Werbung

Nachricht vom 16.12.2020    

Trotz Corona: Kinderschutzbund zieht positive Bilanz der „Mobilen Sorgenbüros“

Mehr als 600 Kinder haben den Rat eines „Mobilen Sorgenbüros“ gesucht –trotz der Corona-Zwangspause. Der Kinderschutzbund Kreisverband Westerwald / Ortsverband Höhr-Grenzhausen zieht eine positive Bilanz des Schuljahres 2019/2020 und appelliert an die Verantwortlichen, Schulen und Kitas auch in diesen schwierigen Zeiten möglichst offen zu halten.

Logo

Höhr-Grenzhausen. Die Sozialpädagogischen Fachkräfte in den 15 Grundschulen und zwei Realschulen plus werden sich noch lange an den Tag erinnern, als die Schulen nach dem Lockdown wieder geöffnet wurden. Die Kinder und Jugendlichen waren so froh, endlich wieder in „ihren“ Schulen zu sein – ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass hier ein wertvoller Sozialraum bevölkert wird, und dass es hier etwas gibt, was beim „Homeschooling“ so sehr vermisst wurde: Freunde und Kontakte.

Die Freude war auch bei den Fachkräften des Kinderschutzbundes groß. Während der Schulschließungen wurde das Angebot zwar digitalisiert, auf Internet, E-Mail und Telefon verlegt. Aber die Arbeit der „Mobilen Sorgenbüros“ und der Schulsozialarbeit braucht die persönliche Begegnung in geschützten Räumen. Im Lockdown gab es stattdessen: Mitarbeit in der Notbetreuung, Telefonkonferenzen mit sensibilisierten und besorgten Lehrer/innen, Kontakte zum Jugendamt – aber die Kinder waren fern. Dann endlich die Rückkehr, die sich aber nicht nach Normalität anfühlte: Hygienekonzepte und deren Überarbeitung, alles auf Abstand, das Lehrerzimmer als Kommunikationszentrum fiel weg, versetzte Pausen, Masken – es herrschte eine trübe Stimmung – auch bei den Kindern.

Und das, obwohl alle froh waren, wieder da zu sein. Es gab jede Mange Nachholbedarf. Die „Sorgenbüros“ haben ihre Räume an die Hygiene-Vorschriften angepasst, das Angebot aufgestockt, wo es möglich und nötig war, viele, viele Gespräche geführt, vor allem mit den älteren Kindern, die die Sorgenbüros schon kannten; bei den Jüngeren musste Vertrauen neu aufgebaut werden. Worum ging es? Die Freunde haben gefehlt und sogar die Lehrer/innen, die Geburtstagsfeiern und die Ausflüge. Die Angst der Eltern und Großeltern vor dem Virus übertrug sich auf die Kinder – manche hatten Albträume. Was auch am erhöhten Konsum von Filmen, Spielen und Internet gelegen haben kann. Auch wenn es nicht leicht war, wegen der Ansteckungsgefahr auf therapeutisches Material und Spiele zu verzichten und völlig kontaktfrei zu arbeiten: Es herrschte Erleichterung. Aus dem Lockdown daheim, in Familien, die oft unter der Vielfachbelastung von Home-Office, Geldsorgen, Homeschooling und Virus-Angst gelitten haben, waren sie wieder zurück in ihrer Schule. Und im „Sorgenbüro“. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes an den weiterführenden Schulen stellt nach unsren Erfahrungen für die Kinder in der Regel keine große Belastung dar.



Die Schuljahres-Statistik hat durch den Lockdown und beim Neustart natürlich Vergleichbarkeit mit den Vorjahren verloren. Das Thema Krankheit/Behinderung ist beispielsweise nach den Corona-Wochen so oft angesprochen worden, dass trotz der Schulschließung fast die Zahl der Vorjahres-Nennungen erreicht wurden. Die fast schon traumatische Sorge vor dem Virus und davor, dass jemand aus der Familie krank wird, hat die Kinder belastet – und wird sie weiter belasten. Damit müssen wir uns noch eine Weile auseinandersetzen, sagen die „Sozialpädagogischen Fachkräfte“.

Die Daten aus den Monaten vor der Pandemie haben die bisherigen Erfahrungen verstetigt: Konflikte mit Familienmitgliedern werden weiterhin als Ursache Nummer 1 von Kindersorgen genannt, gefolgt von Schwierigkeiten, die aus problematischer Trennung und Scheidung resultieren – wie der Streit um Umgangskontakte. Nach wie vor gibt es fast keine Probleme mit Lehrer/innen. In den Wochen der Corona-Krise hat neben dem Thema Krankheit auch die Rubrik Tod / Trauer an Bedeutung gewonnen.

Trotz der Phase der Schließungen lag die Zahl der Kinder, die ein „Sorgenbüro“ besuchten, bei mehr als 600 und ist im Schuljahresvergleich kaum gesunken. Das gilt auch für die Summe der Gespräche mit Kindern (2295) und der Gespräche mit Lehrer/innen (1006), Eltern/Verwandten (209), dem Jugendamt und Beratungsstellen (zusammen 229).

„Ich bin viel allein und vermisse meine Freunde – wie gut, dass ich mit meinen Sorgen zu Dir kommen kann“ – dies und ähnliches hörten die Mitarbeiterinnen ganz häufig. Dank der Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz, der Kostenbeteiligung der Schulträger sowie eines Zuschusses des Westerwaldkreises kann dieses so wichtige Hilfeangebot umgesetzt werden.

