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Nachricht vom 25.01.2021    

Lebensmittelretter im Westerwaldkreis schlagen Alarm

Die geretteten Lebensmittel reichen nicht, alle Bedürftigen zu versorgen. Durch die Corona-Krise hat sich die Zahl der Bedürftigen erhöht. Vorsitzende Diana Klanert-Stephan appelliert an Spendenwillige.

Symbolfoto

Nistertal. "Inzwischen sind die Tafeln wieder offen," sagt die Vorsitzende Diana Klanert-Stephan, "aber die Anzahl der Bedürftigen hat sich auch durch die Corona-Krise erhöht. Der Lockdown konfrontiert viele sonst berufstätige Menschen mit blanker Existenznot. Selbstständige müssten ihren Beruf aufgeben, um Grundsicherung zu erhalten und stehen dann nach der Krise ohne Arbeit da. Sie können daher auch das Angebot der Tafeln nicht nutzen."

In dieser Situation bleibt vielen Menschen nur die Hilfe des Freundeskreises, der wöchentlich in Hachenburg gerettete Lebensmittel kostenlos abgibt. Um die Menschen während des Lockdowns nicht der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen, erfolgt die Übergabe der Lebensmittel aktuell für einen Teil der Kunden sogar kontaktlos an der Haustür. Die Fahrten übernehmen ehrenamtliche Helfer/innen mit privaten Fahrzeugen. "Die Benzinkosten für die Fahrten übernimmt jeder Fahrer selbst," sagt einer der Helfer, "aber die Freude der Empfänger ist sowieso nicht mit Geld aufzuwiegen." Seine Mithelferin lacht: "Vor allem die Augen der Kinder, wenn es mal Schokolade gibt."

Die Lebensmittel werden bei Geschäften abgeholt, wo sie sonst in der Tonne landen würden. "Das kann Obst mit Druckstellen sein, aber auch Ware kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder mit beschädigter Umverpackung. Wir nehmen alles und geben alles weiter." Schokolade und andere Leckereien gibt es nur, wenn Saisonware aussortiert wird, dafür gibt es umso mehr gesundes Gemüse und Obst, Backwaren und gelegentlich Fleisch oder Fisch.



Doch die Zahl der Bedürftigen steigt. Aktuell versorgen die Lebensmittelretter 296 Personen aus 98 Familien im ganzen Westerwaldkreis, darunter viele Ältere und Menschen aus Risikogruppen. Die Lebensmittel werden knapp. "Wir sind am Ende der Fahnenstange." erklärt Klanert-Stephan. "Schon jetzt müssen wir die Portionen verkleinern, doch die Not wird nicht weniger. Jede Woche melden sich neue Menschen bei uns an. Wir freuen uns, dass das Angebot angenommen wird, aber bald werden wir Menschen wegschicken müssen."

Daher bittet der Freundeskreis der Lebensmittelretter dringend um Spenden. Insbesondere haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder auch Brotaufstrich und Konserven werden benötigt. Dazu hat der Freundeskreis eine Wunschliste bei Amazon erstellt https://www.amazon.de/hz/wishlist/ls/3VOW8V7F2TGJS?ref_=wl_share, nimmt aber auch Spenden direkt entgegen.

"Keine Menge ist zu klein, denn die Familien verbrauchen alles bis auf den letzten Rest." Wer keine Waren spenden möchte, kann Geld spenden. "Als gemeinnütziger Verein können wir selbstverständlich auch Spendenquittungen ausstellen."

Freundeskreis der Lebensmittelretter e.V., Brückenstraße 30, 57647 Nistertal
Westerwald Bank eG, IBAN DE47 5739 1800 0023 2248 01, BIC GENODE51WW1 (PM)


Mehr zum Thema:    Coronavirus   
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