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Nachricht vom 05.09.2020    

Neuer Wirgeser Pfarrer mag es, wenn die Ideen sprudeln

Pfarrer Markus Fehlhaber überrascht: Äußerlich wirkt er wie die Ruhe selbst; spricht bedächtig und langsam. Dass er das „Gewimmel“ liebt, scheint gar nicht zur gelassenen Art des neuen Wirgeser Pfarrers zu passen. Aber Glaube, sagt er, wird erst dann richtig spannend, wenn er an die Grenzen geht. Und wenn es bunt zugeht an Gottes Tisch.

Pfarrer Markus Fehlhaber. Foto: Peter Bongard

Wirges. Ab dem 1. Oktober hat Markus Fehlhaber eine der beiden Wirgeser Pfarrstellen der Evangelischen Martin-Luther-Gemeinde inne. Die zweite ist noch vakant. Im Auftrag des Herrn ist er schon seit den frühen 1990er-Jahren unterwegs: Zunächst war er im Diakonischen Werk Hamburg in der Begegnungsarbeit der Kirchengemeinden mit Flüchtlingen tätig. Das war eine prägende Zeit für den heute 57-Jährigen. Er lernt nicht nur neue Kulturen, sondern auch die unterschiedlichsten Erfahrungs- und Lebenswelten kennen. Sein Dienst als Pfarrer beginnt 1999 bei Offenbach. Er erlebt, wie inspirierend die Arbeit in einem gut funktionierenden Team ist. „Davon zehre ich heute noch“, sagt er.

Ganze 13 Jahre bleibt er in seiner ersten Kirchengemeinde. Danach lässt er sich auf neue Erfahrung ein: Er tritt zunächst die Stelle für Ökumene im Evangelischen Dekanat Nassau an und beginnt 2015 in der Stiftung Scheuern. Dort ist er Seelsorger für die Menschen mit Behinderung und ist immer noch ergriffen, wenn er von dieser Zeit erzählt. „Währenddessen habe ich gelernt, dass man nicht nur mit Wort und Schrift kommunizieren kann. Das geht auch mit Herz, Mimik, Gesten, Blicken. Oder indem man einfach ein Bisschen bei einem Menschen bleibt, statt wegzugehen“, erinnert er sich an die Begegnungen.



Markus Fehlhaber mag solche Erfahrungen, die über das Gewohnte hinausgehen. Und die oft auch außerhalb der Kirchenmauern stattfinden. „Ich will wissen, wo die Menschen hingehen“, sagt er, auch im Hinblick auf seine Zeit in Wirges. „Ich will wissen, wo sie feiern und wo das ganz normale Leben stattfindet. Da sollte Gemeinde vorkommen. Kirche muss hinausgehen.“ Und das gilt nicht nur für die evangelischen Christen, sondern für alle Konfessionen, ist Markus Fehlhaber überzeugt. „Wir kommen nur weiter, wenn uns die Leute nicht als Katholiken, Protestanten oder Freikirchler, sondern als Christen wahrnehmen. Ich freue mich auf ein Gewimmel in jeder Form: im Kirchenraum, in der Kita, aber eben auch auf dem Markt und auf der Straße.“ Außerdem freut er sich auf die Zusammenarbeit mit den Menschen der Evangelischen Martin-Luther-Kirchengemeinde. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam im Team die Ideen sprudeln lassen können“, sagt er. „Denn die Kirchengemeinde soll auch in Zukunft ein einladender Freiraum sein.“ (bon)


Lokales: Wirges & Umgebung
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