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Nachricht vom 28.08.2020    

Kulturszene rund um Montabaur kämpft gegen Untergang

Eine freie und offene Gesellschaft kann ohne ein angemessenes Angebot an Kultur und Kunst nicht existieren! Und auch für die heimische Wirtschaft ist dieses als weicher Standortfaktor im Wettbewerb mit anderen Regionen unverzichtbar. Was aber wäre, wenn es plötzlich kein Kulturangebot mehr geben würde? Eine Vorstellung, die in Coronazeiten leider sehr real ist.

Gemeinsam wollen die inzwischen gut vernetzten Kulturschaffenden aus Montabaur und Umgebung die Krise bewältigen. Foto: privat

Montabaur. Die in der Kultur Aktiven in und rund um die Kreisstadt Montabaur wollen sich mit dem drohenden Untergang nicht abfinden. Mit einem Netzwerk aller Kulturschaffenden gehen sie gemeinsam Wege aus der Krise…oder suchen diese zumindest.

Jetzt traf sich ein Dutzend Aktive aus verschiedenen Bereichen von Kunst und Kultur rund um Mons Tabor zum zweiten „MT-Kulturtreff“. Gastgeber war wieder das Kultur- und Naturerlebniszentrum b-05 im Montabaurer Stadtwald. Uli Schmidt, der als Vorsitzender der Kleinkunstbühne Mons Tabor eingeladen hatte, wies bei der Begrüßung darauf hin, dass die Gesellschaft vor nie dagewesenen Herausforderungen stehe. „Wege aus der Krise finden wir als Künstler und Kulturveranstalter sowie als kulturtreibende Vereine und Kultureinrichtungen nur gemeinsam“, so Schmidt. Dem stimmten alle Anwesenden zu.

Als hochbetagter Seniorchef eines traditionsreichen heimischen Unternehmens und Kulturförderer appellierte zunächst Adolf Becker-Flügel an die heimische Wirtschaft, die Kultur in diesen Zeiten nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen: „Unsere Wirtschaft im Westerwald wäre nicht so gut aufgestellt, wenn viele Kulturschaffende nicht über Jahrzehnte den weichen Standortfaktor Kultur entscheidend gestärkt hätten“.

„Wir haben in der Region ein großes kulturelles Potential, das wir uns von dem Virus nicht kaputtmachen lassen dürfen“, meinte Oliver Krämer als Mitarbeiter des Kulturbüros von Stadt und VG Montabaur. Das gelinge aber nur, wenn alle gemeinsam in einem großen Netzwerk agieren und in eine Richtung ziehen, ergänzte Jutta Linden-Quirmbach von „Kultur im Keller“ in der Kreisstadt. „Auch im Kulturleben wird nach Corona alles anders sein und nichts ist mehr wie gewohnt“, plädierte Daniel Lipskey, freischaffender Musiker aus Niederelbert, für einen realistischen Blick.

Die Folgen der Pandemie bedrohen auch die Gesang-, Musik- und Theatervereine in der Region. Raimund Schäfer vom Vorstand des Chorverbandes Westerwald rief deshalb dazu auf, sich stärker zu vernetzen und intensiver zusammenzuarbeiten. „Die Einnahmen aus unseren ausgefallenen Konzerten fehlen, aber die Dirigenten/innen müssen weiterbezahlt werden“, so der rührige Chorfunktionär. Angeregt wurde, über die Höhe der Mitgliedsbeiträge nachzudenken.

Im Mittelpunkt stand dann die Frage, wie ein lokales Kulturprogramm aussehen kann, wenn in den Herbst- und Wintermonaten Formate im Freien nicht mehr möglich sind. Da viele Unternehmen in der Region über oft große Werk-und Industriehallen verfügen, könnte das ein Ausweg sein. Falls diese nutzbar sind für kleinere Events und die gastgebenden Unternehmen etwas zur Kostendeckung beitragen, könnten so einige Konzerte oder Kabarettveranstaltungen mit 50 oder 70 Personen möglich sein. Aber auch andere Örtlichkeiten außer der Stadthalle wie Turnhallen, Kino, Schloss oder große Kirchen könnten dazu beitragen, die Kulturkrise rund um Montabaur mit kleinen Formaten zu überstehen. Interessenten können sich per E-Mail wenden an uli@kleinkunst-mons-tabor.de. Die Mitwirkenden beim „MT-Kulturtreff“ versuchen dann ein passendes Angebot zu machen. So soll ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass die Kultur lebt!

Eine Frage konnte niemand beantworten: Gehen die Leute in der kalten Jahreszeit überhaupt in geschlossene Räume zu Kulturveranstaltungen – auch wenn die Zahl der Gäste minimiert ist und die Hygienevorschiften streng beachtet werden? „Hier stirbt die Hoffnung zuletzt, dass die Wäller so nach Kultur lechzen, dass sie die damit verbundenen Gefahren für vertretbar halten“, meinte dazu Frank Schützeberg, der als reger Besucher von Kulturveranstaltungen zu dem Treffen gekommen war.

Am Schluss machte Dr. Irene Lorisika vom „b-05“ allen Teilnehmenden Mut, indem sie auf Erfolge auch nach Ausbruch der Pandemie im Kultur- und Naturerlebniszentrum hinwies. „Wir hatten hier richtig interessante Veranstaltungen mit mal mehr oder mal weniger vielen Gästen, die auch unser Café gut genutzt haben“. Sie lud alle Interessenten zum nächsten „MT-Kulturtreff“ am Donnerstag, 1. Oktober um 18 Uhr ins b-05 ein. Daran wird auch Stefan Bock als Kulturberater des Landes teilnehmen und geeignete Corona-Kulturförderprogramme des Landes Rheinland-Pfalz und im Bund erläutern. (PM)


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