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Nachricht vom 26.11.2020    

Steine symbolisieren das Erinnern

Schülerinnen und Schüler der IGS Selters legten am Denkmal zur Reichspogromnacht in Selters Steine zum Gedenken an die Gräueltaten vor 82 Jahren nieder. Die eigentliche Gedenkfeier am 9. November, in der die Klasse Videos mit Dokumenten aus der Zeit hätte zeigen wollen, konnte wegen der Corona-Beschränkungen nicht stattfinden.

Schüler und Schülerinnen der IGS legen Steine zum Gedenken an die Reichspogromnacht nieder. Fotos: media-schneider

Selters. Karsten Knopp unterrichtet die Klasse in Ethik und Gesellschaftslehre. Er hatte die Schülerinnen und Schüler mit der Judenverfolgung, auch der vor der Zeit des Nationalsozialismus, konfrontiert. Eigenständig haben sie dann selbst nach Einzelschicksalen recherchiert und Biografien verfolgter Juden aufgespürt. Zeitzeugenberichte im Unterricht seien für die Schülerinnen und Schüler zum Teil erschreckend und zugleich emotionaler Anknüpfungspunkt gewesen, meinte Knopp. Schülerin Lucy Decker sagte: „Natürlich wussten wir alle vorher, was damals mit den Juden passiert ist. Aber durch die Original-Bilder und Texte konnten wir die Schicksale viel besser nachvollziehen.“

Auch Stadtbürgermeister Rolf Jung schilderte seine Erfahrung, wonach sich Gedenken am besten durch persönliche Berührtheit und durch Beziehungen zu Menschen erschließe. Schülerin Alina Hoffmann verlas einen Text, der die Symbolik des Steineniederlegens im Judentum erklärte. Auch das war Thema des Unterrichts gewesen. Es war der Wunsch der Schüler, Steine als Symbol des Erinnerns und des Schutzes abzulegen.

Rolf Jung freute sich, dass die Gedenkfeier in Selters nicht aufgesetzt wirke, sondern sinngebend verwurzelt sei und in den letzten Jahren authentisch von den Schülerinnen und Schülern gestaltet werde. Weil das Gedenken nicht öffentlich stattfinden konnte, waren einige wenige Gäste stellvertretend eingeladen: Der katholische Diakon Dieter Wittemann, die evangelische Pfarrerin Swenja Müller, Rita Steindorf, Pfarrer im Ruhestand Michael Schweitzer, der von Verfolgung in der eigenen Familie berichtete und Ilse Bracher, die sich seit Jahren um das Wirken der Schüler bei der Gedenkfeier bemüht. Dr. Simonis von der jüdischen Kultusgemeinde aus Koblenz hatte wegen einer Autopanne kurzfristig abgesagt. (PM)


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