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Nachricht vom 08.01.2021    

Vögel füttern und beobachten

Von Helmi Tischler-Venter

Heute, am 8. Januar 290221 startet die NABU-Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“, bei der alle Naturbegeisterten dazu aufgerufen sind, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und anschließend zu melden.

Blaumeise am Futterknödel. Fotos: Wolfgang Tischler

Wissen. Ziel der Aktion ist es, detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in den Städten und Dörfern zu ermöglichen. Wir berichteten.

Da zurzeit Schnee liegt, ist es sehr einfach, die Vögel an den Futterstellen zu zählen. SGD Nord weist darauf hin, dass man beim Bemühen, den Vögeln in den kalten Monaten durch Fütterung zu helfen, dabei auch Fehler machen kann. Als Obere Naturschutzbehörde gibt die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord praktische Tipps, wie man Vögel richtig füttert.

Der Futterplatz:
Dieser sollte sorgfältig gewählt werden und vor Nässe geschützt sein. Katzen und andere Fressfeinde sollten diesen nach Möglichkeit nicht erreichen können. Wichtig ist es auch, das Futterhaus und die Bodenfläche darunter regelmäßige zu säubern – wenn möglich, mehrmals pro Woche, immer dann, wenn das Futter Anzeichen des Verderbens zeigt oder verunreinigt ist. Denn über verdorbenes Futter, Schimmel und Kot können – insbesondere bei feuchterer und milderer Witterung – Krankheiten verbreitet werden. Daher sollte man das Futter am besten grundsätzlich in kleinen Mengen ausstreuen.

Das Futter:
Als Nahrung geeignet ist ein Mischfutter aus Sonnenblumenkernen, Haferflocken und Rosinen, das man auch im Fachhandel kaufen kann. Futterglocken kann man selbst herstellen, woran Kinder oft viel Spaß haben. Grundlage dafür sind Rindertalg und Margarine. In einem Topf erhitzt, kann man das flüssige Fett mit Sonnenblumenkernen, Haferflocken und Weizenkleie anreichern, bis ein fester Brei entsteht. Diese feste Masse lässt man etwas abkühlen und kann sie dann in einen Blumentopf oder eine halbe Kokosnussschale umfüllen. Wichtig: Um den Vögeln eine Anflugmöglichkeit zu bieten, sollte ein Stöckchen eingearbeitet werden. Fettfutter auf der Basis ungeeigneter Fette wie Palmöl sollte man vermeiden.

Die beste Hilfe:
Naturschutzverbände und SGD Nord sind sich einig, dass die beste Hilfe für die richtige Ernährung der Vögel ein ökologisch gestalteter Garten ist, denn Vögel benötigen in erster Linie eiweißreiche Insekten – vor allem, um ihre Jungen gesund versorgen und aufziehen zu können. Deshalb hilft es ihnen am meisten, wenn die verbliebenen und ökologisch intakten Lebensräume erhalten bleiben. Dazu kann jeder Einzelne beitragen – mit vielfältigen Blumenwiesen im naturnahen Garten und dem Verzicht von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Weitere Infos unter: www.sgdnord.rlp.de.

Inhaltsgleiche Tipps haben wir bereits im November veröffentlicht.



Die SGD Nord empfiehlt, bei milder Witterung auf die Winterfütterung zu verzichten, weil die fettreiche Nahrung im Sommer dafür sorgen kann, dass die Tiere übergewichtig werden. Der NABU hält es dagegen durchaus für sinnvoll, dass Menschen auch im Frühjahr und Sommer der Vogelwelt in den Gärten durch eine Fütterung aushelfen. Da die Jungvögel, welche in dieser Zeit großgezogen werden, natürlicherweise von ihren Eltern mit tierischer Nahrung in Form von Insekten versorgt werden, sollte man das Futterangebot entsprechend anpassen. So sind von April bis Juli möglichst fettarme, kleine Sämereien heimischer Wildkräuter sowie frisches oder tiefgefrorenes Insektenfutter (zum Beispiel Mehlwürmer) eine gute Wahl. Werden in der warmen Jahreszeit Gefäße mit Trink- oder Badewasser bereitgestellt, so ist es wichtig, diese regelmäßig zu reinigen. Sollten dennoch kranke oder tote Vögel auftreten, empfiehlt es sich, die Fütterung und das Wasserangebot bis zum nächsten Winter einzustellen. Siehe Artikel vom 18. Dezember.

Bei der „Stunde der Wintervögel“ nahmen in Rheinland-Pfalz im letzten Jahr über 8.000 Vogelfreund/innen teil – bundesweit waren es sogar über 143.000. Der NABU hofft auch dieses Jahr auf eine rege Teilnahme, zumal die Aktion in der momentanen Zeit auch eine schöne Ablenkung bieten kann und alle von zu Hause aus daran teilnehmen können. „Gerade unter den coronabedingten Einschränkungen haben viele Menschen die Natur vor der eigenen Haustür wiederentdeckt und schätzen gelernt. Auch für Kinder bietet die Aktion eine spannende und lehrreiche Abwechslung: Gemeinsam mit der Familie Vögel zählen und die gefiederten Nachbarn kennenlernen.“ Je mehr Menschen an der Zählung teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

Man muss kein Ornithologe sein, um teilzunehmen. Hilfe bei der Bestimmung der häufigsten Arten am Futterhäuschen findet sich aber auch auf www.stundederwintervoegel.de oder mit der NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt). Gezählt werden eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe dieser Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können anschließend unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ kann gemeldet werden. htv


Hier finden Sie weitere Beiträge zum Thema Naturschutz.


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