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Nachricht vom 15.01.2021    

Jede Schulstunde als Videokonferenz – Fernunterricht kann gelingen

Verwaiste Flure, gespenstische Stille in den Klassenräumen, leere Lehrerzimmer – beim Gang durch viele Schulen könnte man im Moment meinen, dass die Weihnachtsferien immer noch andauern würden. Die Schulen sind nach wie vor geschlossen – Fernunterricht steht auf der Tagesordnung für Schüler- und Lehrerschaft.

Symbolfoto

Bad Marienberg. Dass dieser sehr unterschiedlich ausgeprägt ist und die gemachten Erfahrungen ungleicher nicht sein könnten, zeigt ein Blick in die Berichte und Meldungen der vergangenen Tage.

Das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg setzt im Schulbetrieb – auch unabhängig von Corona – schon viele Jahre auf die Unterstützung der Lösungen von „Office 365“. Bereits im Frühjahr konnten so in der Phase der ersten Schulschließung gute Erfahrungen gemacht werden. Im aktuellen Schuljahr bestand für die Schule daher keine Notwendigkeit, auf die vom Land bereit gestellten Lösungen wie Moodle oder BigBlueButton umzustellen – frei nach dem Motto „Never change a running system“. Das System aus dem Frühjahr wurde freilich weiterentwickelt und optimiert: Seit dem Sommer sind Lehrer- und Schülerschaft ausführlich geschult worden, sodass auch mehr als die reinen „Basisfunktionen“ beherrscht werden.

Davon profitieren alle Mitglieder der Schulgemeinschaft jetzt in der Phase der zweiten Schulschließung: Der gesamte Fachunterricht findet gemäß des regulären Stundenplans 1:1 als Videokonferenz über „Teams“ statt. Hier werden fleißig Bildschirme geteilt, Diskussionen geführt, Tafelanschriebe über ein digitales Whiteboard erstellt und Gruppenarbeiten über Breakout-Rooms organisiert. Materialien werden im Vorfeld digital auf der Plattform bereitgestellt, über den Unterricht hinausgehende Aufgaben in Teams verteilt, bearbeitet, wieder eingesammelt und mit Feedback versehen.

Schon im Dezember wurden rund 65 iPads an Schülerinnen und Schüler verteilt, die keine adäquaten Geräte zu Hause haben. „Wir erreichen mit dem Fernunterricht faktisch 100 Prozent der Schülerinnen und Schüler“, so Schulleiter Dirk Weigand. „Die Rückmeldungen der Klassenleitungen und der Eltern bei den ersten digitalen Elternabenden dieses Jahres waren sehr positiv“, so Weigand weiter.

Aber damit nicht genug: Das Evangelische Gymnasium Bad Marienberg ist verpflichtende Ganztagsschule. Individuelle Förderung nimmt im AG-Bereich eine besondere Rolle ein. „Wir wollen auch im Fernunterricht jeden einzelnen Schüler im Blick halten und ihn individuell unterstützen“, gibt GTS-Koordinator Timo Meier zu Protokoll. So gibt es in allen Hauptfächern differenziert nach Jahrgangsstufen spezielle Trainings im Stundenplan. Auch diese finden in der aktuellen Situation online als Videokonferenz statt. Die Schüler bearbeiten von den Lehrkräften individuell vorbereitete Materialien und können sich im Videochat dann austauschen, gegenseitig helfen und Unterstützung von der Lehrkraft erhalten. Ganztagsschule bedeutet aber auch ein hohes Maß an sozialem Lernen und pädagogischem Feingefühl. Einmal in der Woche findet sich daher jede Klasse für 90 Minuten mit dem Klassenleitungsteam online zusammen. Hier können nicht nur Schwierigkeiten mit dem Fernunterricht besprochen und meist geklärt werden, sondern es ist auch Zeit für das soziale Miteinander in der Klassengemeinschaft.

Unterricht zu Hause ist aber kein Selbstläufer. Die erhöhte „Bildschirmzeit“, aber auch die Selbstmotivation ist im Fernunterricht sicher eine andere als im regulären Schulbetrieb. Dies kann zu Hause natürlich auch immer wieder zu Ärger und Frust führen. Die Schulsozialarbeit ist darauf eingestellt und bietet ihre Hilfe an. Über die Homepage der Schule können Eltern und Schüler jederzeit Kontakt herstellen. „Unterricht vor dem Bildschirm und eigenverantwortlich am Schreibtisch ist eine echte Herausforderung“, betont Orientierungsstufenleiterin Silvia Gruner-Menk. Abhilfe können hier bewusste Pausen vom Bildschirm und Schreibtisch schaffen – der Stundenplan nimmt darauf Rücksicht. Ergänzend gibt es auch Angebote der Fachschaft Sport, die über kleine Videos die Schülerinnen und Schüler zur Bewegung motivieren.

„Wir hoffen alle, dass, sobald es die Situation wieder zulässt, wir unsere Schülerinnen und Schüler wieder persönlich in der Schule treffen können“, so Alexander Lühr, stellvertretender Schulleiter. „Bis dahin bleiben wir alle an unseren heimischen Schreibtischen und unterstützen die jungen Menschen so gut es geht“. (PM)


Mehr zum Thema:    Coronavirus   
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