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Nachricht vom 01.07.2020    

Die Pandemie prägt den regionalen Arbeitsmarkt

Der regionale Arbeitsmarkt ist weiterhin geprägt von der Pandemie. Zugleich aber sendet er erste positive Signale. Ende Juni waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur – er umfasst den Westerwald- und den Rhein-Lahn-Kreis - 7.272 Männer und Frauen ohne Job gemeldet. Das sind 97 Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote bleibt auf dem Mai-Wert von glatten 4 Prozent.

Symbolfoto

Montabaur. „Nach dem schlagartigen Einbruch im April ist die Abwärts-Dynamik inzwischen merklich gebremst“, sagt Elmar Wagner, Chef der Arbeitsagentur Montabaur. „Der entlastende Saison-Effekt des Frühjahrs und Sommers geht im Krisenjahr 2020 natürlich völlig unter. Aber: Wir erkennen Anzeichen, die hoffen lassen. Das ist nicht nur die Arbeitslosenquote, die sich stabilisiert hat. Vor allem melden sich inzwischen deutlich weniger Menschen arbeitslos, nachdem sie ihren Job verloren haben. Gleichzeitig können wieder mehr Personen eine neue Stelle antreten; hier verzeichnet die Statistik sogar eine Zunahme gegenüber dem Juni 2019. Die Schere hat sich also ein Stück geschlossen.“

Insgesamt gab es im zurückliegenden Monat 1.449 Zugänge in und 1.336 Abgänge aus Arbeitslosigkeit. Darunter waren 679 Personen, die direkt aus einer Erwerbstätigkeit kamen. Das sind 221 Personen oder knapp 25 Prozent weniger als im Mai. Unter denen, die sich abmeldeten aus der Arbeitslosigkeit, nahmen 635 Männer und Frauen eine Erwerbstätigkeit auf. Gegenüber dem Mai bedeutet das ein Plus von 135 Personen beziehungsweise 27 Prozent.

Etwas belebter zeigt sich auch der Stellenmarkt. Im Juni meldeten die Betriebe dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur und der Jobcenter Westerwald und Rhein-Lahn 473 Jobangebote und somit 109 mehr als im Vormonat. Elmar Wagner: „Insgesamt hat das Bild sich aber deutlich eingetrübt. In der ersten Jahreshälfte 2020 wurden uns ein Drittel weniger Stellen gemeldet als im gleichen Zeitraum 2019. Im selben Ausmaß ist der Bestand geschrumpft, und es werden mehr Stellen storniert als in den vergangenen Jahren. Diese Entwicklung ist ganz offenkundig der Krise geschuldet.“

Wie stark Corona sich auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt, zeigt drastisch der direkte Vergleich mit dem Vorjahresmonat. Im Juni 2019 waren im Agenturbezirk 4.881 Menschen ohne Beschäftigung – bei einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent. Der Anstieg um 2.391 Personen beziehungsweise 1,3 Prozentpunkte hat seinen Schwerpunkt bei den Kunden der Agentur für Arbeit. Sie betreut diejenigen, die Arbeitslosengeld als Leistung der Versicherung beziehen, in die sie als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte eingezahlt haben. In diesem Bereich hat die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat um fast 70 Prozent zugenommen. Die Jobcenter dagegen sind zuständig für alle, die (mit ihren Familien) von der steuerfinanzierten Grundsicherung leben; darunter sind viele Langzeitarbeitslose. Hier war der Anstieg mit knapp 28 Prozent deutlich geringer.



„In dieser getrennten Betrachtung wird deutlich, wie sehr diejenigen betroffen sind, die im Berufsleben stehen“, stellt der Agenturchef fest. „Corona kostet Jobs. Sicher ist aber auch: Die Krise würde noch mehr zu Buche schlagen, wenn es das Instrument Kurzarbeit nicht gäbe. Darauf greifen sehr viele Firmen zurück, um ihre Fachkräfte zu halten und neu zu starten, wenn die Konjunktur wieder anspringt.“ Von April bis Juni haben im Agenturbezirk Montabaur 3.184 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Davon betroffen könnten bis zu 38.646 Beschäftigte sein. Elmar Wagner: „Es zeichnet sich ab, dass die Kurzarbeit nicht in diesem Ausmaß realisiert wird. Genaue Aussagen lassen sich aber erst treffen, nachdem die Betriebe ihre monatlichen Abrechnungen eingereicht haben. Dafür haben sie jeweils drei Monate Zeit.“

Zum Schluss ein Blick auf den Arbeitsmarkt in den beiden Landkreisen. Im Westerwald ist die Quote im zurückliegenden Monat um 0,1 Prozentpunkte angestiegen, liegt aber mit 3,9 Prozent immer noch unter der 4-Prozent-Marke. In der absoluten Zahl gibt es eine Zunahme um 77 auf 4.503 Menschen ohne Beschäftigung. Vor einem Jahr betrug die Quote 2,7 Prozent und es gab 1.384 Arbeitslose weniger als heute.

Im Rhein-Lahn-Kreis bleibt die Arbeitslosenquote auf dem Mai-Wert von 4,2 Prozent. Aktuell sind 2.769 Männer und Frauen ohne Job gemeldet – 20 Personen mehr als im Mai und 1.007 Personen mehr als im Juni 2019, als die Quote wie im Nachbarkreis bei 2,7 Prozent lag.


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