Lassen Sie diese moralisch und ethisch sehr zweifelhafte Zwei-Klassen-Impfstrategie nicht zu. Lassen Sie es nicht soweit kommen, dass gerade die höchstexponierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Versorgung von Covid-19-Patienten einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt werden, als dies mit den mRNA Impfstoffen von Biontech-Pfizer oder Moderna der Fall wäre. Die Impfstrategie muss gerade der Gruppe der Höchstexponierten den bestmöglichen Impfstoff anbieten.“ (PM)


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