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Nachricht vom 03.09.2020    

Westerwälder CDU-Landtagsabgeordnete fordern klares Bekenntnis zum heimischen Wald

Dass der Westerwald vom Waldsterben in Rheinland-Pfalz besonders betroffen ist, davon kann sich jeder seit Wochen ein Bild machen. Die CDU-Landtagsabgeordneten Jenny Groß, Jessica Weller, Ellen Demuth, Michael Wäschenbach und der Landtagskandidat Janick Pape nahmen sich des Themas an und trafen sich im Gemeindewald Herschbach/Oww. und Salz mit Günter Müller, Revierleiter in der Verbandsgemeinde Wallmerod und seinem Stellvertreter Dominik Kühner. Die Situation ist im gesamten Westerwald prekär.

Von links: Gruppenbild bei Begehung mit Jenny Groß MdL, Revierleiter Günter Müller, Jessica Weller MdL, Janick Pape, Ellen Demuth MdL, Michael Wäschenbach MdL und dem stellvertretenden Revierleiter Dominik Kühner. Foto: privat

Herschbach/Oww. Bei einem Gesamtvorrat von circa 6.000 Festmetern Fichte sind bisher circa Zweidrittel der Trockenheit mit anschließendem Borkenkäferbefall zum Opfer gefallen. „Wir gehen aktuell davon aus, dass alle mittelalten und alten Fichten absterben werden“, beschreibt Müller die drastische Situation. „Wir haben aktuell den schlechtesten Waldzustand seit 1984 – vor allem durch Trockenheit und Borkenkäferbefall. Unser Wald, wie wir ihn kennen, stirbt - das ist gerade hier im Westerwald durch den hohen Fichtenanteil deutlich sichtbar", so die forstpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Jessica Weller MdL.

Die finanziellen Verluste für die kommunalen Waldbesitzer sind mit 2.400.000 Euro zu beziffern. Dabei sind die Kosten für die Neuaufforstung nicht berücksichtigt. Die Fördermittel für die Neuaufforstung liegen bei 7.500 Euro/Hektar und in Summe bei den knapp 150 Hektar Fläche bei 1.125.000 Euro, so schilderten es Günter Müller und Dominik Kühner für Herschbach/Oww.

Der Westerburger Landtagskandidat Pape schildert aus seiner Sicht als Stadtbürgermeister, dass diese Katastrophe die Kommunen besonders hart trifft: „Gerade kleine Ortsgemeinden haben ihren Haushalt in der Vergangenheit auch durch Einnahmen aus dem Forst gestützt, die nun - gleichzeitig mit den coronabedingten Steuereinbrüchen - weggefallen sind. Gemeinsam mit den Förstern und Forstämtern des Landes muss nun nach individuellen Lösungen gesucht werden, um die Forstwirtschaft für private und öffentliche Waldbesitzer dauerhaft wirtschaftlich zu betreiben und den Naturraum Wald dadurch nachhaltig zu erhalten."

Dabei seien die finanziellen Belastungen nicht abschließend aufgezählt, denn auch die Verkehrssicherungpflicht verursacht weitere Kosten, denn Totholz kann auch zu einer Gefahr für Spaziergänger oder Radfahrer werden, so die beiden Förster. Eine Frage, die alle Verantwortlichen Land auf Land ab immer wieder beschäftigt, ist, in welcher Art und Weise aufgeforstet werden sollte. Wählen wir mit Eiche, Roteiche, Weißtanne, Douglasie oder Wildkirsche die richtigen Baumarten? Wie hoch ist das Risiko in einem trockenen Frühjahr die Neuaufforstungen wieder zu verlieren? Der Blick in die Zukunft ist ungewiss.



Der Betzdorfer Landtagsabgeordnete Michael Wäschenbach fordert dazu, „Forschungsgelder des Landes für die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF), um Versuchsflächen in verschiedenen Regionen des Landes zum Waldumbau anzulegen und zu beobachten.“

Auch wenn die Fichte am deutlichsten den Klimawandel und den damit verbundenen Borkenkäferbefall spürt, sind auch weitere Baumarten betroffen. Die dramatische Entwicklung im Wald muss als gesellschaftliches Problem behandelt werden. „Die Entwicklung in der Gemeinde Hundsangen mit der Bildung einer Arbeitsgruppe aus Gemeinderat und Vereinen, war vorbildlich“, sagt Revierleiter Müller.

Die Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Montabaur, Jenny Groß, meint abschließend: „Für uns ist wichtig, dass wir uns in der Politik mit allen örtlichen Verantwortlichen im Forst austauschen und Lösungen suchen, die so individuell sind wie die Böden oder Baumsorten der Wälder selbst. Es wird keine einzelne Antwort auf die desolate Lage in Rheinland-Pfalz und im Kreis Westerwald geben, sondern viele regionale Möglichkeiten. Jeder von uns setzt sich für den Wald im Westerwald ein!“

Die Landtagsabgeordneten im nördlichen Rheinland-Pfalz (Altenkirchen, Neuwied und Westerwald) fordern, dass die Förderrichtlinien für diverse Bundes- wie Landes- und Europäische-Projekte für die Förster und zuständigen Ämter mit einem deutlich geringeren Aufwand vergeben werden und die Bürokratie abgebaut wird, im Sinne der Wälder. Klar ist allen, der Wald ist für die Region, die Wirtschaft, den Tourismus, den Umwelt- und Naturschutz wie für das Klima notwendig und für den Erhalt müssen sich alle einsetzen. (PM)


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