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Nachricht vom 17.06.2020    

Fuchsräude im Westerwald – Gefahr für Hunde

Von Wolfgang Tischler

In letzter Zeit wurden im Westerwald vermehrt räudige Füchse beobachtet. Auffällig sind Kahlstellen im Fell und eine fast kahle Rute. Verursacher dieser Krankheit ist die Grabmilbe Sarcoptes scabiei. Für Füchse endet die Krankheit oft tödlich. Da die Fuchsräude hoch ansteckend ist, raten Jäger in betroffenen Regionen Hundebesitzer zu besonderer Vorsicht.

Foto: Wolfgang Tischler

Region. Denn: Für eine Infektion reicht der Kontakt mit einem Fuchsbau oder Hinterlassenschaften von Füchsen. Sarkoptes-Milben bohren zur Eiablage Gänge in die Haut. Betroffene Tiere leiden unter massivem Juckreiz, der so stark sein kann, dass sie sich Selbstverletzungen zufügen. Symptome sind zudem gerötete Haut und Papeln, Pusteln oder Krusten. Auf der geschädigten Haut siedeln sich dann Bakterien an, die die Symptome noch verschlimmern.

Ansteckungsgefahr auch für den Hundehalter
Es kann auch zu einer Übertragung auf den Hund und/oder die Katze und vom Haustier auf den Menschen kommen. Diese „Pseudo-Krätze“ führt beim Menschen vorübergehend zu Juckreiz. Zwar ist der Mensch für den Erreger der Fuchsräude ein Fehlwirt; das heißt, die Milbe pflanzt sich dort nicht fort. Dennoch kann es zu einer Hauterkrankung, der Pseudokrätze, kommen. Schon durch eine kurze Berührung eines kranken Tieres kann sich der Mensch anstecken. Besonders betroffen sind Hautstellen, die häufig mit dem Hund in Kontakt sind, zum Beispiel die Arme.

Die Übertragung der Milben erfolgt entweder direkt durch ein befallenes Tier oder durch Kontakt mit infiziertem Hautmaterial, zum Beispiel Krusten. Hierbei spielt die Tierart keine Rolle, die Milbe geht von Hund zu Katze und weiter zum Menschen ohne Einschränkungen.

Sehr ansteckend, aber behandelbar
Sobald Hundebesitzer bei ihrem Hund Räude-typische Symptome feststellen, sollten sie einen Tierarzt aufsuchen. Eine Räude erfordert schnellstmögliche Behandlung!




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Hierfür gibt es Wirkstoffe, die in Form von Kautabletten verabreicht werden. Sie wirken zusätzlich gegen Flöhe und Zecken. Es gibt sie auch in vegetarischer und glutenfreier Formulierung, sodass auch futtersensible Hunde gut behandelt werden können.

Wichtig ist auch die begleitende Therapie bakterieller Hautinfektionen. Zusätzlich sollten alle potenziell kontaminierten Bereiche, wie Korb, Decke und Spielzeug des erkrankten Tieres gründlich gereinigt werden.

Als einfache Schutzmaßnahme sollten Hunde in Regionen mit gemeldeten Fuchsräude-Fällen an der Leine geführt werden. Und für den Schutz gegen Parasiten kann in Absprache mit dem Tierarzt vorgesorgt werden.

Hintergrund
Förster Frank Krause berichtet, dass die Fuchsräude alle paar Jahre immer wieder auftritt. Die Klimaerwärmung und die trockenen letzten Sommer begünstigen nach seinen Worten die Population der Insekten und Mäuse, so auch die Milben. Dies hat wiederum zur Folge, dass die Füchse durch das höhere Futterangebot an Mäusen mehr Junge bekommen. So wird auch die Fuchspopulation dichter und somit die Ansteckungsgefahr durch häufigere Kontakte höher.

Das beste Gegenmittel wäre ein nasser Sommer, denn bei dieser Witterung vermehren sich die Milben nicht so stark.
woti


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