Werbung

Nachricht vom 20.01.2021    

„INTASAQUA“ an der Nister: Erfolgreiche Projektarbeit im Jahr 2020

Trotz allseits spürbarer Beschränkungen durch die Corona-Pandemie blicken die Verantwortlichen des Projekts "INTASAQUA" zufrieden auf das Jahr 2020 zurück. Das Projekt rückt die Nister, ein ökologisch besonders wertvolles Projektgebiet im Westerwald, in den Fokus.

Umsetzung einer Renaturierungsmaßnahme im Rahmen des Projektes „INTASAQUA“ an der Nister. (Foto: Kreisverwaltung)

Altenkirchen. Es soll modellhaft erprobt werden, wie die Artenvielfalt der Wasserlebewesen kleiner bis mittelgroßer Fließgewässer erhalten bzw. verbessert werden kann, um daraus belastbare Handlungsempfehlungen für andere Fließgewässer ableiten zu können.

Partner arbeiten Hand in Hand
Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Oktober 2019 bis September 2022. Das Gesamtvolumen von rund 1,2 Millionen Euro wird durch verschiedene Kooperationspartner zur Verfügung gestellt: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert das Projekt mit einem Anteil von 66 Prozent mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). 24 Prozent der Kosten trägt das Land Rheinland-Pfalz (MUEEF). Den restlichen Anteil von 10 Prozent teilen sich der Landkreis Altenkirchen, der Westerwaldkreis, die Verbandsgemeinden Altenkirchen-Flammersfeld, Betzdorf-Gebhardshain, Hachenburg, Hamm und Wissen. Die Federführung der Projektdurchführung liegt bei der Altenkirchener Kreisverwaltung.

Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen zum Wohle einer großen Artenvielfalt
Neben einer kurzfristigen Stabilisierung der besonders wertvollen Arten wie Flussperlmuschel, Barbe und Nase durch Zuchtmaßnahmen zielt das Projekt „INTASAQUA“ auf eine langfristige Verbesserung der Lebensraumbedingungen zur Erhaltung der hohen Artenvielfalt. Zu diesem Zweck werden verschiedene Gewässerstrecken in einen naturnahen Zustand versetzt sowie initiale Maßnahmen ergriffen, um die eigendynamische Entwicklung des Fließgewässers zu fördern. Im Jahr 2020 wurden Renaturierungsmaßnahmen an verschiedenen Gewässerstrecken der Nister bei Helmeroth mit einem finanziellen Volumen von etwa 150.000 Euro umgesetzt. Beispielsweise wird Kies auf verschiedenen Höhenniveaus in die Gewässersohle eingebracht, wohingegen andere Bereiche der Gewässersohle punktuell vertieft werden, so dass unterschiedliche Strömungsbedingungen entstehen. Auch der Einbau von Wasserbausteinen und Totholz trägt zur Erhöhung der Strukturvielfalt bei, welche vor allem für unterschiedliche Altersklassen von Jungfischen und Jungmuscheln wichtig sind. Um auch in Trockenphasen eine dauerhafte Durchströmung zu gewährleisten und damit das Überleben von Gewässerorganismen zu sichern, erfolgt die Vertiefung bereits vorhandener Nebenwasserläufe. Zudem werden Hochstauden und Gehölze angepflanzt. Denn neben einer Vielzahl weiterer Faktoren sind auch die Beschattungseffekte durch Gehölze für einen guten Gewässerzustand sehr wichtig, um der massiven Zunahme von Wasserhahnenfuß und fädigen Algen entgegenzuwirken. Langfristig wird die Erweiterung der bereits vorhandenen standorttypischen Bachauwaldstruktur angestrebt.



Erfolgreiche Nachzucht der stark gefährdeten Bachmuschel mit überwältigendem Ergebnis
Durch eine über das Jahr andauernde und sehr engagierte Arbeit von Roman Hugo (Büro ecolo gis) und Manfred Fetthauer (Arge Nister e.V.) konnte mit rund 13.000 Jungmuscheln ein unerwartet hohes und überwältigendes Ergebnis in der Bachmuschelzucht erzielt werden. Die ehemals in Europa weit verbreiteten Flussmuscheln sind heute fast überall verschwunden. In der Nister existieren nur noch Restvorkommen der vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel und der stark gefährdeten Bachmuschel. Durch die gezielte Nachzucht der Bachmuschel soll langfristig ein großer und genetisch vielfältiger Bestand zur Wiederbesiedlung der Nister aufgebaut werden. Diese können erheblich zum „Selbstreinigungseffekt“ des Fließgewässers beitragen. Ausgewachsene Exemplare filtern etwa 40 Liter Wasser je Stunde. Muschelvorkommen auf einer Länge von rund 10 Flusskilometern können in etwa die Filterwirkung eines kleinen Klärwerkes für etwa 130.000 Einwohner erzielen.

Öffentlichkeitsarbeit
Neben Veranstaltungen mit Akteuren vor Ort und Behördenvertretern sowie klassischer Pressearbeit wurden in diesem außergewöhnlichen Jahr weitere Wege gesucht, interessierte Bürgerinnen und Bürger über Inhalte und Fortschritte des Projektes zu informieren. Dies ist unter anderem auch durch verschiedene Beiträge im Rahmen der SWR-Wetterreportage und des SWR-Hörfunkes sowie der Projektvorstellung auf der Website des Landkreis Altenkirchen gelungen.

