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Nachricht vom 23.09.2020    

Betreiber-Genossenschaft für den digitalen Marktplatz Westerwald gegründet

Am 18. September fand in den Räumen der Verbandsgemeindeverwaltung Bad Marienberg die Gründungsversammlung für die Wäller Markt Genossenschaft statt. In der ersten Hauptversammlung wurde unter Sitzungsleitung von Andreas Giehl, Vorstandssprecher des Marktplatz Westerwald e.V., die Gründung der Betreibergesellschaft für den digitalen Marktplatz Westerwald beschlossen.

Betreiber-Genossenschaft Wäller Markt, Gründungsmitglieder (von links): Benjamin Becker, Andreas Giehl (Vorstand), Samy Luckenbach (Aufsichtsratsvorsitzender), Britta Bay, Axel Dierdorf, Volker Hammer, Steffen Osterkamp, Christoph Burghaus. Es fehlen Frank Sander und Volker Wüst. Foto: Marktplatz Westerwald

Bad Marienberg. „Die neue gegründete Genossenschaft wird die operative Umsetzung des Online-Kaufhauses, über das alle Westerwälder Einzelhändler und regionalen Erzeuger ihre Produkte anbieten können, übernehmen. Mit diesem Schritt ist nach intensiver Vorarbeit der Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung des Projekts gelegt. Zusätzlich ist damit die erforderliche juristische Voraussetzung für die Gewinnung von Genossenschaftsmitgliedern und die Beantragung von öffentlichen Zuschüssen geschaffen“, so Andreas Giehl.

Im Rahmen der Gründungsversammlung wurden Volker Wüst und Andreas Giehl in den Vorstand berufen. In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Samy Luckenbach (Vorsitzender), Britta Bay, Christoph Burghaus, Axel Dierdorf, Steffen Osterkamp und Frank Sander.

Für die Realisierung des Projekts hatten sich im Vorfeld der Gründung bereits über sechzig heimische Unternehmen per Letter of Intent ausgesprochen. Auch erste Zusagen von Westerwälder Unternehmen für eine Kapitalbeteiligung liegen vor. Weitere sollen in den nächsten Wochen folgen. Neben dem Einzelhandel und den regionalen Erzeugern soll der digitale Marktplatz Westerwald auch anderen Gewerbetreibenden, wie Handwerk, produzierendes Gewerbe, Dienstleistungen et cetera als zusätzlicher Online-Vermarktungskanal dienen. Das Vermarktungsgebiet umfasst die drei Landkreise Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis mit über 500.000 Einwohnern.

„In Zeiten von Corona ist die Bereitschaft online einzukaufen, erheblich gestiegen“, betonte der Berater und Mitentwickler des digitalen Marktplatzes, Wendelin Abresch. „Neueste Studien gehen davon aus, dass die Kunden auch nach der Pandemie verstärkt online einkaufen werden. Dies werde für den Einzelhandel zu einer existenziellen Frage“, führt Abresch weiter aus. Mit dem Projekt werden den heimischen Gewerbetreibenden eine einzigartige Chance geboten, noch rechtzeitig auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Der operative Start des Online-Marktplatzes hinge von der Beschaffung der Fördermittel und den Kapitalbeteiligungen ab.

Die Projektziele
Der Digitale Marktplatz Westerwald stellt eine technische und logistische Infrastruktur dar, mit der folgende Ziele verfolgt werden:




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• Nachhaltige Stärkung der regionalen Identität (als weicher Standortfaktor).
• Schaffung eines regionalen Gegenpols zur Marktmacht der großen Online-Anbieter durch die Ermöglichung des regionalen Online-Einkaufs.
o Hierzu ist anzumerken, dass der einzelne regionale und mittelständische Anbieter nur mit großem finanziellen und organisatorischen Aufwand in der Lage ist, einen eigenen Onlinevertrieb aufzubauen und nachhaltig erfolgreich zu führen.
• Hilfestellung bei der Digitalisierung des Vertriebs, insbesondere für mittelständische, inhabergeführte Unternehmen, die überwiegend den regionalen Markt adressieren.
• Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten in der ländlichen Region, insbesondere in Dörfern, die eine eingeschränkte bzw. keine örtliche Versorgungsmöglichkeit haben.
• Schaffung einer digitaltechnischen Infrastruktur, die von zahlreichen regionalen Anbietern als Kommunikations- und Vermarktungsplattform genutzt werden kann.
• Zusätzlich kann die digitale Plattform schrittweise von Kommunen und Behörden mittels Verlinkung zur Distribution von digitalen Dienstleistungen und Bürger-Informationen genutzt werden.
• Schaffung und Betrieb einer eigenständigen, nachhaltigen regionalen Liefer- und Retourenlogistik, die den Anbietern einen regionalen Warenversand ohne gesonderten Personalaufwand ermöglicht, im Sinne des Umweltschutzes einen weitgehenden Verzicht auf Versandverpackungen garantiert und durch eine geschlossene Kühlkette eine taggleiche Lieferung frischer Lebensmittel ermöglicht.
• Ermöglichung von digital gesteuerten Warenabholstationen (z.B. in gering versorgten Dörfern oder Firmen), die mit durch die eigenständige Logistik täglich mit regional erhältlichen Produkten und Waren beliefert werden können.
• Unterstützung der regionalen Personalsuche durch Einbindung von existierenden regional orientierten Jobbörsen. (PM)


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