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Nachricht vom 04.07.2020    

Mit Erinnerungen an den Rock‘n Roll einen zauberhaften Abend bereitet

Das war so richtig nach dem Geschmack einer ganzen Epoche und darüber hinaus. Simone Wehmeyer und das Ensemble „KlangArt“ erinnerten an das Lebensgefühl einer ganzen Generation und darüber hinaus, den Rock’n‘Roll. Es waren fremde und nie zuvor gehörte Töne, die zu einer Lebensphilosophie wurden. Hüftschwung und Pomade gehörten dazu wie Petticoat, Tellerrock oder die gelgestylten Jugendlichen und dazu die Lederjacke und die Nietenhose. Elvis Presley oder die „deutsche Ausgabe“ Peter Kraus und viele andere prägten eine Zeit, in der sich allmählich wieder ein gewisser Wohlstand in Deutschland nach einer entbehrungsreichen Zeit ausbreitete.

Simone Wehmeyer (2.v.l.) präsentierte mit ihrem Ensemble "KlangArt" (v.l. Aletta Reynolds, Simone Wehmeyer, Martina Grund, Johanna Wolf, Kathrin Henrich, Diana Konrad und Bärbel Schilling). Fotos: Willi Simon

Rennerod. Die Coronapandemie hatte und hat uns alle im Griff und lähmte das Leben. Der Lockdown durchkreuzte auch die Pläne der der Kunst- und Kulturszene. Davon betroffen war auch die Musikschule „KlangArt“, die nun in einer traumhaften Naturkulisse und viel Abstand „Rock’n’Roll meets Rockabilly“ mit einem Re-Start-Eröffnungsprogramm mit Songs aus den 50zigern, damals und heute, präsentierte. Eine wahre Augenweide, neben einer begeisternden musikalischen Darbietung, waren die aufwendigen und stilgerechten Kleider und Kostüme des Ensembles, dem man die Freude über einen Neustart anmerkte.

Der Rock’n Roll hat bis heute überlebt und wird seit den 80ziger Jahren mit grandiosen Rockabilly-Revivals gefeiert. Die Wurzeln hierzu liegen im Rhythm & Blues der Country Musik der 50er Jahre, die bis heute als Musik für Herz und Beine und Lebensgefühl jener Zeit gilt.

Die Besucher erlebten in einer Open Air Veranstaltung auf einer wunderschönen Naturbühne mit der Mezzosopranistin Simone Wehmeyer und ihrem Ensemble „KlangArt“ eine abwechslungsreichen Abend durch die Welt des Rock’n Roll mit den größten Hits des Rock’n Roll und Rockabilly, damals und heute. Aus der früheren Teenagerbewegung wurde ein Lifestyle, der heute aktueller ist denn je. Energie und Lebensfreude der damaligen Zeit setzen Simone Wehmeyer und ihre Sängerinnen Diana Konrad, Kathrin Henrich, Johanna Wolf, Aletta Reynolds, Martina Grund sowie Bärbel Schilling gekonnt in Szene.

Eine kleine Auswahl der Titel aus einem tollen Programm: „Great Balls of Fire“ von Jerry Lee Lewis war ein temperamentvoller Rock&Roll-Song, der 1957 zu einem Millionenseller aufstieg. „See you later, Alligator“ von Bill Haley aus dem Jahre 1956 wurde millionenfach verkauft und ist heute noch aktuell. Natürlich gehörte auch „Hello Mary Lou“ dazu, den einst 1960 Ricky Nelson in einer eigenen Version präsentierte. Auch Elvis Presley griff diesen Titel auf. Das Publikum ging begeistert mit, der Funke war da längst schon übergesprungen. Das bewies oftmaliger Szenenapplaus.



Natürlich gehörten auch Elvis-Songs in ein Rock’n’Roll-Programm. „Be-Bop-A-Lula, King Creole oder Blue Suede Shoes“ erinnerten an einen Sänger, dem die Teenagerwelt zu Füßen lag. Toll, wie diese Titel interpretiert wurden. Mit dem Popsong „Paparazzi“ wurde ein Titel von der amerikanischen Sängerin Lady Gaga aufgegriffen, wobei dieser und auch viele andere Popsongs im Rockabilly-Stil gespielt und gesungen wurden, während die Originalsongs vollkommen anders klingen. Eine meisterliche Leistung des gesamten Ensembles. Wie überhaupt die Mitwirkenden nicht nur durch überragende Gesangskunst brillierten. Choreographie, Mimik, schauspielerisches Talent, gepaart mit bisweilen auch ein wenig Komödiantentum. Ganz aus dem Häuschen war das Auditorium dann beim Rock’n’Roll-Medley. Es swingte und rockte zur Freude der Darbietenden enthusiastisch mit. Auch eine Art eines Dankeschöns.

Verbandsbürgermeister Gerrit Müller befand nach der Vorstellung „ Schön, dass nach einer solchen Zwangspause wieder Kultur in Rennerod geboten wird“. „Man genießt das jetzt ganz anders“ fand eine Besucherin. Ansonsten unisono Lob für „für ein tolles Programm mit tollen Talenten“.

In der Tat, die ‚Musikschule KlangArt‘ hat wieder ein Stück Lebensfreude in einen noch immer eingeschränkten Alltag zurückgebracht. Davon wird man sicher im grauen Alltag noch eine gewisse Zeit zehren können. (Willi Simon)

Seit 2013 widmet sich die Musikschule „KlangArt“ von Simone Wehmeyer mit der Veranstaltungsreihe „Kultur-in-der-Werkstatt“ zusätzlich erfolgreich der Kulturarbeit im Rahmen von Konzerten und Kleinkunstveranstaltungen in gemütlicher Atmosphäre, auf der eigenen, wahrscheinlich „kleinsten“, Bühne im Westerwald oder in Open Air Veranstaltungen. Hinweise auf weitere Veranstaltungen können unter www.kultur-in-der-werkstatt.de abgerufen werden.
Willi Simon


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