Werbung

Nachricht vom 27.11.2020    

CDU will Kooperation mit „Digitaler Modellregion Gesundheit Dreiländereck“

Die CDU-Kreistagsfraktion diskutierte unter Federführung ihrer stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Jenny Groß aus dem Westerwaldkreis / Rheinland-Pfalz im Forschungskolleg (FoKoS) der Universität Siegen über Lösungsansätze zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung.

Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Westerwälder CDU-Kreistagsfraktion, Jenny Groß, will gesundheitliche Versorgung im Westerwaldkreis durch Integration in die „Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ unterstützen. Fotos: Nick Brombach

Montabaur. „Uns gehen die Hausärzte aus. Über siebzig Prozent gehen in wenigen Jahren in den Ruhestand“, sorgt sich die Abgeordnete, die in ihrer Heimatregion gesunde Menschen und gesunde Familien möchte. Noch gäbe es ausreichend Haus- und Fachärzte, sodass man bedacht über Lösungsansätze nachdenken könne und alle Bürgerinnen und Bürger von „Null bis Hundert“ mit auf die Reise nehmen kann. „Das ist mir ein persönliches Anliegen, jeder soll sich zu dem Thema äußern können, denn wir sprechen hier über sehr zukunftsorientierte Ansätze im Bereich der Telemedizin.“

Der Geschäftsführer des Forschungskollegs, Dr. Olaf Gaus, stellte als Diskussionsgrundlage das Konzept der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck (DMGD)“ vor, welches sich im Schwerpunkt mit dem Aufbau einer interprofessionellen und intersektoralen Datenmedizin beschäftigt. An dem Modellvorhaben sind rund zehn Kommunen aus dem Dreiländereck Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und niedergelassene Hausarztpraxen aus den jeweiligen Bezirken sowie Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik beteiligt, welche in eigenen Projekten Teilbereiche des Gesamtkonzeptes untersuchen. Zusammengefasst bildet die Vitaldatenaufnahme bei Patienten die Grundlage des Modells. Blutdruck, EKG, Gewicht und weitere Gesundheitsparameter sollen sicher erfasst und in einer digitalen Patientenakte gespeichert und verwaltet werden. Bei der Datenauswertung unterstützt der Einsatz künstlicher Intelligenz und entlastet somit die Mediziner. Dabei bleibt allerdings die Behandlungsentscheidung bei den Ärzten.

Das Projektvorhaben mit dem Arbeitstitel „Digital HealthConnect“ innerhalb der DMGD wird untersuchen, wie ein Telemedizinisches Konsil (patientenbezogene Beratung) funktionieren kann. Über das Konsil, dem niedergelassene Ärzte, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser angehören, sollen überlokale medizinische Videosprechstunden angeboten werden. Währenddessen kann auf die vorhandenen Vitaldaten der Patienten zurückgegriffen werden, welche zuvor in Absprache mit dem Hausarzt von den Patienten erhoben und in deren Patientenkonto eingespeist wurden. Für die Konsilteilnehmer sind diese Daten verfügbar und können eine umgehende Diagnose unterstützen, sodass Arztbesuche reduziert werden können. Ein großer Pluspunkt ist auch, dass durch solche Verfahren die medizinische Versorgung ortsunabhängiger wird, was dem Standort Westerwaldkreis eine gute Prognose der gesundheitlichen Versorgung in den nächsten Jahren verschaffen kann.



Bürgermeister Gerrit Müller von der Verbandsgemeinde Rennerod kann sich eine Studie – gemeinsam mit den Nachbarverbandsgemeinden Bad Marienberg und Westerburg – zu „Digital HealthConnect“ sehr gut vorstellen. „Momentan funktioniert die Versorgung in der Verbandsgemeinde, allerdings ist unser jüngster Hausarzt 58 Jahre alt“, bemerkte er. Müller ist es sehr wichtig, dass auch die drei Pflegeeinrichtungen in der Verbandsgemeinde Rennerod bei der Lösungsfindung berücksichtigt werden, denn diese spielen eine immer bedeutendere Rolle in der Versorgung.

