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Nachricht vom 21.09.2020    

NI fordert: Kein neues Industriegebiet in Selters (Grießing)

Im Rahmen der Zukunftswerkstatt der Stadt Selters können sich nach dem Willen des Stadtrates die Bürger mit ihren Ideen einbringen und sich aktiv an der Stadtplanung beteiligen. Der Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) begrüßt es, wenn Bürger in die zukünftigen Planungen einbezogen werden. Die Teilnehmer suchten Orte auf, bei denen Verbesserungsbedarf gesehen wurde.

Ein Teil der artenreichen Wiesen und der Feuchtgebiete auf dem Grießing, die völlig zerstört würden. Blick von der L 307 nach Nordhofen. Harry Neumann/NI

Selters. Ein Gedanke zog sich laut Bürgermeister Rolf Jung durch alle Gruppen der „Zukunftswerkstatt“ hindurch: „Die Menschen wollen viel mehr Grün und eine intakte Umwelt“, so Bürgermeister Rolf Jung. Stadtplaner Friedrich Hachenberg erklärte auf der letzten Sitzung sogar, „Das Grüne und das Blaue in Selters kann weiter entfaltet werden“.

„Wir freuen uns, dass die Bürger von Selters die Bedeutung von Natur, Wasser und Landschaft für eine lebenswerte Umwelt erkannt haben. Jetzt muss auch der Stadtrat von Selters noch zu dieser Erkenntnis gelangen und die Pläne für ein 100.000 Quadratmeter großes Industriegebiet gegenüber von Nordhofen aufgeben“, erklärte die Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Es ist jedoch völlig unglaubwürdig, wenn sich Selters in einer „Zukunftswerkstatt“ auf den Weg zu mehr Ökologie und Grün macht und auf der anderen Seite 10 Hektar intakte Natur unwiederbringlich durch ein neues Gewerbegebiet zerstört. Dies entspricht einer Größe von 14 Fußballfeldern. Das wäre in Anbetracht des Artensterbens, dem Verlust an Biologischer Vielfalt, dem fortschreitenden Verlust an Lebensräumen, dem Wassermangel und den Herausforderungen beim Klimawandel unverantwortlich. „Alle kleinen „grünen Maßnahmen“ aus der „Zukunftswerkstatt“ in Selters würden dann durch dieses Vorhaben völlig konterkariert und wären nicht mehr als „Greenwashing““, so Nadine Käs und Claudia Luber von der NI-Kreisgruppe Westerwald.

„Wir fordern daher die Mitglieder des Stadtrates auf, die Pläne aufzugeben und bitten Bürgermeister Jung, dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Die ökologischen Herausforderungen können wir nur bewältigen, wenn wir auf Natur und nicht auf Beton bauen“, so Dipl.-Biologe Konstantin Müller, Vorstand der NI.

Das Plangebiet liegt in einem halboffenen Naturraum, der sich aus Grünflächen, Gehölz- und Streuobstbeständen, Feuchtgebietsbereichen und artenreichen Wiesen zusammensetzt. Die im Gebiet vorhandenen Strukturelemente (Gehölze, Obstbäume, Saumstrukturen) stellen für verschiedene Artengruppen (Vögel, Fledermäuse, andere Säugetiere, Amphibien, Reptilien) wertvolle Lebensräume dar. Eine Versiegelung und Bebauung lehnt die NI nachdrücklich ab, weil die Biotope in ihrer Funktionalität nachhaltig beeinträchtigt und zerstört würden. Würden diese Pläne umgesetzt, würde auch das bisher unverbaute Landschaftsbild mit Blick bis zur Montabaurer Höhe völlig zerstört.

Die NI sieht die Stadt Selters auch in der Pflicht, auf die Einwohner von Nordhofen Rücksicht zu nehmen, die neben der Zerstörung des Landschaftsbildes von morgens bis abends von Lärm und abends von weiteren Lichtimmissionen beeinträchtigt würden. Das geplante Industriegebiet würde nämlich nicht die Bürger von Selters, sondern die von Nordhofen beeinträchtigen.

Aus der näheren Umgebung des Plangebietes liegen der NI mehrere wissenschaftliche Nachweise und Beobachtungen der Europäischen Wildkatze vor. Es liegt außerdem im Wildkatzenwegeplan, am nördlichen Rand des Wanderkorridors für Arten des Waldes und Halboffenlandes (LUWG/LfU) sowie östlich des Wildkatzenwegeplanes des Bundesamtes für Naturschutz.

„Da gerade in diesem Gebiet dringend weitere Biotopverbesserungs- und Vernetzungsmaßnahmen erforderlich sind, würde die Realisierung des geplanten Industriegebietes wichtige Biotoptrittsteine zerstören. Da es sich bei der Wildkatze um eine streng geschützte und FFH-Art nach Anhang IV der FFH-Richtlinie handelt, würden wir dies auch nicht klaglos hinnehmen“, so Gabriele Neumann, Wildkatzenexpertin. (PM)


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