Werbung

Nachricht vom 31.08.2020    

Bürgerinitiative klagt an: Schwerer Güterzugunfall im Mittelrheintal

Von Wolfgang Tischler

Am Sonntagabend (30. August) gegen 18:40 Uhr ist in Höhe des Bahnhofs Niederlahnstein ein Güterzug entgleist. Fünf Kesselwagen, beladen mit jeweils mit 60 000 Liter Bio-Diesel sind umgestürzt. Eine bislang unbekannte Menge ist ausgelaufen und im Erdreich versickert. Ein Umweltschaden ungeheuren Ausmaßes, so die Bürgerinitiative im Mittelrheintal.

Fotos: Uwe Schumann

Neuwied/Niederlahnstein. Die „Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn e.V.“ (BI) erinnert an den Unfall vom 9. Juni 2013 um 5:21 Uhr zwischen Kaub und Lorch. Ursache: Eingeschränkt funktionierende Entwässerung des Gleiskörpers und folglich eine abschnittsweise verminderte Tragfähigkeit des Gleisunterbaus führte laut Untersuchung zu dem Unfall.

Die BI beklagt: „Die Bahn hat daraus offenbar nichts gelernt. Nach dem Motto „Augen zu und durch“ fuhren und fahren noch heute schwere Gefahrguttransporte auf dieser ungeeigneten Strecke. Die latent vorhandene Gefahr einer Katastrophe mit Personen- Umwelt und erheblichen Sachschäden wird von den Verantwortlichen in eklatanter Weise missachtet und billigend in Kauf genommen. Auf dem unmittelbaren weiteren Verlauf der bereits als mangelhaft erkannt und ungeeigneten Bahntrasse kam es nun zu der folgenschweren Entgleisung der Kesselwagen.“

Die Verantwortlichen der Bahn und der Bundesregierung, insbesondere das EBA, müssen endlich erkennen und zugeben, dass die immer wieder teilweise unterspülte Uralttrasse für Güterwagen mit Achslasten von 22,5 Tonnen nicht geeignet ist, zumal sie auch noch mitten durch enge Ortschaften führt. Außer der Erneuerung des Schotterbetts, der Schienen und dem Austausch der Holzschwellen gegen Betonschwellen unterblieben hier die erforderlichen Verbesserungen.

Halbierung des Bahnlärms und Machbarkeitsstudie „Güterentlastungstunnel Mittelrhein“ gehen voran
MdB Erwin Rüddel (CDU) schreibt ganz aktuell in einer Pressemitteilung: „Eine Auftragsvergabe zur Machbarkeitsstudie zum Güterentlastungstunnel Mittelrhein wird im Herbst dieses Jahres erfolgen. Der Entwurf der Leistungsbeschreibung wurde an die betroffenen Länder zur Stellungnahme übersandt. Die inhaltlichen Abstimmungen sind inzwischen abgeschlossen und der Vergabeprozess eingeleitet. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie Mittelrhein Zielnetz II werden bereits Ende 2021 vorliegen.“



In Bezug auf den Bahnlärm teilt Rüddel mit: „Nach Ablauf des Programms zum Fahrplanwechsel 2020/21 dürfen keine lauten Güterwaggons mehr auf dem deutschen Schienennetz verkehren. „Sofern Güterwagen bis zu diesem Zeitpunkt nicht umgerüstet wurden, dürfen sie nur mit einer solchen Geschwindigkeit fahren, die dem fiktiven Schallleistungspegel eines umgerüsteten Güterwaggons entspricht“, betont Erwin Rüddel, der sowohl in Berlin wie vor Ort seit Jahren engagiert für eine spürbare und nachhaltige Reduzierung des Bahnlärms kämpft.“

Dauer der Bergungsarbeiten
Derzeit laufen noch immer die Bergungsarbeiten. Zuerst muss der Bio-Diesel aus den umgestürzten Waggons komplett abgepumpt werden. Dies wird den gesamten Montag noch in Anspruch nehmen. Neben Spezialkräften sind auch Feuerwehren aus dem Westerwaldkreis involviert. Danach erfolgen die Untersuchung der Unfallursache und dann die Bergung. Anschließen muss das Gleisbett wieder instand gesetzt werden. Wie lange alles dauert, darüber gibt es zurzeit keine Auskunft. Solange bleibt die Zugstrecke, auch ins Lahntal hinein, gesperrt.
woti


Mehr zum Thema:    Blaulicht   
Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Aktualisiert: Schwerst verletzter Motorradfahrer bei Mündersbach

Schlimmer Vorfall kurz vor der Ortslage Mündersbach: Bei einem Verkehrsunfall auf der B 413 wurde ein 29-jähriger Motorradfahrer sehr schwer verletzt. Nach einem Sturz rutschte er über den Asphalt in den Gegenverkehr und wurde von einem Transporter überrollt.


