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Nachricht vom 20.09.2020    

Ein Verein bringt Bewegung in die Kitas

Wenn es ihn nicht schon gäbe, müsste man ihn glatt neu erfinden: Seit 15 Jahren will der Verein Bewegungskita Rheinland-Pfalz die Kitas im Land in Bewegung bringen. Das tut er, indem er sie bei der Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel „Bewegungskita Rheinland-Pfalz“ begleitet und unterstützt. Bislang wurden in Rheinland-Pfalz 133 Bewegungskitas zertifiziert – und mehr sind willkommen.

Eine gesunde Umwelt beinhaltet anregende Spielräume. Fotos: privat

Region. Die Bedeutung von Bewegung und Spiel für die kindliche Entwicklung, für Gesundheit und Persönlichkeitsentfaltung ist in Fachkreisen unbestritten. Mit ihrem angeborenen Bewegungsdrang und ihrer Neugier wollen Kinder ihre Welt eigenständig erobern. Indem sie sich bewegen, lernen sie ihre Umwelt kennen, sie zu erfassen, zu verändern und sich in ihr auszudrücken. Was aber, wenn für Kinder die Anlässe für Spiel und Bewegung eingeschränkt werden? Dann bleiben ihnen wichtige Entwicklungschancen verwehrt!

Genau das will der Bewegungskita e. V. ändern. Gegründet wurde er gemeinschaftlich von der Deutschen Akademie – Aktionskreis Psychomotorik e. V., der Sportjugend Rheinland-Pfalz, den Turnverbänden in Rheinland-Pfalz, der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung und der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. Gemeinsames Ziel ist die Förderung der ganzheitlichen kindlichen Entwicklung und der Bildung durch Bewegung und Spiel in der Kindertagesstätte.

Um Bewegungskita zu werden, müssen sich die Auswahl der Angebote und Aktivitäten der Kindertageseinrichtung und die Gestaltung der Umgebung nach einer Leitidee richten. Und die heißt: Bewegung und Spiel sollen zum Grundprinzip der Erziehung, Bildung und Persönlichkeitsförderung von Kindern gemacht werden. Auch die Beziehungsgestaltung zwischen Kindern und Pädagogen und die Eltern- und Netzwerkarbeit sind von dieser Leitidee geprägt.

Die Ausstattung der Kita ist demnach bewegungsorientiert – sowohl in der praktischen Umsetzung als auch in der pädagogischen Konzeption. So soll in einer Bewegungskita die Raumgestaltung ebenso wie die Materialausstattung zu mehr Bewegung motivieren. Neben viel Zeit zur freien Einteilung von Bewegung und Spiel regen regelmäßige angeleitete Angebote die Kinder zum Mitmachen an. Wichtiges Kriterium ist auch, dass sich das pädagogische Fachpersonal mit Fortbildungen im Bereich Bewegungsförderung und Psychomotorik qualifiziert.

„Das Netzwerk an anerkannten Bewegungskitas wächst kontinuierlich, und unser Ziel ist vor allem die Stärkung des Netzwerks und die Sicherung der Qualität“, betont die Vorsitzende des Bewegungskita e. V., Janka Heller. „Unser großes Dankeschön gilt allen engagierten Fachkräften vor Ort, die sich für die Umsetzung der Qualitätskriterien und damit für die Kinder einsetzen. Unser Dank gilt auch allen Partnern, Förderern und Mitstreitern, die den Verein und die Kitas in ihrem Vorhaben unterstützen und Kitas zu bewegten Orten des Aufwachsens machen“, erklärt sie weiter.

Jubiläumsjahrestreffen wird digital
Eigentlich sollte der 15. Geburtstag des Bewegungskita e. V. groß gefeiert werden. Aus der geplanten Präsenzveranstaltung für die zertifizierten Bewegungskitas und dem Vereinsvorstand wird coronabedingt aber nichts. Stattdessen haben sich die Organisatoren rund um Jördis Gluch, Sportwissenschaftlerin der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und Vorstandsmitglied des Vereins, eine digitale Alternative einfallen lassen: Alle Beteiligten „treffen“ sich am Dienstag, 29. September, online zum ersten digitalen Jahrestreffen. „Es geht uns darum, unseren Mitgliedern einmal ‚Danke‘ zu sagen und ihnen den Rücken zu stärken“, so Jördis Gluch. Unter der Überschrift „Stark und gesund in Krisenzeiten“ steht deshalb ein kurzer Vortrag zum Thema Resilienz auf dem Programm. Daneben gibt es aktuelle Informationen zum Vereinsgeschehen, einen Rückblick auf 15 Jahre Bewegungskita, eine gemeinsame Bewegungspause und einen Austausch, bevor als besonderes Bonbon eine Vorschau des neuen Imagefilms zur Bewegungskita gezeigt wird. Eine Woche vor dem digitalen Treffen erhalten die Teilnehmer eine Video-Botschaft von Manfred Breitbach, dem Geschäftsführer der Unfallkasse. Per Post kommt darüber hinaus noch ein Luftballon ins Haus, der bei dem Online-Seminar eine gewisse Rolle spielen wird: Gemeinsam soll er zu Beginn der digitalen Veranstaltung aufgepustet werden und auch in der Folge wie ein roter Faden immer mal wieder auftauchen – einerseits als Staffelstab, der von einem zum anderen weitergegeben wird, andererseits als Partysymbol zum 15. Geburtstag des Vereins. (PM)


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