Werbung

Nachricht vom 28.11.2020    

Erfolgsstory "JUWEL" leistet wichtigen Beitrag gegen Jugendarbeitslosigkeit

Es gibt viele Projekte für die Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Arbeitswelt. Eines davon ist das 2007 gegründete Projekt JUWEL und wird seitdem mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Der Projektname steht für „Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Weg zur Integration in den Landkreisen Rhein-Lahn und Westerwald“, wie der Geschäftsführer der Trägergesellschaft GFBI GmbH, Bernd Sorger, berichtet.

Bereichsleitung Susan Hempel, Landtagsabgeordnete Jenny Groß, Geschäftsführer GFBI Bernd Sorger, Standortleitung Katharina Kremer und Geschäftsführer GFBI Maximilian Sorger, beim Besuch von JUWEL in Montabaur. Foto: privat

Montabaur. Gestartet sei man in den 2000ern mit der Idee, den Teilnehmern alles „aus einer Hand“ und „unter einem Dach“ anzubieten, was er für seine persönliche und berufliche Qualifikation benötigt. Diesem Anspruch wird man heute an den Standorten Bad Ems, Diez und Montabaur zusammen mit den finanzierenden Jobcentern Rhein-Lahn, Westerwald und der Agentur für Arbeit Montabaur gerecht und versteht sich mit ganzheitlichem Ansatz. Jenny Groß MdL besuchte jüngst mit großem Interesse das Bildungsprojekt und möchte sich über die vielfältigen Möglichkeiten für junge Menschen in der Region informieren, da sie selbst im Landtag im Bereich Weiterbildung und Bildung in den jeweiligen Ausschüssen als Mitglied aktiv ist.

„Unsere Teilnehmer profitieren von einem guten Netzwerk und unserem Ansatz, als Berater oder Beratungsvermittler in allen Lebenslagen zur Seite stehen zu können“, so Bereichsleitung Susan Hempel. Die Juristin betont zudem, dass das interdisziplinäre Team aus Arbeitsvermittlern, Pädagogen, Sozialarbeiten, Fachanleitern, Beratern, Trainern und Fahrern mit viel persönlichem und sozialem Engagement tätig sei. „Dies merken auch die Teilnehmer und dadurch entsteht eine hohe Identifikation mit dem Projekt!“, ergänzt stolz Katharina Kremer, Leitung des Standortes Montabaur. „Wir helfen jungen Leuten auf die Schiene zu kommen“, betont Maximilian Sorger, weiterer Geschäftsführer der Trägergesellschaft GFBI. Berufsberatung wird hier am Standort Montabaur auch praktisch vermittelt. Denn neben der klassischen Berufsberatung im Gespräch, hat die Projekteinrichtung eine Werkstatt, eine Küche sowie eine EDV-Ausstattung. Neben handwerklichen oder hauswirtschaftlichen Grundlagen sind so auch Bewerbungsaktivitäten zu vermitteln.

Die Teilnehmerzahlen und die Erfolgsquoten sprechen für sich: Seit 2007 nahmen insgesamt 8.025 junge Menschen an dem Projekt teil. In 2020 gab es 427 Teilnehmeraustritte, davon haben bereits heute 299 Menschen eine berufliche Perspektive entwickelt und sind in Arbeit oder Ausbildung, weiterführende Qualifikation und an weiterführende Schulen gekommen. „Eine Erfolgsquote von über 70 Prozent spricht für die Maßnahme und kann sich auch in der Branche sehen lassen“, findet Geschäftsführer Bernd Sorger.

Doch hinter diesen Zahlen stecken Menschen mit einer eigenen Geschichte. So wird der Landtagsabgeordneten Jenny Groß von einer Teilnehmerin berichtet, die im Januar dieses Jahres in das Projekt einstieg. Ihre attestierte Lernschwäche mit erheblichem Förderbedarf in Mathematik und Deutsch hatte sie bisher von einer Ausbildungsaufnahme abgehalten. Darüber hinaus wirkte sie beruflich eher desorientiert und kannte ihre Talente selbst kaum. Im JUWEL erhielt sie Stützunterricht, durchlief die Eignungsanalyse und entwickelte realistische Berufsziele. Sie konnte sich signifikant verbessern und Motivation für Praktika aufbauen. Durch Entlastungsgespräche bei der psychologischen Beratung konnte sie ihre Resignation überwinden und ist heute erfolgreich in eine assistierte Ausbildung im hauswirtschaftlichen Bereich integriert. Sie fühlt sich sehr wohl im Berufsfeld und wird weiterhin durch JUWEL nachbetreut.

Die Westerwälder Landtagsabgeordnete zeigte sich angetan von den Berichten rund um das etablierte Projekt. „Es ist vielseitig sowie effizient und kann tolle Erfolge vorweisen. Ziel muss es sein, dass die jungen Menschen in Ausbildung oder Arbeit kommen. Es muss im Interesse unserer Gesellschaft sein, die Jugendarbeitslosigkeit auf einem niedrigen Niveau zu halten“, so Jenny Groß.

