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Nachricht vom 24.11.2020    

Jenny Groß: Hausarzt-Situation im Westerwaldkreis ist alarmierend

Immer weniger Mediziner sind bereit, sich als Vertragsarzt, vor allem in ländlichen Gebieten, niederzulassen. Dazu kommt, dass niedergelassene Ärzte im hausärztlichen Bereich Schwierigkeiten haben, einen Nachfolger zu finden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Budgetierung, zunehmende Bürokratisierung und die Infrastruktur auf dem Land gehören dazu.

Jenny Groß. Foto: privat

Montabaur. Das führt zu einem Mangel an Ärztinnen und Ärzten in ländlichen Regionen. Wie die Situation im Westerwaldkreis genau aussieht, hat die Landtagsabgeordnete Jenny Groß (CDU) in einer kleinen Anfrage beleuchtet.

Eindeutige Aussagen zu ihrer Recherche liefert ihr die Kassenärztliche Vereinigung: 79 Prozent der Hausärzteschaft im Kreis sind 50 Jahre und älter. Nur fünf Prozent sind 39 Jahre und jünger, 15 Prozent sind zwischen 40 und 49 Jahre. Bei der Betrachtung der Altersstruktur ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten fünf Jahren im Westerwaldkreis 17 Hausärzt/innen aus der vertragsärztlichen Versorgung ausgeschieden sind und elf hausärztliche Praxen geschlossen wurden. Demgegenüber wurden im gleichen Zeitraum sieben hausärztliche und zwei Zweigpraxen eröffnet.

„Diese Zahlen sollte man auch im Kontext mit dem Versorgungsgrad – also mit einem Instrument, mit dem der Bedarf an niedergelassenen Ärzten zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung in einer Region gedeckt werden soll – sehen,“ erklärt Jenny Groß. „Mich erreichten in den letzten Wochen viele Anrufe und Mails von Bürgermeistern, deren örtliche Hausärzte aus unterschiedlichen Gründen umgehend schließen müssen. Die Not bei uns auf dem Land wird stets größer und es muss uns allen ein Anliegen sein, dass wir auf dem Land weiterhin medizinisch gut versorgt sind,“ so Jenny Groß MdL, die jüngst gemeinsam mit Verbands- und Stadtbürgermeister Michael Merz (Ransbach-Baumbach) einen digitalen Aufruf für einen gesuchten Allgemeinmediziner in Nauort startete.

Zukunft gestalten
Die Analyse der Ist-Daten sei die eine Seite der Medaille meint Jenny Groß. „Wesentlich ist, dass wir aus den Erfahrungen für die Zukunft lernen. Die Entwicklung in den kommenden Jahren ist nicht nur davon abhängig, wie viele Hausärzte, sondern auch davon, wie viele durch Niederlassungen, Praxisübernahmen oder Anstellungen neu hinzukommen.“ Dies hänge zu einem erheblichen Anteil von der Attraktivität der einzelnen Standorte ab. „Der Blick auf die Hausarzt-Situation ist ein Bestandteil meiner parlamentarischen Arbeit. Gemäß Antwort auf meine kleine Anfrage zum Thema Ärztemangel geht das Ministerium von einem „Altersbedingten Nachbesetzungsbedarf bis zum Jahr 2024 von 64 Prozent aus (Zitat)“. Das heißt konkret, dass 64 Prozent der Ärzte das Rentenalter bis 2024 erreichen, die Landesregierung geht aber davon aus, dass viele Ärzte auch über das übliche Renteneintrittsalter und damit deutlich länger vertragsärztlich tätig sind.

Wichtig sei es, dass genügend humanmedizinische Studienplätze bereit stehen und auf anderen Ebenen darüber diskutiert wird, ob der herrschende Numerus Clausus tatsächlich bei 1,0 liegen muss wie in den meisten Bundesländern, so die abschließenden Äußerungen der CDU Landtagsabgeordneten Jenny Groß. „Ich setze mich auch weiterhin für eine angemessene medizinische Versorgung in meiner Heimat ein, denn diese ist maßgeblich für unsere Infrastruktur auf dem Land nötig.“ (PM)


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