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Nachricht vom 21.12.2020    

Ausbildung 2021 – wie sieht die Zukunft des Corona-Jahrgangs aus?

Derzeit laufen die Bewerbungen für die freien Stellen 2021 und die Schülerinnen und Schüler bewerben sich, doch die sonst stattfindenden Berufsinformationsmessen sowie Praktika können nicht stattfinden.

Jenny Groß. Foto: privat

Montabaur. Grund genug, dass die Abgeordnete und Pädagogin Jenny Groß, der die Bildung seit jeher am Herzen liegt, den Blick auf die Ausbildungschancen der Schulabgänger zu werfen. In einer Videokonferenz mit vielen Teilnehmern aus unterschiedlichen Bereichen von Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Lehrern, Eltern, Ausbildern, jungen Menschen und der Agentur für Arbeit beleuchtete sie die Ausbildungschancen des kommenden Jahres.

Es war eine fundierte Runde, die sich zu dem digitalen Stell-Dich-ein zusammengefunden hatte. Neben der Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, Elisabeth Schubert, dem Geschäftsführer der IHK Montabaur, Richard Hover, Roland Weimer vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und weiteren Teilnehmern, die sich gerne intensiv über die Ausbildung 2021 austauschten.

Während des digitalen Treffens waren sich alle Teilnehmer einig, dass die Ausbildung 2020 zum großen Teil vor Ausbruch der Pandemie abgewickelt werden konnte und somit nicht wesentlich beeinträchtigt war.

Aktuell, so Roland Weimer (Agentur für Arbeit), werden noch immer Ausbildungsverträge mit Ausbildungsbeginn 2020, also ein gutes Vierteljahr später als der übliche Ausbildungsbeginn, geschlossen. „Der Rückgang bei den Ausbildungsstellen war im Westerwald zum Ende des Ausbildungsjahres im Vergleich sehr moderat", konnte Weimer berichten.

Schubert und Hover wissen, dass die Arbeitgeber sich künftig mehr auf digitale Ausbildungssuche einstellen müssen. Die konventionellen Angebote, wie Ausbildungsmessen, sind bereits ausgefallen, was vor allem die Vertreter von handwerklichen wie technischen Berufen bedauern. „Bisweilen haben wir noch Auszubildende gefunden, weil das Interesse der Schulabgänger mit praktischen Beispielen geweckt werden konnte. Das fehlt nun,“ so Martin Meyer (Ausbilder eines mittelständischen Unternehmens). Das Problem verschärfe sich, weil in vielen Unternehmen keine Praktika stattfinden können. Hier betonen Richard Hover und Elisabeth Schubert zurecht, dass die digitalen Angebote, Einblicke in Firmen und Berufsbilder zu erhalten, so groß ist wie nie und die jungen Menschen dort abgeholt werden können, wo sie sich gerne aufhalten, das sind die digitalen Räume. „Somit ist deutlich mehr der eigene Antrieb zu wecken und dazu bedarf es Unterstützung auf allen Ebenen,“ so die beiden Vertreter von IHK und HWK.



Schwieriger scheint die Situation an den Schulen direkt zu sein. Roland Weimer (Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit) steht in ständigem Austausch mit den Berufsberatern, die die Schüler derzeit kaum in Präsenz auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten können. Die digitalen Einzelgespräche bieten zwar eine Alternative, sind aber kein gleichwertiger Ersatz.

Dem stimmt die Ganztagsschulkoordinatorin an einer Realschule plus, Rebecca Netsch, vollumfänglich aus ihrem Schulalltag zu. Im Vergleich zu diesem Jahr sind für 2021 bislang weniger Ausbildungsstellen gemeldet. Das liege daran, so Weimer, dass einige Arbeitgeber zunächst die aktuellen Entwicklungen abwarten oder in besonders betroffenen Branchen, viel schlimmer, sich um die Zukunft des Unternehmens sorgen.

Schubert und Hover zogen nach einer gut 90-Minuten-Konferenz trotz aller Herausforderungen ein positives Fazit: Sie wollen die digitalen Möglichkeiten weiter ausschöpfen und auch die Arbeitgeber entsprechend mit Angeboten versorgen. Nichtsdestotrotz sehen sie aber gerade die jungen Menschen mehr in der Verantwortung und in der Pflicht, sich um eine Ausbildung zu bemühen.

Jenny Groß (MdL) bedankte sich für den regen Austausch. „Mehr denn je müssen alle an der Zukunft der jungen Menschen Beteiligten darauf schauen, dass diese in Berufe kommen. Natürlich müssen neue Wege gefunden werden, da die Pandemie das Bekannte derzeit nicht möglich macht. Es braucht ein Mehr an Selbstständigkeit bei den jungen Menschen und den Mut, auch mal zu scheitern und neue berufliche Wege zu gehen, wichtig ist nur: Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen, wir haben dafür herausragende Betriebe im Westerwald!“, sagte die Abgeordnete am Ende der digitalen Runde. (PM)



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