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Nachricht vom 20.11.2020    

Jenny Groß fordert fakultativen Wechselunterricht

Zahlreiche Mails und Anrufe an die Landtagsabgeordnete Jenny Groß sowie die neuerlichen Artikel und Veröffentlichungen in den Medien machen es deutlich: In den Schulen fehlt es nicht nur an Personal und Planungskapazität, sondern auch an klaren Handlungsanweisungen aus Mainz. Nicht das erste Mal in diesem Jahr, resümiert Jenny Groß, die als Lehrerin genau weiß, von was sie spricht.

Jenny Groß. Foto: privat

Montabaur. „Viele Sorgen sich um die Fürsorgepflicht für das Personal und die Schüler, es herrscht Unverständnis und die Frage, wie es in den nächsten Wintermonaten weitergehen soll an den Schulen,“ sagt Jenny Groß. Viele Kinder sitzen mit Decke und Winterjacke im Unterricht, die vor einem Monat angekündigte Förderung von mobilen Lüftungsgeräten für Räume in Schulen, deren Fenster nicht ertüchtigt werden können oder gar nicht vorhanden sind, sind bis heute nicht mit den notwendigen Kriterien und Richtlinien für die Schulträger angekommen. „In einer Antwort auf eine kleine Anfrage wurde die Aussage getroffen, dass das Fördervolumen für die Beschaffung der Geräte bei 6 Million liege und dass das Verfahren für die Abrufung der Mittel von Seiten der Träger rasch erfolge. Im Sinne unserer Schulen und Kinder erwarte ich, dass dies unverzüglich geschieht,“ fordert Jenny Groß MdL. Bereits im Sommer hätte ein Handeln diesbezüglich erfolgen müssen. Wie es nun weitergehe an den Schulen, wenn die Zahlen steigen, sei ebenso eine der drängendsten Frage derzeit.

Nach den dringenden Empfehlungen des RKI vom 12. Oktober, wird bei einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von mehr als 50 neben einem Mund-Nasen- Schutz im Klassenzimmer auch eine Verkleinerung von Klassen durch Teilung oder Wechselunterricht empfohlen.
Nach den Leitlinien des Schulministeriums vom 30. Juni ist vorgesehen, dass bei einem weiteren Anstieg des Infektionsgeschehens Szenario 2 in Kraft treten soll. Neben weiteren Schutzmaßnahmen lautet die entsprechende Vorgabe konkret: „Damit wird ein Wechsel zwischen Präsenzunterricht und häuslichen Lernphasen erforderlich.“

„Obwohl mit Stand 17. November 2020 von 1590 Schulen schon 231 von einer Teilschließung betroffen sind, handelt Ministerin Hubig nicht und die Nerven bei Schülern, Lehrerkollegien und Eltern liegen blank,“ so Jenny Groß MdL, die in diesen Tagen mehr denn je zu Bildungsfragen Mails aus der Bevölkerung erhält. „Daher sprechen wir uns von der CDU-Landtagsfraktion für eine fakultativen Wechselunterricht aus ab der siebten Klasse. „Bei der Bekämpfung einer Pandemie ist langes Abwarten die schlechteste Lösung. Wir müssen deshalb jetzt handeln. Denn es ist eine Illusion zu glauben, dass steigende Infektionen dauerhaft vor den Schulen Halt machen. Wenn also breite Übereinstimmung darüber besteht, dass Präsenzunterricht die beste aller Lösungen für unsere Kinder ist, müssen wir alles daransetzen, ihn Corona-angepasst möglichst lange zu gewährleisten. Erreicht werden kann dies allerdings nicht mit dem alleinigen Verweis von Frau Hubig auf regelmäßiges Lüften. Das trägt nicht durch die nächsten Monate. Was ist, wenn es kräftig schneit oder regnet und die Kinder sitzen am offenen Fenster? Vielmehr muss Ministerin Hubig endlich erklären, ab wann für sie das Szenario 2, also das Wechselmodell, greifen soll,“ erklärt Jenny Groß MdL.

Um komplette Schulschließungen zu vermeiden, braucht es intelligente Konzepte von Wechselunterricht. Daher fordert die CDU-Landtagsfraktion die Aufhebung des generellen Verbots von Wechsel- und Hybridmodellen durch die ADD. „Ich vertraue mit meiner Fraktion auf die pädagogische Expertise und Organisationsmöglichkeit der Schulen vor Ort, wenn diese in Anbetracht der lokalen Infektionslage Hybrid- und Wechselmodelle umsetzen möchten und empfehlen dies ab der siebten Klassenstufe. Die Landesregierung muss Kriterien festlegen, nach denen eine Verweigerung von Wechselunterricht durch die ADD nur mit triftigen Gründen möglich ist.“

Die Schulen sollten dabei die Freiheit haben, selbst lageangepasst den Wechselrhythmus festzulegen. Die verkleinerten Gruppen hätten zudem den Vorteil, dass ein viel effektiveres Lernen für die Schüler in der Präsenzphase möglich ist. „Unsere Schulen sind stets gut im Bewältigen von komplexen Aufgaben klargekommen, doch es ist in der Pandemie die Aufgabe eines Ministeriums, die Kollegien nicht ausbluten zu lassen. An manchen Schulen sind viele Lehrerinnen und Lehrer in Quarantäne, wie soll dann ein teils überschaubares Kollegium den vollen Unterricht in den Klassen leisten, natürlich zu all den weiteren Aufgaben, die zu bewältigen sind? Wo sind die personellen Ressourcen, die seit Jahren so dringend benötigt werden? Fehlen in Rheinland-Pfalz gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer?“ Gerade in diesem Jahr wurde die fehlerhafte und unzureichende Bildungspolitik im Land deutlich, die vor allem zu Lasten der Zukunft der Kinder geht. „Klare und umsetzbare Lösungen sind gefordert - jetzt!“, fordert die Landtagsabgeordnete Jenny Groß abschließend. (PM)


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