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Nachricht vom 04.08.2020    

Flammendes Inferno beendete die „Cormes“-Kirmes in Montabaur

Wenn Olaf Scholz im Hinblick auf die Pandemie von „Wumms“ gesprochen hat, dann kann man von der Kirmes in Montabaur behaupten, dass dort noch der Ausdruck „Bumms“ hinzukommt. Denn mit "Wumms" und „Bumms“ wurde die sehr spezielle Kirmes in Montabaur beendet. Die Rede ist von dem gigantischen Feuerwerk, welches am letzten Tag der Kirmes im grandiosen Finale Montabaur taghell erleuchtete.

Der Fassanstich. Fotos: Verena Schmitt und wear

Montabaur. Wie in jedem Jahr zog das Feuerwerk wieder Tausende auf die Straßen und auf die Hügel, damit eine besonders gute Sicht auf den Schlossberg gewährleistet war. Pünktlich um 22 Uhr erfolgte im wahrsten Sinn des Wortes der Startschuss zu einem gigantischen Spektakel durch einige ohrenbetäubende Böller. Danach folgte ein viertelstündiges buntes Feuerwerk am Firmament, welches den Zuschauern immer wieder freudige Ausrufe der Freude und des Entzückens entlockte. Ohne Unterlass wurde eine Pyro-Rakete nach der anderen gezündet, die wunderschöne Muster und Bilder in den Himmel zauberten, so entstanden regelrechte Kompositionen. Passend dazu hob sich die markante Silhouette des Schlosses, geheimnisvoll gelb angestrahlt, von den zuckenden Blitzen und grellen Explosionen ab. So ergab sich insgesamt ein stimmiges Gesamtbild, welches von den Zuschauern mit viel Beifall und durch lautes Hupen der Autos belohnt wurde.

Montabaur bot Corona Paroli, und feierte die „Cormes“- Kirmes
Die Stadtverwaltung Montabaur um Bürgermeisterin Gabi Wieland sowie das Kulturbüro der VG Montabaur, vertreten durch Verena Schmitt und Oliver Krämer, waren sich einig: Wir lassen wegen des verdammten Virus unsere Kirmes nicht gänzlich ausfallen. So wurde ein gemeinsames Konzept entwickelt, über dem das folgende Motto stand: „Wenn die Menschen nicht zur Kirmes kommen können, dann kommt die Kirmes halt zu ihnen!“ Bei der Eröffnung der Kirmes in der Stadthalle von Montabaur sprach Gabi Wieland aus, was viele dachten: „Wir feiern diesmal „Cormes“ statt Kirmes. Es ist wichtig, Tradition zu pflegen, deshalb ist eine Absage der Kirmes keine Option.“ Eine hübsche Idee der Verantwortlichen, ein Wortspiel mit Corona und Kirmes zu treiben. Die Innenstadt wurde mit den blau-weiß-roten Fahnen aufgehübscht, sogar der Kirmesbaum wurde wie immer an der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Ketten aufgestellt.

Per Livestream und Radio wurde die „Cormes“ nach Hause übertragen
Wie gesagt, die „Cormes“ kam zu den Leuten, durch Übertragung von Livestreams über PC sowie durch eine Freischaltung der Frequenz 88,9 Megaherz während der gesamten Kirmes per Radio. Im Livestream konnten die Eröffnungsfeierlichkeiten sowie die Live-Konzerte von „Beakers Mom“ und von „Streetlife“ live verfolgt werden. Ein Clou der besonderen Art fand am Kirmes-Samstag statt, als die Band „Klangfabrik“ auf einem Showtruck durch Montabaur fuhr, und an vorher festgelegten „Hotspots“ einige Kurzkonzerte zum Besten gab. Die Anwohner durften von ihren Privatgrundstücken, aus Fenstern oder von Balkonen aus, der Musik lauschen. Zudem wurde von einem Wagen, der dem Truck folgte, Kirmesbier an die Leute verteilt. Kein Wunder also, dass der Truck überall freudig begrüßt wurde und die Menschen sich von der guten Laune anstecken ließen und lachend, singend und tanzend der Musik folgten, natürlich auf dem eigenen Grundstück und mit gebührendem Abstand zueinander.

Zwingend erforderlich ist zur Kirchweih ein traditioneller Gottesdienst. Hier konnten alle, die wegen der Abstands- und Hygienevorschriften nicht in die Pfarrkirche St.Peter in Ketten gehen konnten, den Gottesdienst über das Kirmes-Radio live verfolgen.

Kirmes-Bier in besonderem Design
Einen ganz speziellen Gag hatten sich die Stadt Montabaur und die Westerwald-Brauerei aus Hachenburg einfallen lassen. Aus Anlass der „Cormes“ hatte die Brauerei eine Sonder-Edition des beliebten 5 Liter-Party-Fässchens herausgebracht. Die Stadt erwarb eine größere Anzahl dieser Fässchen und verteilte diese an Gastronomiebetriebe in Montabaur. Durch den Verkauf der Hachenburger Party-Fässchen an ihre Kunden, konnten die Gastronomen den Reinerlös für ihr Unternehmen vereinnahmen. Diese Aktion sollte als kleine Hilfe für die notleidende Gastronomie in schwierigen Zeiten verstanden werden. Wie man hörte, fanden die seltenen Exemplare reißenden Absatz, da die Anzahl streng limitiert war.

Montabaur hat im Zusammenwirken von Mut und Entschlossenheit bewiesen, dass auch in anormalen Zeiten gefeiert werden kann und den Menschen etwas Freude am Dasein geschenkt werden kann. wear


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