Infos: Deutscher Kinderschutzbund e.V. Kreisverband Westerwald / Ortsverband Höhr-Grenzhausen, Hermann-Geisen-Straße 44, 56203 Höhr-Grenzhausen, Telefon: 02624-4488, info@kinderschutzbund-westerwald.de, www.kinderschutzbund-westerwald.de. (PM)


Mehr zum Thema:    Coronavirus   
Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Höhr-Grenzhausen auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Region, Artikel vom 13.04.2021

Westerwaldkreis wurde Modellregion für Luca-App

Westerwaldkreis wurde Modellregion für Luca-App

Ab sofort gilt der Westerwaldkreis als Modellregion für die neue Luca-App. Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am Dienstag, den 13. April 5.822 (+11) bestätigte Corona-Fälle. Der Westerwaldkreis verzeichnet aktuell 433 aktiv Infizierte, davon 302 Mutationen.


Corona im Westerwaldkreis: 103 neue Fälle und zwei Todesfälle gemeldet

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am Montag, den 12. April 5.708 (+103 seit Freitag) bestätigte Corona-Fälle. Der Westerwaldkreis verzeichnet aktuell 503 aktiv Infizierte, davon 270 Mutationen.


Eilantrag gegen Ausgangsbeschränkungen bleibt ohne Erfolg

Die durch den Rhein-Hunsrück-Kreis für das Kreisgebiet verfügten Ausgangsbeschränkungen von 21 bis 5 Uhr müssen vorläufig befolgt werden. Das entschied das Verwaltungsgericht Koblenz in einem Eilverfahren, das durch den Landrat des Kreises als Privatperson anhängig gemacht worden war. Bei Anträgen aus anderen Landkreisen dürfte ähnlich geurteilt werden.


Staatsanwaltschaft Koblenz: 62-Jähriger soll Mutter mit Hammer erschlagen haben

An Gerüchten ist mal was dran, mal auch nicht: Das seit geraumer Zeit kursierende Gerede, dass ein 62 Jahre alter Mann wegen des Verdachts des Totschlags festgenommen wurde, hat die Staatsanwaltschaft Koblenz auf Anfrage des AK-Kuriers offiziell bestätigt.


Drohungen und Beleidigungen wegen Kinderlärm auf Spielplatz in Bendorf

Am 12. April postete eine Mutter in einer Gruppe des Sozialen Netzwerkes „Facebook“ ein Bild von einem Zettel, auf dem sich jemand beleidigend über den Lärm spielender Kinder auf einem Parkplatz beschwerte und Drohungen aussprach.




Aktuelle Artikel aus der Vereine


Anschluss für Kinder der Goethe-Schule

Höhr-Grenzhausen. Aus dem gemeinsamen Spendentopf wurden Tablet-Computer bezahlt, und Sponsor Telefonica packte sowohl einen ...

MGV CÄCILIA Horbach bittet um viele Stimmen

Horbach. „Wir belohnen mit dem Sila Award Chöre, die in Zeiten der Pandemie kreative Wege gefunden und weiterführende Ideen ...

Sympathieträger Kiebitz ist stark gefährdet

Region. Der Kiebitz (Vanellus vanellus) ist ein Zugvogel, der gerade jetzt aus dem Süden zurückkehrt. Kiebitze sind standorttreue ...

Schwangerenkonfliktberatung durch donum vitae wird oft nachgefragt

Montabaur. Donum Vitae (Geschenk des Lebens) ist ein eigenständiger bürgerlich-rechtlicher Verein zur Förderung des Schutzes ...

Schwarz- und Rothalstaucher balzen wieder am Dreifelder Weiher

Holler. Seit einigen Tagen sind die seltenen Schwarz- und Rothalstaucher aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und balzen ...

Verein Backes und Partner sorgen für mehr Schulsozialarbeit an Grundschule Selters

Selters. Während Schulsozialarbeit in Rheinland-Pfalz an weiterführenden Schulen, wie etwa der IGS Selters, gesetzlich geregelt ...

Weitere Artikel


Passgenau für jeden Kronenkorken – der neue Keiler-Flaschenöffner

Hachenburg. Da beide Unternehmen schon länger befreundet sind, war die Entscheidung schnell getroffen, etwas zusammen auf ...

LSV Westerwald Taunus und REWE Region West stärken Landwirtschaft

Hürth/Region. Die REWE Group mit den Vertriebslinien REWE und PENNY in Deutschland hatte nahezu gleichzeitig bereits die ...

Kommunaler Finanzausgleich in Rheinland-Pfalz muss neu geregelt werden

Region. Der Landesgesetzgeber hat bis spätestens zum 1. Januar 2023 eine Neuregelung zu schaffen, die den aufgabenbezogenen ...

Angehörige müssen sich an Regeln halten

Wirges. Problematisch sei allerdings, dass es eine nicht unerhebliche Minderheit unter den Angehörigen der Bewohner gebe, ...

Katholische Frauengemeinschaft Hillscheid spendet für Dernbacher Krankenhaus

Dernbach. Trotz der Corona-Einschränkungen haben die Damen der Frauengemeinschaft es sich nicht nehmen lassen, mit großem ...

Miss Rheinland-Pfalz 2021: Das ist die schönste Frau des Landes

Bundesweit gingen in diesem Jahr über 15.000 Bewerbungen für den Titel Miss Germany ein. Nachdem zehn Kandidatinnen pro Bundesland ...

Werbung