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Nachricht vom 28.01.2021    

Branchen in der Region Koblenz unterschiedlich stark betroffen

Zum Jahresbeginn 2021 wird der gesamtwirtschaftliche Erholungsprozess im IHK-Bezirk Koblenz, aufgrund der verschärften Corona-Lage und dem zweiten Lockdown, abgewürgt. Dieses Ergebnis bestätigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz.

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Koblenz. Die IHK stützt sich auf Antworten von 555 Unternehmen mit rund 66.000 Beschäftigten. Die Umfrage wurde erstmals vollständig digital durchgeführt.

Als zusammenfassende Beurteilung von Geschäftslage und Geschäftserwartungen fällt der IHK Konjunkturklimaindikator auf 97 Punkte (Herbst 2020: 98 Punkte). Der Indikator liegt damit unterhalb der 100-Punkte-Marke, die die Grenze zwischen positiver und negativer Gesamtstimmung darstellt. Mit Blick auf die kommenden 12 Monate zeigen sich die Betriebe weiterhin eher pessimistisch. Während 23 Prozent der heimischen Betriebe künftig mit einer Belebung der Geschäftstätigkeit rechnet, stellen sich 29 Prozent auf eine schwächere Entwicklung ein. Der Erwartungssaldo verbessert sich damit geringfügig von minus 7 Prozentpunkten im Herbst 2020 auf aktuell minus 6 Prozentpunkte.

„Deutlich erkennbar ist, dass die Spanne zwischen der schwächsten und der stärksten Branchenentwicklung massiv zunimmt. Da nicht alle Branchen gleichermaßen betroffen sind, spaltet sich die Wirtschaft leider zunehmend in Gewinner und Verlierer. In Folge von behördlichen Schließungen, zusätzlichen Kosten für Hygienekonzepte oder auch unterschiedlichen Zugangskriterien und Bemessungsgrundlagen bei Wirtschaftshilfen gibt es deutliche Wettbewerbsverzerrungen, die ohne zügige Korrektur nachhaltige Strukturveränderungen nach sich ziehen werden“, kommentiert Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz.

„Da sich die Ereignisse in der Corona-Pandemie immer wieder überschlagen und die Perspektiven für einen Normalisierung der Geschäfte für die Unternehmen gänzlich fehlen, lassen sich von den Stimmungs- und Wachstumsindikatoren kaum noch Prognosen für den weiteren wirtschaftlichen Verlauf ableiten. Aktuell sichtbare Hoffnungssignale können in wenigen Tagen wieder verworfen werden“, erklärt Anna Buchta, Referentin für Konjunktur und Wirtschaftsdaten bei der IHK Koblenz.

Corona-Pandemie weiterhin das größte Risiko
Ohne Zweifel stellt die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie stets das größte Risiko für die Wirtschaft dar. Mit 78 Prozent der Unternehmensantworten steht dieser Risikofaktor weiterhin auf Platz eins der Risiko-Skala. Aufgrund der zwangsläufig unterbundenen und veränderten Nachfrage der Verbraucher folgt mit 48 Prozent der Antworten der Inlandsabsatz auf den zweiten Platz (Herbst 2020: 49 Prozent). Sowohl die Industrie als auch der Handel sorgen sich hier um die weitere Entwicklung der Nachfrage (53 Prozent respektive 51 Prozent). Weiterhin benennen jeweils 36 Prozent der Betriebe den Fachkräftemangel und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Risikofaktor.



„Die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns ziehen den Unternehmen den Boden unter den Füßen weg,“ so Fabian Göttlich, Geschäftsführer Interessenvertretung. „Bereits jetzt berichten die heimischen Unternehmen von einer sehr angespannten Finanzlage. 29 Prozent der Unternehmen melden einen Eigenkapitalrückgang, 18 Prozent sind von Liquiditätsengpässen betroffen und 11 Prozent sehen sich mit zunehmenden Forderungsausfällen konfrontiert. Jedem zwanzigsten Unternehmen droht laut Konjunkturumfrage sogar die Insolvenz. Da muss dringend gegengesteuert werden, indem die Finanzhilfen von Bund und Ländern ausgeweitet und schnell und einfach ausgezahlt werden“, so Göttlich.

Den Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage zufolge ziehen die Stimmungswerte in der Industrie erneut an (111 Punkte, Herbst 2020: 107 Punkte). Insbesondere die Investitionsgüter- und die Vorleistungsgüterproduzenten melden wieder eine bessere Lage. Die Investitionsgüterindustrie steigert ihre Lage gegenüber der Vorumfrage sogar um 43 Prozentpunkte auf aktuell 15 Prozentpunkte (Herbst 2020: minus 28 Prozentpunkte). Deutlich verbesserte Auftragseingänge aus dem In- und Ausland lassen sich dabei als Grund für die gute Stimmung in der Industrie ausmachen. Demgegenüber stehen teilweise verheerende Auswirkungen auf den Handel (70 Punkte, Herbst 2020: 85 Punkte). Für den Handel, der Groß- und Einzelhandel umfasst, ist das ein neues Allzeittief. Die Dienstleistungsbranche bleibt mit 95 Punkten annährend auf dem Niveau der Vorumfrage (Herbst 2020: 96 Punkte). (PM)



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