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Nachricht vom 31.01.2021    

Initiative „Wäller Helfen“ erhält Unterstützung

Nachbarschaftshilfe hat im Westerwaldkreis einen hohen Stellenwert – sie ist jedoch weiter ausbaufähig. Dies wurde bei einer Videokonferenz der CDU-Kreistagfraktion in der Reihe Impulse – digital mit dem zweiten Vorsitzenden von „Wäller Helfen“, Björn Flick, deutlich.

Logo: CDU

Montabaur. Neben einem Rückblick auf die Aktivitäten im vergangenen Jahr, wurde auch ein Ausblick mit konkreten Vereinbarungen für die Zukunft gewagt.

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel machte zu Beginn deutlich, dass er sich darauf freue, mit den erfolgreichen Betreibern dieses neuen sozialen Netzwerkes zu sprechen, dies habe sich ja erst in Zeichen von Corona gegründet und rasant entwickelt. So könne man erfahren, welche Sorge und Nöte von Wällern hier in der Pandemie aufgelaufen sind und wie sich Plattformen mit und für ehrenamtliche Angebote als digitale Marktplätze fortentwickeln können. Moderne Technik könne sinnvoll eingesetzt werden, um soziale Kontakte zu fördern und Menschen tatkräftig zu helfen.

Beim Verein „Wäller Helfen“, der vom zweiten Vorsitzenden Björn Flick vorgestellt wurde, handelt es sich um eine Plattform, die sich spontan zur Nachbarschaftshilfe in der Pandemie gegründet hat. Erst klein gedacht, dann explosionsartig entwickelt. Heute nutzen diese Facebookseite immerhin 7.500 Westerwälder, eine beachtliche Zahl. „Wäller-Helfen“ hat im Jahre 2020 den Publikumspreis „Ehrensache“, den Ehrenamtspreis des SWR erhalten. Die Plattform soll Menschen jeden Alters im Westerwald zusammenbringen und bietet Unterstützung in Notlagen, aber auch bei kleinen Wünschen oder Bedürfnissen, an. Insbesondere möchte sie ehrenamtliche Angebote „unter die Leute“ bringen.

Nach fast einjähriger Aktivität der ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe gab Björn Flick einen Rückblick auf die Anfangsbegeisterung, einigen Schwierigkeiten mit Verwaltungen, vermeintliche Konkurrenzsituationen zu anderen Organisationen und insbesondere zu dem bisher Erreichten. Während die Helfer/innen sich oft über Facebook meldeten, sei die Kommunikation mit den Hilfesuchenden zum Teil noch schwierig. Schwerpunkte der augenblicklichen Aktivitäten liegen zurzeit in den Verbandsgemeinden Bad Marienberg, Montabaur, Rennerod und Westerburg; jedoch seien kreisweite Aktivitäten die Zielsetzung des Vereins. Eine Konkurrenz zu örtlichen Nachbarschaftshilfen soll nicht entstehen. Jedoch sei die Vernetzung der verschiedensten Hilfsangebote noch ausbaufähig.

Die CDU-Landtagskandidaten Jenny Groß MdL und Janick Pape lobten das starke Engagement der Ehrenamtlichen. Mit der Initiative „Wäller Helfen“ sei ein deutliches Zeichen zur gegenseitigen Hilfe im Westerwald gesetzt worden. Sie wollen die Initiatoren auch künftig aktiv unterstützen. Jenny Gross bat dringend darum, die unterschiedlichen Angebote zu vernetzen, so könne ein großer „Marktplatz Westerwald“ entstehen. Auch Janick Pape ergänzte aus seiner kommunalen Erfahrung als Bürgermeister heraus, dass solche Hilfsangebote die Aktivitäten von Ortsgemeinden sehr hilfreich unterstützen könnten.



Landrat Achim Schwickert dankte zunächst für „Lob und Tadel“ an die Kreisverwaltung. Er griff spontan die Anregung von Björn Flick auf und will die „Hotline-Nummer“ von „Wäller Helfen“ auf der Internetseite des Kreises publik machen, ebenso auf der Kreisseite in den Mitteilungsblättern. Über weitere konkrete Schritte zur Unterstützung der Initiative könne man ebenfalls im unmittelbaren Kontakt sprechen. Schwickert bot hier ausdrücklich die Unterstützung der Kreisverwaltung an. Der Landrat verwies auch auf die Seniorenpolitische Konzeption des Westerwaldkreises, die der Nachbarschaftshilfe insbesondere einen hohen Stellwert beimisst. Kreisbeigeordnete und Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland ergänzte, dass sich die gegenseitige Hilfe vor allem auf der überschaubaren lokalen Ebene bewährt hat. Sie mahnte aber, dass es sehr wichtig sei, neben den elektronischen Angeboten auch die persönlichen Hilfestellungen nicht aus dem Blick zu verlieren. „Analoge Hilfe“ über den Gartenzaun habe sich im Westerwald sehr bewährt und müsse ebenfalls gefördert werden.

Abschließend bat Fraktionsvorsitzender Dr. Krempel alle Westerwälder Bürgerinnen und Bürger darum, gerade in Zeiten der Pandemie die Unterstützung älterer und hilfsbedürftiger Mitmenschen zu forcieren. Was sich aber in Zeiten der Krise bewährt habe, könnte dann auch nach der Rückkehr in die Normalität fortgesetzt werden: „Das ist nicht nur ein Zeichen guter solidarischer Mitmenschlichkeit, sondern auch ein Teil unserer besonderen Lebensqualität im ländlichen Raum“ beschrieb der Gastgeber dieser Videokonferenz das Ziel dieses Appelles.

Björn Flick und die Christdemokraten sind sich darin einig, den Gedanken der Nachbarschaftshilfe bei jung und alt noch stärker zu verwurzeln und noch bestehende Hemmnisse nach Möglichkeit zu beseitigen. Auch nach der Corona-Pandemie müssten die Aktivitäten fortgeführt werden. Dr. Stephan Krempel machte deutlich, dass mit dem Dialog weitere Aktivitäten angestoßen werden sollen: Es sei wichtig, solche Beispiele „gelebter Solidarität im ländlichen Raum“ öffentlich vorzustellen, um zu weiterem Engagement anzuregen.

Die Hotline „Wäller Helfen“ ist telefonisch unter 0800 – 9235537 erreichbar oder unter www.waellerhelfen.de. (PM)


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