Wissenschaftliche Begleituntersuchung
Sowohl die Renaturierungsmaßnahmen als auch die Muschelzucht werden im Rahmen der wissenschaftlichen Begleituntersuchung von der Universität Koblenz-Landau und der Technischen Universität München begleitet. Der Erfolg der Renaturierungsmaßnahmen wird durch eine Vorher-Nachher-Untersuchung überprüft. Um bei der Muschelzucht einen möglichst großen Genpool zu erhalten, kann die Auswahl der Muschel-Elterntiere mit Hilfe genetischer Analysen unterstützt werden. (PM)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Montabaur: Kleinflugzeug abgestürzt - Pilot stirbt, Kind schwer verletzt

VIDEO | AKTUALISIERT Im Bereich des Segelflugplatzes bei Montabaur ist am Samstag, den 12. Juni gegen 15:50 Uhr ein Kleinflugzeug abgestürzt. Dies teilte die Polizei in einer Presseerstmeldung mit.


Region, Artikel vom 13.06.2021

Die Ludolfs: Hurra, sie leben noch!

Die Ludolfs: Hurra, sie leben noch!

Man hat lange nichts mehr von den Ludolfs gehört, obwohl sie zu den bekanntesten Söhnen des Westerwalds gehörten. Anfang des neuen Jahrtausends wurden sie durch Zufall vom SWR-Fernsehen auf ihrem Schrottplatz in Dernbach bei Dierdorf entdeckt.


Motorradfahrer wird bei Unfall auf A 3 schwer verletzt

VIDEO | Am Freitagabend, den 11. Juni kam es gegen 21.29 Uhr auf der Autobahn A3 in Fahrtrichtung Frankfurt am Main in Höhe des Autobahndreiecks Dernbach zu einem Motorradunfall, bei dem sich der Fahrer schwere Verletzungen zuzog. Sanitätssoldaten leisteten Erste Hilfe. Längere Vollsperrung der Richtungsfahrbahn.


Corona im Westerwaldkreis: Nur sieben Neuinfektionen am Wochenende

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am Sonntag, den 13. Juni 7.406 (+7) bestätigte Corona-Fälle am Samstag und Sonntag. Der Westerwaldkreis verzeichnet aktuell laut Gesundheitsamt 125 aktiv Infizierte.


Region, Artikel vom 12.06.2021

Randalierer beschädigten Pool

Randalierer beschädigten Pool

In der Bad Emser Straße in Welschneudorf badeten wahrscheinlich Jugendliche in der vergangenen Nacht (zum 12. Juni 2021) in einem privaten Pool. Dabei wurde der Rand des Beckens stark beschädigt, außerdem ließen die Wasserfreunde Unrat zurück. Die Polizei Montabaur bittet um Zeugenhinweise.




Aktuelle Artikel aus der Region


Corona im Westerwaldkreis: Nur sieben Neuinfektionen am Wochenende

Montabaur. Der relevante Inzidenzwert RKI des Kreises liegt bei
Sonntag, 13. Juni 30,2
Samstag, 12. Juni 35,7
Freitag, ...

Die Ludolfs: Hurra, sie leben noch!

Linden. Von da an ging im Sinne des Wortes die Post ab, Fernsehauftritte auf allen Kanälen, jeder zerrte am Hemdenzipfel ...

Kirchenpräsident predigt beim Schulgottesdienst

Bad Marienberg. Die Predigt hält der höchste Vertreter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau: Kirchenpräsident Dr. ...

Betrunkener LKW-Fahrer fährt Schlangenlinien auf A3

Urbach. Durch die Polizeibeamten der Autobahnpolizei wurde umgehend nach dem LKW gefahndet, dieser konnte schließlich im ...

Montabaur: Kleinflugzeug abgestürzt - Pilot stirbt, Kind schwer verletzt

Montabaur. Nahe Montabaur beim Segelflugplatz ist am Samstagnachmittag ein mit zwei Personen besetztes Kleinflugzeug abgestürzt. ...

Raderlebnis Westerwald startet mit der 1. Tour

Region. Bei der ersten Auflage haben die Radler schon viele positive Erfahrungen gemacht: Die erfahrenen und ortskundigen ...

Weitere Artikel


Verlängerung Lockdown: Beschlüsse für Rheinland-Pfalz

Region. In Bezug auf die gestern beschlossenen Maßnahmen, über die wir bereits berichtet haben, ist die Ministerpräsidentin ...

Corona beschleunigt die Digitalisierung der Schulen

Hachenburg. „Die Digitalisierung unserer Schulen ist ein wichtiger Schritt, für eine zeitgemäße Bildung. Daher hat der Bund ...

Kinderfreundliches Hachenburg macht Fortschritte

Hachenburg. Stadtbürgermeister Stefan Leukel hebt hervor, dass neben den städtischen Einrichtungen „Kinderhaus“ und „Lieblingsplatz“ ...

Corona im Westerwaldkreis: Inzidenzwert sinkt weiter

Montabaur. Am heutigen Tag erreichte das Gesundheitsamt die Information, dass ein 48-jähriger Mann aus der VG Höhr-Grenzhausen ...

Nele Gutheil liebt den Zoo Neuwied

Heimbach-Weis. Nele bewegte die Nachrichten von der drohenden Schließung des Zoos und so kreierte sie kurzerhand eine Spendenaktion. ...

Neuer US-Präsident soll sich positiv auf Handelsbeziehung auswirken

Koblenz. „Für die international sehr aktive Wirtschaft in Rheinland-Pfalz gehören die USA zu den wichtigsten Handelspartnern, ...

Werbung