Doch bei aller Begeisterung stellt sie unmissverständlich klar, dass seitens der Landespolitik hier noch zu wenig getan wird in Punkto Integration von beeinträchtigten Jugendlichen. Insbesondere käme hier ein verstetigter Einsatz in Förderschulen und Berufsreifeklassen in Betracht, damit dort bereits vor dem Abschluss qualifizierte Mitarbeiter von JUWEL weiterhelfen können. Schlussendlich formuliert die studierte Pädagogin für das Projekt die Forderung, dass die Finanzierung auch in Zukunft gesichert sein muss. „Der Schlüssel ist dabei, nicht einige wenige als Gescheitert hinzunehmen, sondern in jedem jungen Menschen eine Chance für unsere Gesellschaft zu sehen!“ (PM)


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Region, Artikel vom 15.01.2021

Am Sonntag kommt Schnee zu uns

Am Sonntag kommt Schnee zu uns

Mit einer nordöstlichen Strömung fließt unter leicht zunehmendem Hochdruckeinfluss kalte Luft in den Westerwald. Am Sonntag ist mit Schneefällen zu rechnen.


Corona im Westerwaldkreis: Neuinfektionen weiter rückläufig

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am heutigen 15. Januar insgesamt 3659 (+25) bestätigte Corona-Fälle. Der Westerwaldkreis verzeichnet heute 207 aktiv Infizierte. Der aktuelle Inzidenzwert liegt bei 89,2.


Verbandsgemeindehaus: Hochbau beginnt – Kran wird aufgestellt

Mit Jahresbeginn ist das Bauprojekt Verbandsgemeindehaus in Montabaur sichtbar in eine neue Phase eingetreten: Der Hochbau hat begonnen.


Region, Artikel vom 16.01.2021

Werden gedämmte Häuser zu dicht?

Werden gedämmte Häuser zu dicht?

INFORMATION | Die Gebäudehülle sollte immer möglichst luftdicht sein - unabhängig davon ob und wie dick ein Haus gedämmt ist. Fugen findet man vor allem an Stellen, an denen Bauteile ohne Abdichtung aneinander stoßen. Durch diese Fugen strömt unkontrolliert Luft und nimmt dabei Energie und Feuchtigkeit mit.


Vereine, Artikel vom 16.01.2021

Ein Tipp von einem Senior für Senioren

Ein Tipp von einem Senior für Senioren

Das schöne Bild, dass hier zu sehen ist, hat August Hannappel (Langenhahn) mit seiner Enkelin geschaffen. Dem Senior liegt der Verein "Wäller Helfen" am Herzen.




Aktuelle Artikel aus der Politik


SGD Nord überwacht Arbeitsschutz auf Straßenbaustellen

Koblenz. Diese arbeiten hier oft unter Zeitdruck und – wegen des vorbeifließenden Verkehrs – unter nicht ganz ungefährlichen ...

Wettbewerb „startup innovativ“ beginnt

Mainz/Region. Bewerben können sich Startups mit innovativen Gründungsideen, die für ihr Geschäftsmodell verstärkt digitale ...

Verbandsgemeindehaus: Hochbau beginnt – Kran wird aufgestellt

Montabaur. Hoch gebaut wird zunächst der Kran, der am Dienstag, dem 19. Januar, auf der Baustraße Gerberhof (auf Höhe Haus ...

Kaum Veränderung in Einwohnerstatistik der VG Bad Marienberg

Bad Marienberg. In der Verbandsgemeinde Bad Marienberg sind in der aktuellen Statistik zum 31. Dezember 2020 mit Hauptwohnung ...

Expertengespräch: Passgenaue und wohnortnahe medizinische Versorgung

Montabaur. Diese auch in der Zukunft zu erhalten und ländliche Regionen nicht abzuhängen ist das Gebot der Stunde. „Nicht ...

Krempel: Kreisverwaltung leistet Herausragendes

Montabaur. Nachdem es leider im Rahmen der Haushaltssitzung hierzu keine Gelegenheit gegeben habe, sei es umso mehr geboten, ...

Weitere Artikel


Umweltschutz beginnt zu Hause

Ransbach-Baumbach. „Auf unseren Kläranlagen stellen wir täglich fest, dass allerlei biologisch nicht abbaubare Stoffe über ...

Altstädter Christkindl fliegt trotz Corona

Hachenburg. Natürlich war die Enttäuschung groß, als der alljährliche Christkindl-Markt auch in Altstadt wegen der Pandemie ...

Amtswechsel der Pröpstinnen in Nord-Nassau wird live übertragen

Herborn/Westerburg. Wegen der Corona-Pandemie wird die Feier in der Herborner Stadtkirche komplett ohne Gäste stattfinden ...

Westerwälder diskutieren über Zukunft des Waldes

Westerburg/Region. Einige Kirchengemeinden im Westerwald besitzen Waldgebiete und können an der Zukunft „ihres“ Waldes aktiv ...

Wichteln als Zeichen des Miteinanders

Bad Marienberg. „Viele ältere Menschen haben keine Freunde oder Angehörigen mehr und leben daher sehr einsam in ihren Wohnungen ...

Team Akutschmerzdienst erfolgreich rezertifiziert

Limburg. Demgegenüber gibt es am St. Vincenz-Krankenhaus Limburg seit über 15 Jahren ein strukturiertes, interdisziplinär ...

Werbung