Werbung

Nachricht vom 08.08.2020    

Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling im Westerwald

Nach dem Dunklen Wiesenknopf Ameisenbläuling (Maculinea nausithous) weist die Naturschutz-Initiative (NI) auf die Gefährdung des verwandten Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings hin. Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) ist eine Art der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) und ist auch unter dem Namen Großer Moorbläuling bekannt. Laut der Roten Liste Deutschland und Rheinland-Pfalz fällt er unter die Gefährdungsstufe 2 (stark gefährdet).

Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius). Foto: Claudia Luber/NI

Quirnbach. Einen wesentlichen Anteil der europäischen Population gibt es in Rheinland-Pfalz. Dort ist er vor allem im Westerwald verbreitet. "Aktive der NI-Kreisgruppe Westerwald haben insbesondere in der VG Montabaur und in der VG Wirges mehrere, vorher noch nicht bekannte Vorkommen des seltenen Falters entdeckt. Des Weiteren findet man den Falter auch in der Süd- und Vorderpfalz. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gibt es weitere bedeutende deutsche Vorkommen", berichtet Claudia Luber, Leiterin der Geschäftsstelle des Umweltverbandes Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Der Falter hat eine Flügelspannweite von 3,5 bis 4 Zentimeter und auf der hellgrau-braunen Flügelunterseite sind dunkle, weiß umrandete Punkte in zwei geschwungenen Reihen abgebildet.

Maculinea teleius ist sehr standorttreu und bewegt sich in einem Umfeld von wenigen 100 Metern auf strukturreichen, extensiv genutzten Feucht- und Nasswiesen, darunter vor allem magere Streu-, Feucht- und Wirtschaftswiesen, welche gar nicht oder kaum gedüngt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt für das Vorkommen des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings ist das Vorkommen des Großen Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis) und Nestern der Trockenrasen-Knotenameise (Myrmica scabrinodis).

Der Falter fliegt im Juli und August und legt seine Eier in die jungen, grünen Blütenköpfe des Großen Wiesenkopfs. Die Blüte dient nicht nur als Raupenfutterpflanze und zur Nektaraufnahme, sondern ist außerdem Balz- und Schlafplatz der Falter. Bis Mitte September verlässt die Larve den Blütenkopf und geht eine Symbiose mit der Knotenameise ein. Die Ameisenart trägt die Bläulingsraupe in den Bau. Im Austausch für das Sekret der Raupe, das von den Ameisen aufgeleckt wird, ernährt sich die Raupe nun von den Larven und Puppen der Ameise. In den meisten Fällen gibt es nur eine Raupe pro Ameisennest, selten zwei, weshalb eine großflächige Wiese mit vielen Nestern notwendig für den Schmetterling ist. Nach seiner Überwinterung bei der Knotenameise ernährt sich der ausgewachsene Falter von Nektar. Neben dem Großen Wiesenkopf zusätzlich von dem Blutweidereich und der Vogelwicke. Er lebt nachdem er geschlüpft ist 7 bis 10 Tage.



Seine natürlichen Feinde sind Vögel, Fledermäuse, Spinnen und Schlupfwespen.

Außerdem besteht eine Gefährdung durch verschlechterte Existenzbedingungen für die Wirtsameise und –pflanze, da die Trockenrasen-Knotenameise und die Großen Wiesenköpfe existenziell für den Hellen Wiesenkopf-Ameisenbläuling sind. Eine Trockenlegung, Überbauung bei Siedlungserweiterungen, Düngung und Herbizideinsatz oder zu tiefer Grasschnitt schädigen Ameise und Wirtspflanze und führen daher zu einem Verlust von Lebensräumen. Ungünstige Mahdzeiten und intensive Beweidung zur Flugzeit und der ersten Raupenzeit vernichten Eier und Larven und entziehen dem Falter die Eiablagemöglichkeit.

"Maßnahmen um den Schmetterling zu schützen, wären daher eine extensive Grünlandnutzung, Reduzierung von Nähr- und Schadstoffeinträgen, ein stabiler Wasserhaushalt und Mahdzeiten die so gelegt sind, dass sich die Raupenfutterpflanze entwickeln kann. Es sollte keine Mahd von Anfang Juni bis Mitte September stattfinden", betont Sophie Ehl von der Naturschutzinitiative e.V. (NI).


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Selters auf Facebook werden!


Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Region, Artikel vom 19.10.2021

Westerwaldwetter: Sturm Ignatz im Anmarsch

Westerwaldwetter: Sturm Ignatz im Anmarsch

Ein kräftiges Tief braut sich bei den Britischen Inseln zusammen. Die Wetterexperten tauften es auf den Namen Hendrik. Das Tief verstärkt sich bis Donnerstag und bildet ein kleines Teiltief mit dem Namen Ignatz. Dieses Sturmtief zieht in der Nacht zum Donnerstag (21. Oktober) und am frühen Morgen über den Westerwald hinweg.


Region, Artikel vom 19.10.2021

Akku leer - Handy wird zum Glücksbringer

Akku leer - Handy wird zum Glücksbringer

Nur seinem leeren Handyakku ist es zu verdanken, dass ein Koblenzer Senior am gestrigen Montag, 18. Oktober, nicht Opfer eines Telefonbetruges wurde. Solche und andere Telefonbetrüger können leider jederzeit zuschlagen, daher ist immer Vorsicht geboten.


Corona im Westerwaldkreis: Unverändert gilt Warnstufe eins

Die Kreisverwaltung Montabaur meldet am Montag, dem 18. Oktober 31 neue Corona-Infektionen über das Wochenende im Kreis. Die Zahl der infizierten Menschen, die sich aktuell in Quarantäne befinden, liegt bei 240.


Verdacht der gefährlichen Körperverletzung: Zeugen gesucht

Am Sonntag, dem 17. Oktober, kam es zu einem Fall von gefährlicher Körperverletzung in Montabaur. Die Polizei Montabaur sucht mit einer Pressemitteilung nach Zeugen, welche Hinweise zum Vorfall geben können.


Politik, Artikel vom 19.10.2021

Baustellenbesuch bei der Feuerwehr Selters

Baustellenbesuch bei der Feuerwehr Selters

Die erweiterte Fraktion der Freien Wählergruppe (FWG) der Verbandsgemeinde Selters macht einen Baustellenbesuch bei der Feuerwehr in Selters. Die ersten Eindrücke von der Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Selters beeindruckt die Teilnehmer.




Aktuelle Artikel aus der Vereine


Veranstaltung "OZAPFT IS" am Sonntag 31. Oktober in Selters

Selters. Am Sonntag startet die etwas andere Halloween-Party, die „Große OktoBierFest-Party“, ab 19 Uhr in der Festhalle ...

"Nachcorona-Aufbruch-Plenum" der Kleinkünstler

Montabaur. Viele im Kulturbereich haben sich im Westerwald in der Corona-Pandemie die Frage gestellt: werden wir überhaupt ...

Den Wald erhalten durch klimagerechten Umbau

Montabaur. Unübersehbar ist bereits von Weitem, dass der Forst auch hier schweren Schaden genommen hat. Nach verschiedenen ...

Westerwälder Vogelfreunde präsentierten ihre gefiederten Schönheiten

Helferskirchen. Der Besucherstrom, der während der Ausstellung zur mittlerweile 24. Vogelausstellung der Westerwälder Vogelfreunde ...

Jahreshauptversammlung der NABU Hundsangen

Hundsangen. Die diesjährige Jahreshauptversammlung der Naturschutzbund Deutschland e.V., Gruppe Hundsangen, findet coronabedingt ...

Bei der Wahl zum „Vogel des Jahres 2022“ mitmachen

Region. Im Vorfeld haben Vogelkundler des NABU eine Auswahl von fünf Arten getroffen, für die ab heute abgestimmt werden ...

Weitere Artikel


SGD Nord: Monitoringbericht zu Erneuerbaren Energien

Koblenz/Region. Windenergie, Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft sind in den Regionen Trier, Mittelrhein-Westerwald ...

Geschnitzte Weinfässer von bleibendem Wert

Hattert-Hütte. Befährt man mit dem Auto von der Autobahn oder aus Ingelheim kommend die Rheinstraße, so fallen die Wahrzeichen ...

Keine Angst vor Schlangen im Garten!

Dierdorf. Die schwarzgefleckte Ringelnatter (Natrix natrix) mit hellem Bauch und gelben Kopfflecken ist tagaktiv und auch ...

Puppentheater Petra Schuff: Wie Findus zu Pettersson kam

Rennerod. Seinen Namen verdankt er schlicht und einfach einer Erbsensorte. „Findus“ heißt nämlich die Firma, deren Paket ...

Damenbesuch „Vier Hochzeiten und zwei Todesfälle“

Höhr-Grenzhausen. Und wie kommt man damit klar, dass es für manche Träume endgültig zu spät ist und geliebte Menschen einen ...

Haus ohne Keller?

Montabaur. Vor der Entscheidung für einen Keller ist es besonders wichtig, ein Bodengutachten einzuholen. Und vor der Entscheidung ...

Werbung