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Nachricht vom 09.08.2020    

Kultur-Tempel Stöffel-Park feierte „Jazz we can“

Wenn jemand behauptet, der Westerwald sei im Hinblick auf Kunst und Kultur auf der Landkarte ein weißer Fleck, der tut den Künstlern/innen absolut Unrecht. Hier hat sich seit Langem eine Szene etabliert, die alle Genres der Kunst bedient, sei es durch Vernissagen heimischer Maler/innen, Fotoausstellungen sowie Musik, die alle Richtungen bedient, Chorgesang, Volksmusik, Klassik, Rock & Pop und Jazz.

Fotos: wear

Enspel. In der aktuellen Situation hängt dem Wort Hotspot etwas Negatives an, wenn man aber sagt, der Stöffel-Park in Enspel sei ein Hotspot für Kunst und Kultur, kann niemand widersprechen. Eine wichtige Säule in der Musikszene des Westerwaldes ist Hans Ruppert aus Bad Marienberg, der seit über zehn Jahren das erfolgreiche Musikprojekt „Jazz we can“ fördert und organisiert. Aus kleinen Anfängen hat sich inzwischen ein über die Grenzen des Westerwaldes hinaus bekanntes Projekt entwickelt, zu dem immer wieder Musiker/innen aus dem In- und Ausland gerne zu den Konzerten erscheinen.

Der Mentor von „Jazz we can“ begrüßte das Publikum
So blieb es Hans Ruppert vorbehalten, die Besucher/innen in der gigantischen Basaltbühne des Stöffel-Parks zu einem außergewöhnlichen Konzert begrüßen zu dürfen. Hans Ruppert konnte zwei absolute Spitzenformationen ankündigen: „Voyager IV“, die neue Klangwelten beschreiten wollten, und „Lost in the Jam“, die sich der Musik des legendären Cotton-Clubs in New York aus den 20/30 er Jahren verschrieben hatten. Sein besonderer Dank galt Dieter Wisser, dem Ortsbürgermeister von Enspel, und Martin Rudolph, dem Geschäftsführer des Stöffel-Parks, die leider nicht anwesend sein konnten. Beide Personen stehen für den Erfolg des Stöffel-Parks, da sie allen Kunstschaffenden und Vereinen die Gelegenheit geben, sich und ihre Projekte einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Wegen den Corona-Beschränkungen konnte leider nur eine begrenzte Anzahl Gäste das Konzert besuchen, so durften sich rund 200 Besucher freuen, zu den Glücklichen zu gehören, die ein Ticket ergattern konnten. An der Basaltbühne herrschte von Beginn an eine regelrechte Open-Air-Festival-Atmosphäre, die zudem von einem richtigen Traumwetter gefördert wurde. Auch dem Publikum war anzumerken, dass es voller Vorfreude dem Ereignis entgegensah, für viele war es das erste Konzert, das sie nach den Lockerungen live erleben durften. Entsprechend wurden die Musiker/innen bei jedem Solo frenetisch gefeiert, wobei der Applaus sich am Ende eines jeden Songs noch steigerte.

„Lost in the Jam“ und „Voyager IV“ inspirierten das Publikum
Bei diesen Vorzeichen gelang es „Lost in the Jam“ auf Anhieb, die Besucher vom ersten Ton an auf ihre Seite zu ziehen. Sie spielten die Songs aus dem berühmten „Cotton-Club“ aus New York, in dem viele weltberühmte Künstler/innen auftraten, so zum Beispiel Duke Ellington und Cab Calloway. „Lost in the Jam“ präsentierte einen Mix aus blueslastigem Jazz, Jungle-Style und Dixie der Südstaaten der USA. Ein absolut harmonisch agierendes Sextett begeisterte mit den Interpretationen der Erfolge aus dieser Epoche. Viele Zuschauer hatten das Gefühl, sie hätten die Reinkarnation von Ella Fitzgerald und „Onkel Satchmo“ Louis Armstrong erlebt, wenn Annette Briechle und Gregor Groß bekannte Songs interpretierten. Beide Stimmen wurden den Originalen mehr als gerecht, ein absoluter Hörgenuss, der bei „What a wonderful World“ den Beifall fast zu einem Orkan ansteigen ließ. Ohne Zugaben durfte das strahlende Sextett die Basaltbühne natürlich nicht verlassen.

„Voyager IV“ begeisterten mit ihren musikalischen Interpretationen des Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski aus dem Jahr 1874. Das Quartett nahm das staunende Publikum mit auf eine abenteuerliche musikalische Weltreise. Basis des Konzerts war das Album „Pictures of an Exhibition“ von Emerson, Lake & Palmer aus 1971. Die Zuschauer wurden in eine geheimnisvolle Welt der nicht alltäglichen Musik geführt, „Voyager IV“ begab sich nämlich auf das Terrain des progressiven Rocks. Diese Art des Rocks weicht total vom Mainstream-Rock ab, verschafft dem Zuhörer so einen Weg in eine ganz besondere Klangdimension. Man kann sich als Publikum nicht der Magie des Moments entziehen, die Verbindung dieser teils sphärischen Musik wird geprägt von den überragenden Musikern.

Wie hat die Band in der Werbung für das Konzert geschrieben? „Verbunden mit einer konzipierten Licht- und Lasershow, ausgefallenen Instrumenten wie der Laserharfe von Jean-Michel Jarre, Theremin, Keytar und kosmischen Space-Rock-Klängen aus Syntheziser und Klavier, mischt die Band ein Programm aus Vocal- und extrovertierten Instrumentaleinlagen.“ Treffender kann das Konzert von „Voyager IV“ nicht beschrieben werden, an jedem Instrument spielen Akteure, die einem internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Bei dem Antikriegslied „Lucky man“ von Emerson Lake und Palmer war anfangs Donald Trump mit einigen Ausschnitten aus seinen wirren Reden zu hören. In der Mitte des Songs gab Richard Nixon ein kriegsbejahendes Statement ab. „Lucky Man“ sollte das Motto der 70 er–Jugend „Blumen statt Waffen“ verdeutlichen.

Ein wahrer Höhepunkt des Konzertes stellte das rund zehnminütige Drummer-Solo von Wim de Vries dar, welches unweigerlich Parallelen zum unvergesslichen Solo Pete Rivera’s von Rare Earth in dem Song „Get ready“ mit sich brachte. Jubel ohne Grenzen belohnte die Musiker für ein hartes Stück Arbeit, wenn Beifall das Brot des Künstlers ist, dann haben „Voyager IV“ lange zu essen.

Anhang:
„Lost in Jam“ trat in folgender Besetzung auf: Annette Briechle, Gesang, Gregor Groß, Gesang und Trompete, Frank Bergmann, Saxofon, Armin Franz, Piano, Johannes Pfeifer, Bass und Karl Fedke, Drums.

„Voyager IV“ besteht aus: Marcus Schinkel, Piano und Keyboard, Johannes Kuchta, Gesang und Schlagzeug, Fritz Roppel, Bass, und Wim de Vries, Drums. wear


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