Werbung

Nachricht vom 04.09.2020    

BI: Neue Erkenntnisse zum schweren Güterzugunfall in Lahnstein

Von Wolfgang Tischler

Wie bereits berichtet ist am Sonntagabend, 30. August gegen 18:40 Uhr in Höhe des Bahnhofs Niederlahnstein ein Güterzug entgleist. Die Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V. fordert in einer aktuellen Pressemitteilung umgehende Geschwindigkeitsreduzierung auf der Bahnstrecke am Mittelrhein. Gleichzeitig bemängelt sie die Informationspolitik der Bahn.

Archivfoto: Uwe Schumann

Region. Der Güterzug soll sich nach Angaben der Bahn auf der Fahrt von Rotterdam nach Basel befunden haben. Er war insgesamt mit rund 300.000 Liter Dieselkraftstoff beladen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Koblenz. Sechs Waggons waren am Sonntagabend entgleist. Warum ist nach wie vor unklar.

Entgegen erster Meldungen der Bahn und der Bundespolizei bis zum Montagabend, sind dabei 120 000 Liter Bio-Diesel ausgelaufen und ins Erdreich versickert. Tatsächlich waren es aber 150 000 Liter Mineraldiesel, so wurde von der Bundespolizei nachgebessert.

Wie kann es zu einer derartigen Falschmeldung kommen? Muss doch die Ladung eines jeden Güterzuges, insbesondere bei Gefahrguttransporten für Rettungskräfte und den Notfallmanager der Bahn jederzeit abrufbar sein. Solch eine Fehleinschätzung im Zuge des „Ersten Angriffs“ bei großen Schadensereignissen darf nicht passieren, da sich daran die unmittelbar einzuleitenden Rettungs- und Schadenbegrenzungsmaßnahmen ausrichten.

Über das Wochenende, so die Bahn, sollen die Gleise und Weichen am Bahnhof in Niederlahnstein entfernt werden. Im nächsten Schritt werde das mit Diesel verseuchte Erdreich abgetragen. Laut dem Bahnsprecher müssen bis zu 7.000 Kubikmeter Boden ausgetauscht werden. Die Streckensperrung wird voraussichtlich bis 13. September dauern.

Der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Frank Puchtler, sagte am Dienstag, es sei möglich, dass rund um den Bahnhof das Erdreich ausgetauscht werden müsse. Neben dem Boden könnte demnach auch das Grundwasser verunreinigt sein. Die Kreisumweltbehörde führe derzeit regelmäßig Messungen in Niederlahnstein durch, um festzustellen, ob der Diesel in die Kanalisation gelaufen sei, heißt es.

In diesem Zusammenhang muss auch die örtlich zuständige Staatsanwaltschaft prüfen, ob es sich möglicherweise um einen gefährlichen Eingriff in den Schienenverkehr, ein strafbewährtes Umweltdelikt oder weitere strafrechtlich relevante Delikte handeln könnte.

Dieser folgenschwere Unfall, bei dem der Schaden trotz der massiver Gefährdung der Gesundheit der Menschen und dem Ausmaß der Umweltbelastung diesmal wieder überschaubar geblieben ist, zeigt aus Sicht der Bürgerinitiativen und zahlreicher Kommunal- und Kreisparlamente entlang der Nord-Südtransversale, dass die Gefahr einer großen Katastrophe permanent besteht.

Deshalb ist eine Geschwindigkeitsreduzierung für Gefahrguttransporte auf der Strecke am Mittelrhein und im Rheingau auf maximal 50 Stundenkilometer unmittelbar zu veranlassen ist.

Eine akzeptable Lösung kann nur die Alternativstrecke vom Bonn-Troisdorf nach Mainz-Bischofheim sein. Deshalb muss das Bundesverkehrsministerium unverzüglich die Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, damit sofort in die Planung dieser Strecke eingestiegen werden.

Anmerkung des Chefredakteurs:
In der Tat ist die Informationspolitik der Bahn sehr merkwürdig. Auf der Homepage der Bahn ist aktuell (4. September) zu lesen: „Kein Zugverkehr zwischen Koblenz Hbf und Bad Ems (Technische Störung an der Strecke nach Feuerwehreinsatz) bis 06. September 2020, Betriebsschluss. Eine technische Störung an der Strecke im Raum Niederlahnstein behindert den Bahnverkehr.“

Dort sind kein Wort und kein Hinweis zu dem schweren Unglück zu lesen. Der uninformierte Leser muss davon ausgehen, dass die Feuerwehr an der Sperrung schuld ist. Oder wie soll der Besucher der Homepage den Satz der Bahn „Technische Störung an der Strecke nach Feuerwehreinsatz“ auffassen? Liebe Bahn, wie geht Ihr mit den vielen Einsatzkräften der Feuerwehren, die mehrere Tage für Euch im Einsatz waren, um? Mir fehlen da die passenden Worte… Eine ganz dicke Entschuldigung und umgehende Richtigstellung wären das Mindeste.
Wolfgang Tischler


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Autobahnpolizei Montabaur: Samstag-Arbeit auf der A3

Am Samstag hatte die Autobahnpolizei Montabaur auf der A3 in ihrer Gemarkung viel zu tun: Ein Kosovare mit gefälschten Papieren fiel durch überhöhte Geschwindigkeit auf, ein älterer Kölner verursachte durch Sekundenschlaf einen Auffahrunfall und ein junger Kölner wurde wegen Drogenkonsums an der Weiterfahrt gehindert.


