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Nachricht vom 18.09.2020    

Kann sich Hachenburg zusätzliches Vereinsheim leisten?

GASTBEITRAG | In der Stadtratssitzung am Montag, 21. September, 19 Uhr in der Stadthalle, hat der Stadtrat unter anderem darüber zu entscheiden, ob der Antrag des Ortsbeirates Altstadt auf Erwerb des D-Hauses und einer Umgestaltung zu einem Vereinshaus für Altstädter Vereine angenommen oder vertagt wird. Die Beratung dieses Tagesordnungspunktes wird mit Spannung erwartet.

Foto: Reinhard Panthel

Hachenburg. Schließlich geht es um eine Investition von mehr als einer halben Million Euro, plus erheblicher Folgekosten. Die Stadt Hachenburg ist verschuldet und hat eine Fülle von dringenderen Sanierungsvorhaben zu erledigen.

Alle Ratsfraktionen sind bemüht Vertreter aus dem Ortsteil Altstadt in ihren Reihen zu wissen. Somit ist Altstadt im Vergleich zu den übrigen 5.000 Einwohnern der Stadt mehr als gut vertreten. Selbst 50 Jahre nach der „Vernunftehe“ zwischen der Stadt Hachenburg und der benachbarten Gemeinde Altstadt existiert noch immer ein Ortsbeirat. Er hat keine Beschlussfähigkeit, sondern nur eine beratende Funktion. Entscheidungen werden im Stadtrat getroffen. So wird auch die Frage behandelt, in der der Stadtrat darüber entscheiden soll, ob es in Anbetracht der finanziellen Lage der Stadt ratsam und zu verantworten ist, die leerstehende Immobilie D-Haus zu erwerben und nach den Plänen des Ortsbeirates und einer Architektin aus einem Nachbarort in ein Vereinshaus für Altstädter Vereine umzuwandeln?

Vorher gibt es viele offene Fragen zu beantworten:
1. Sind Alternativmodelle beraten worden, oder ist nur das D-Haus im Gespräch?
2. Ist das vorhandene Vereinshaus wirklich so marode, dass sich ein Umbau ohne zusätzlichen Grunderwerb nicht lohnt? (Der vorhandene Schimmel hat doch Ursachen)
3. Der bisher gültige Nutzungsvertrag für den bisher genutzten Stern-Saal läuft zum Jahresende aus. Gibt oder gab es neue Verhandlungen über eine Verlängerung zu neuen Konditionen?



Die Förderung des Vereinslebens in Altstadt ist wichtig und wird mit Sicherheit von allen 22 Ratsmitglieder nach besten Kräften unterstützt. Aufgabe des Rates ist aber auch eine Gleichbehandlung aller in der Stadt aktiven Vereine sicher zu stellen. Die Stadthalle Hachenburg ist ebenfalls in die Jahre gekommen und für eine dringende Sanierung ist derzeit kein Geld da. Ebenso wenig für einen langersehnten Neubau einer Stadthalle, die in der „Kulturhauptstadt des Westerwaldes“ längst überfällig ist.

Hachenburg im Wandel der Zeit und stets um Integration bemüht. Warum gelingt das nicht auch im politischen Spektrum und im Umgang mit dem Ortsbeirat? Ortsbeirat-Vorsteher Nink ist in Personalunion auch einer der Beigeordneten der Stadt Hachenburg und wird dort sein Anliegen auch vertreten müssen.

Eine Liebesheirat war die freiwillige Fusion der Stadt mit Altstadt nie. Aber muss man noch nach 50 Jahren immer wieder zusätzliche Forderungen stellen? Dabei werden in der Antragstellung Vereine genannt, die in der Größenordnung und Zahl kaum vorstellbar erscheinen.
Reinhard Panthel


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