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Nachricht vom 18.10.2020    

Interaktive Herbstwanderung auf dem Dürrholzer Naturerlebnispfad

Von Helmi Tischler-Venter

Ein Besuch des Naturerlebnispfads Dürrholz lohnt immer, denn auf dem gepflegten Pfad kann man mit allen Sinnen genießen, aber gerade während der Herbstlaubfärbung zeigt er sich optisch besonders schön. Die vielen unterhaltsamen und lehrreichen Aktionsangebote sind besonders für Familien mit Kindern in dieser Zeit, die kaum Events zulässt, attraktiv und zudem kostenlos.

Start des Naturerlebnispfads. Fotos: Helmi Tischler-Venter

Dürrholz. Der Pfad bietet Durchblicke durch laubenartige Blättertunnel, Einblicke in Naturelemente und Ausblicke auf die Dörfer Daufenbach, Werlenbach und Muscheid, die gemeinsam die Ortsgemeinde Dürrholz bilden. Die „grünen Männer“ der Arbeitsgruppe Naturschutz Dürrholz, die sich ehrenamtlich fortlaufend engagieren, lassen sich immer wieder Neues einfallen. Sie pflanzen neue Bäumchen und stutzen im Sinne der Wegesicherung bruchgefährdete Bäume. Und sie haben eine ganze Menge Ruhebänke aufgestellt, für begleitende Großeltern sogar eine „Arthrosebank“. Mülleimer sind immer in erreichbarer Nähe für den Müll nach einem ausgiebigen Picknick und die Hinterlassenschaft der begleitenden Hunde.

Wenn, wie am Sonntagnachmittag, nur wenige Besucher in dem Wäldchen sind, können auch Erwachsene ungeniert auf einem schwingenden Stamm balancieren, weit springen wie ein Reh oder hüpfen bis zur Waldmaus, mittels eines Baumstamms telefonieren, trommeln und Ringe werfen. Die Aktivitäten machen mit und ohne Kinderbegleitung Spaß.

Lehrreich sind die informativ beschilderten, insgesamt 54 Stationen allemal. Wer denkt, dass er alle Baumarten kennt, wird sich doch wundern, in welcher Vielfalt sie in dem überschaubaren Areal vorhanden sind. Wussten Sie noch, dass die Sandbirke der Baum des Jahres 2000 ist und in welchem Jahr die im Westerwald so wichtige Rotbuche als Baum des Jahres gepflanzt wurde? Alle Bäume der Jahre 1989 bis 2013 können Sie aufspüren und auf dem keltischen Baumhoroskop die Baumart finden, die bezogen auf das Geburtsdatum, ihr persönlicher Lebensbaum ist.

Wie schnell wächst ein Mammutbaum? Der exotische Gigant demonstriert sein Tempo anschaulich. Wie alt kann eine Eiche werden? Die Dicke Eiche auf dem Lieweck, die seit circa 1600 auf ihrem Platz steht, hat in den über 400 Jahren vieles erlebt und sieht daher etwas gerupft aus. Auf dem Flurstück Lieweck befinden sich auch Mauerreste, die Ruine der Alten Dürrholzer Schule.




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Eine neue „Waldschule“ haben die grünen Männer an anderer Stelle installiert. Anschauungstafeln, Vitrinen und Attrappen veranschaulichen die Waldbewohner, die vor den Menschen fliehen oder unsichtbar Holz und Boden bewohnen. Riech- und Fühlstationen aktivieren alle Sinne und auch noch im Herbst kann man Vogelgezwitscher hören, obwohl die „Ostfriesen-Wohnungen“ sicherlich inzwischen leer stehen.

Man sollte immer den Wegebelag beachten: Mal rollt der Untergrund durch Eicheln oder Bucheckern, die ihn decken, mal federt Holzhackschnitzelbelag oder Moos weich unter den Schuhen, dann wieder knirscht Schotter oder raschelt Laub. Wer aufmerksam die Details der Umgebung betrachtet, entdeckt die versteckten Kunstwerke, die von kleinen und großen Besuchern sowie der Natur selbst gestaltet wurden, ergänzt durch prächtige rot leuchtende Fliegenpilze und schwammartige Holzpilze. Dass Fliegenpilze für Menschen giftig sind, ist bekannt, für Insekten und Schnecken sind sie dennoch genießbar. Es gibt auch besonders aggressive Pilze wie das „Falsche Weiße Stängelbecherchen“, das seit einigen Jahren für das Eschensterben verantwortlich ist.

Ein Raummeter Holz steht am Wegesrand ebenso wie eine Laubpyramide und ein Waldameisenhaufen. Ein Hochsitz darf bestiegen werden als Teil des Themenfelds „Wald und Jagd“. Von oben hat man einen guten Blick auf jagdbares Wild (Attrappen), Werlenbach und die Streuobstbäume direkt nebenan.

Die etwas längere gelbe Strecke bezieht Ackerbau und Grünlandbewirtschaftung ein, den Lebensraum Feuchtwiesen und Bach sowie einen Bienenstand.

Parkplätze findet man am Dorfgemeinschaftshaus in Daufenbach, wo die Rundwege an der Schutzhütte „Eulennest“ starten und enden. Weitere Informationen unter www.duerrholz.eu und www.puderbacher-land.de. htv


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