Sehr gefährlich: Radmuttern in Nauort von Unbekannten gelöst

Die Polizei sucht Hinweise aus der Bevölkerung bezüglich eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. An dem PKW einer Frau wurden die Radschrauben gelockert.


Buchtipp: „G*tt w/m/d" von Veit Dinkelaker und Martin Peilstöcker

Der Katalog im Auftrag der Frankfurter Bibelgesellschaft trägt als Titelbild genauso wie das Ausstellungsplakat die Skulptur „Conchita Wurst auf der Mondsichel“, die die Vielfalt von Geschlechtlichkeit repräsentiert. Tom Neuwirth meinte, Conchita trage den Nachnamen Wurst, weil es eben wurst sei, woher man kommt und wie man aussieht. Vergleichbares formuliert die Bibel.


„Wir Westerwälder“ auf der Konekt Netzwerkmesse in Koblenz

Die „KONEKT“ Rhein-Mosel fand im September erstmalig in Koblenz in der Rhein-Mosel-Halle statt. Die Konekt ist keine übliche Messe – sie ist ein branchenübergreifendes, kompaktes Netzwerkevent mit Ausstellung.




Aktuelle Artikel aus der Region


Nicole nögelt: "Hape, erlöse uns!"

Obwohl, ein bisschen zum Lachen ist es ja sowieso schon. Mein Unwort des Jahres ist „Triell“, diese gnadenlosen Geschwafel-Kochshows, ...

Sehr gefährlich: Radmuttern in Nauort von Unbekannten gelöst

Nauort. Im Tatzeitraum Freitag, 17. September, 23.30 Uhr, bis Samstag, 18. September, 4 Uhr, wurden an einem PKW in der Ringstraße ...

Aktualisiert: Schwerst verletzter Motorradfahrer bei Mündersbach

Mündersbach. Gegen 9 Uhr am Samstagmorgen, 18. September, kam es auf der B 413 nahe Mündersbach zu einem schlimmen Unfall ...

Corona: 301 aktive Fälle im Westerwaldkreis - Leider sind zwei weitere Menschen verstorben

Westerwaldkreis. Seit Wochenbeginn gilt in Rheinland-Pfalz ein neues System bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Neben ...

Großraumtransporte auf Rastplatz Montabaur stillgelegt

Montabaur. Hierbei wurden Fahrzeuge und Personen in Bezug auf die jeweils für die Beförderungsart einzuhaltenden Vorschriften ...

Geführte Wanderung zum Kloster Marienstatt - Limbacher Runde 20

Limbach. Unter dem Motto „Wandern, aber stramm!" hat Axel Griebling, Moderator der Facebookgruppe und Wanderführer dieser ...

Weitere Artikel


Tantra-Massagen nach Corona-Bekämpfungsverordnung verboten

Koblenz. Die Antragstellerin will in ihrem Betrieb in Trier Tantra-Massagen durchführen. Mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht ...

Verabschiedung des stellvertretenden Wehrführers in Hartenfels

Hartenfels. 1978 trat Andreas Seibert der Feuerwehr in Hartenfels bei und engagierte sich stets stark für den Feuerwehrdienst ...

A 48 – Verkehrseinschränkungen in mehreren Anschlussstellen

Montabaur. Folgende Verkehrseinschränkungen geplant:

Montag, 7. September 2020 von 20 Uhr bis 6 Uhr morgens

AD Dernbach
Sperrung ...

Digitale Veranstaltung „Wirtschaft zwischen Stadt und Land“

Koblenz. Diese und weitere Fragen beantwortet in der Online-Veranstaltung Professor Dr. Jens Südekum, Universität Düsseldorf ...

Erste „Nach-Corona“-Mitgliederversammlung der Hachenburger Grünen

Hachenburg. Bereits im Februar hatten sich die Grünen personell neu aufgestellt und jede Menge Ideen für neue Aktionen gesammelt. ...

Digitales Aktensystem erleichtert Antragbearbeitung des Jobcenters

Montabaur. „Wir können die Leistungsanträge von jeder der vier Dienststellen des Jobcenters Westerwald aus bearbeiten. So ...

Werbung