Werbung

Nachricht vom 22.08.2020    

Urteil OVG: Bordellschließung zur Corona-Bekämpfung rechtmäßig

Das in der Zehnten Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz vom 19. Juni 2020 angeordnete Verbot der Öffnung von Prostitutionsstätten ist rechtmäßig. Dies entschied das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz.

Symbolfoto

Koblenz. Die Antragstellerin betreibt eine Prostitutionsstätte in Speyer. Sie wandte sich mit einem Eilantrag gegen die Regelung der aktuellen Zehnten Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz, wonach die Öffnung von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen untersagt ist. Das Verwaltungsgericht Mainz lehnte den Eilantrag ab. Das Oberverwaltungsgericht wies ihre Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts zurück.

Das Verwaltungsgericht habe insbesondere zutreffend entschieden, dass die fragliche Verordnung nicht deshalb rechtswidrig sei, weil der Verordnungsgeber von der ursprünglich mit Wirkung vom 10. Juni 2020 vorgesehenen Öffnung von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen bereits vor Inkrafttreten dieser Regelung wieder Abstand genommen und die Untersagung der Öffnung dieser Einrichtungen in der Zehnten Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz aufrechterhalten habe.

Dem Verordnungsgeber komme bei der ständig zu aktualisierenden Bewertung der infektionsschutzrechtlichen Gefahrenlage ein weiter Einschätzungsspielraum zu, der sich auch auf die Frage erstrecke, zu welchem Zeitpunkt eine Maßnahme im Anschluss an eine solche Neubewertung gelockert werde. Es sei nicht zu beanstanden, dass der Verordnungsgeber die Lockerung von Beschränkungen (auch) davon abhängig gemacht habe, dass eine gebotene effektive Kontrolle möglich sei, um eine gegebenenfalls notwendige Nachverfolgung von Infektionsketten und -verläufen zu gewährleisten.



Bei Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen sei ein drohendes Kontrolldefizit jedenfalls im Zusammenhang mit der Überprüfung von Kontaktdaten nachvollziehbar. Bei der Erbringung sexueller Dienstleistungen bestehe – anders als bei sonstigen körpernahen Dienstleistungen oder im Bereich der Gastronomie – ein erhöhtes Bedürfnis an „Diskretion“, das es für diesen Bereich wahrscheinlicher erachten lasse, dass Kunden unzutreffende Kontaktdaten angeben.
Sofern der Verordnungsgeber bei seiner ursprünglichen Entscheidung für eine Öffnung von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen in Bezug auf drohende Kontrolldefizite einer Fehleinschätzung unterlegen sein sollte, so würde dieser Umstand ihn nicht daran hindern, die Sachlage unter Berücksichtigung von (berechtigter) Kritik neu zu bewerten und die Verordnung entsprechend zu ändern.

Beschluss vom 20. August 2020, Aktenzeichen: 6 B 10868/20.OVG


Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Grillfest des Westerwald-Vereins Buchfinkenland: Geselligkeit am Sportplatz Horbach

Der Zweigverein Buchfinkenland des Westerwald-Vereins lädt alle Mitglieder, deren Angehörige und Freunde ...

Martin Fandler aus Steinebach: Ein Leben in leidenschaftlichen Bildern

Im idyllischen Steinebach an der Wied lebt Martin Fandler, ein leidenschaftlicher Fotograf, der seine ...

Rätselhafte Falter: Die faszinierende Welt der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge

Am 25. Juli 2026 lädt eine Exkursion in das artenreiche Grünland bei Oberelbert ein. Im Mittelpunkt stehen ...

Wiesensee soll 2027 wieder Wasser tragen

Seit etwas mehr als drei Jahren ist der Wiesensee trocken. Nach vielen Verzögerungen und Auflagen geht ...

Vom Baum zum Möbelstück: Einzigartiges aus heimischen Wäldern bei Hachenburg

Am 11. Juli 2026 trafen sich zwölf Teilnehmende im Forstamt Hachenburg, um an einem besonderen Workshop ...

Sommerfest im Wildpark Westerwald in Gackenbach: Ein Tag voller Erlebnisse

Am 1. August 2026 lädt der Wildpark Westerwald in Gackenbach zu einem besonderen Sommerfest ein. Von ...

Weitere Artikel


Freiluftkonzert mit „Frechblech“ in Montabaur

Frechblech – das Soloquintett des Evangelischen Dekanates Westerwald – lädt am Donnerstag, dem 10. September ...

„Zweite Heimat“: Treffpunkt Kannenofen – „Fish n` Gish“

Live Musik im Sommer bei freiem Eintritt! Das kam bereits im Sommer 2019 an und so will das Quartiersmanagement ...

Lulo Reinhardt Accoustic Lounge feat. Christiano Gitano

Lulo Reinhardt ist wieder bei dem Kulturzentrum „Zweite Heimat“ zu Gast und hat dieses Mal ein ganz besonderes ...

Bürgerservice neu organisieren

Möglichst guten Service bei möglichst viel Corona-Sicherheit. Diesen Spagat müssen in diesen Tagen viele ...

Höfken gratuliert Suchthilfezentrum Vielbach zu UN-Dekaden-Projekt

Anlässlich der Auszeichnung „Soziale Natur – Natur für alle“ des Fachkrankenhauses Vielbach für Suchttherapie ...

Ministerin Höfken machte sich Bild vom Waldzustand im Westerwaldkreis

Hoher Besuch in der VG Hachenburg: Ulrike Höfken, die Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten ...

Werbung