Region, Artikel vom 23.10.2020

„Umsonst-Lädchen“ Nistertal überrascht

„Umsonst-Lädchen“ Nistertal überrascht

Von einer guten Idee ist eine Hilfsaktion gestartet, die im Westerwald gut angenommen wird. „Umsonst-Lädchen“ steht auf einem Schild an der Brückenstraße 30 in Nistertal. Für zahlreiche Dauerkunden eine eingeführte und willkommene Hilfseinrichtung, aber noch nicht bekannt genug.


Wirtschaft, Artikel vom 25.10.2020

Bätzing-Lichtenthäler besuchte das Unternehmen RASTAL

Bätzing-Lichtenthäler besuchte das Unternehmen RASTAL

Zum Start der Unternehmensbesuche im Rahmen der Arbeitsmarktinitiative #rechargeRLP waren Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Hans-Joachim Gerloff, Bezirksleiter Mittelrhein der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), zu Gast beim Unternehmen RASTAL in Höhr-Grenzhausen.


Region, Artikel vom 25.10.2020

Nicole nörgelt… über Klopapier-Hamster

Nicole nörgelt… über Klopapier-Hamster

GLOSSE | Sie sind klein und flauschig, haben süße Knopfäuglein und hach, diese süßen Näschen! Als Kind wollte ich immer einen Hamster haben, aber meine Eltern waren der Meinung, ich könnte ja nicht einmal eine Topfpflanze am Leben halten. Hätten die gewusst, dass die niedlichen Tierchen nur so früh sterben, weil sie das falsche Futter kriegen! Oder wie kann man sich das erklären, dass grade schon wieder zweibeinige Hamster die Supermärkte stürmen und Klopapier horten, als ob es ab morgen nichts anderes mehr zu essen gäbe?


Global Office startet Schulprojekt in Namibia mit „FLY & HELP“

Seit 2008 bietet das erfolgreiche Unternehmen „global office“ professionelle Kommunikations-Dienstleistungen an und ist damit ein wichtiger Partner für große und mittelständische Unternehmen. Stetige Expansion und Weiterentwicklung in neue Märkte und Branchen hat „global office“ zu einem erfolgreichen Player der deutschen Wirtschaft gemacht – im Kontext der Corona-Krise keine Selbstverständlichkeit.




Aktuelle Artikel aus der Region


Westerwaldkreis ist Warnstufe rot – Inzidenzwert 61,9

Montabaur. Der deutschlandweite Trend hat ebenso wie Rheinland-Pfalz nun auch den Westerwaldkreis erfasst. Die Infektionszahlen ...

Wegefreigabe: Testfeldsondierung am Stegskopf beginnt

Emmerzhausen. Der „Stegskopf“ ist aufgrund der 100-jährigen militärischen Nutzung der Fläche weitgehend unberührt von intensiver ...

Nicole nörgelt… über Klopapier-Hamster

Region. Also, ich persönlich kenne kein einziges leckeres Rezept für aufgerollten Zellstoff. Paniert? In Olivenöl geröstet? ...

Autobahnpolizei Montabaur: Samstag-Arbeit auf der A3

Heiligenroth. Am frühen Samstagmorgen fiel den Polizeibeamten auf der A3 in Höhe Montabaur ein BMW mit überhöhter Geschwindigkeit ...

Gut sichtbar durch Herbst und Winter

Region. Darauf weist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz anlässlich des Schulbeginns nach den Herbstferien hin. Sehr effektiv ...

Gesellige Marienkäfer, buntes Laub und Zeitumstellung

Dierdorf. Die Glücksbringer überwintern in großen Gruppen, um Schutz vor der Kälte und einen Geschlechtspartner für den Frühling ...

Weitere Artikel


Neubau: Heizen mit Holz

Montabaur. Holz als Rohstoff ist - bei richtiger Verwendung in einer modernen Feuerstätte - ein umweltgerechter Brennstoff, ...

Neuer Wirgeser Pfarrer mag es, wenn die Ideen sprudeln

Wirges. Ab dem 1. Oktober hat Markus Fehlhaber eine der beiden Wirgeser Pfarrstellen der Evangelischen Martin-Luther-Gemeinde ...

Kostenfrei geführte Wanderungen im Kannenbäckerland

Sessenbach. Es gilt natürlich die Registrierungspflicht und auch die gebotenen Abstandsregelegungen während den Wanderungen ...

Mit der Kamera gelungene und weniger gelungene Orte festhalten

Selters. Die Zukunftswerkstatt möchte Orte aufspüren, die vernachlässigt sind, trübselig aussehen und bei denen man sich ...

B 255: PKW überschlägt sich – drei Schwerverletzte

Rothenbach. Am 4. September gegen 12:17 Uhr ereignete sich auf der B 255 ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten. ...

Corona: Sieben neue Fälle seit Mittwoch

Montabaur. Die Kreisverwaltung Montabaur gibt aktuell folgende Zahlen bekannt:
Getestete Personen gesamt 9.492
Positiv ...

Werbung