Kreistagsmitglied und Kuratoriumsmitglied des DRK-Krankenhauses Altenkirchen-Hachenburg, Karl-Heinz Boll, ergänzte, dass auch die Einbindung der Krankenhäuser in Zukunft eine wachsende Rolle im Gesundheitssystem spielen werde und empfiehlt, bei der Studie das Hachenburger Krankenhaus zu berücksichtigen, zumal dieses auch einen Standort in Altenkirchen hat, wo bereits die Studie „Digitale Unterstützung von Nichtärztlichen Praxisassistent/innen für Hausbesuche bei Patient/innen im Kreis Altenkirchen“ innerhalb der Modellregion abgeschlossen werden konnte. Davon verspricht man sich Synergieeffekte: „Unsere Nachbarn haben bereits Erfahrungen gesammelt und wir sollten nachhaltig gemeinsame Lösungswege entwickeln“.

Groß, Müller und Boll sprachen sich dafür aus, das vom FoKoS entwickelte Konzept für den Westerwaldkreis näher zu prüfen, um damit die Einbindung in die „Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ zu starten, weil ein intersektoraler und interprofessioneller Ansatz für die digitale Gesundheit zukunftsweisend ist. Das soll nach einhelliger Meinung aller drei Politiker bei der kommenden Kreistagssitzung im Dezember thematisiert werden. (PM)


Mehr dazu:   CDU  
Lokales: Montabaur & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


CDU Westerwald sieht den Wahlerfolg als Auftrag für Veränderungen

Nach ihrem Erfolg bei der Landtagswahl sieht die CDU im Westerwald einen klaren Auftrag zur Umsetzung ...

Historische Holzproben enthüllen Geheimnisse von St. Medard

Neue Erkenntnisse aus dem Kirchturm von St. Medard in Bendorf werfen ein Licht auf die mittelalterliche ...

Ein Notruf der Landräte aus Rheinland-Pfalz: "Wir Landkreise strampeln uns ab!"

In Mainz haben die Landrätinnen und Landräte von Rheinland-Pfalz mit einer symbolischen Fahrradaktion ...

CDU und SPD starten Sondierungsgespräche in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz beginnen heute die ersten Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD, um eine mögliche ...

Katrin Eder übernimmt Fraktionsführung der Grünen in Rheinland-Pfalz

Nach der Wahl gibt es bei den Grünen in Rheinland-Pfalz Veränderungen an der Spitze. Die bisherige Klimaschutzministerin ...

Weitere Artikel


Verkehrsunfallflucht und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Die Polizeiinspektion Westerburg bittet um sachdienliche Zeugenaussagen zu einer Unfallflucht in den ...

Weihnachtsdorf Waldbreitbach – Das Original

Weihnachtsdorf – ein Begriff der Stunde. Der idyllische Ort Waldbreitbach im Wiedtal verwandelt sich ...

Nico Traut ist im Halbfinale von „The Voice of Germany“

Einen spannenden Donnerstagabend verlebten die Fans des Renneroder Sängers Nico Traut bei den Sing offs ...

Corona: Planungsunsicherheit belastet Unternehmen weiterhin

Die beschlossene Verlängerung des zweiten Lockdowns und die damit einhergehenden Verschärfungen stellen ...

Fensterbilder der Stadt Höhr-Grenzhausen und Ortschaften zu Weihnachten für alle

Die Corona-Situation ist sicherlich eine der größten Herausforderungen für viele Menschen als auch für ...

Einfachste Mitfahrer-App der Region ausgezeichnet

Mobilität ist Standortfaktor. Ob Angestellter, Rentner, Schüler, Pendler oder auf Dienstfahrten von Unternehmen: ...

Werbung