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Nachricht vom 10.06.2020    

Hilft das Konjunkturpaket dem Handwerk aus der Krise?

Die Corona-Krise hat auch nicht vor dem deutschen Handwerk Halt gemacht. Diese Schlüsselbranche gilt für viele als die Grundsäule des wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland. Ausbildungsplätze für eine ganze Generation hängen an ihr. Damit die handwerklichen Betriebe die kritische Zeit der Pandemie gut überstehen und nicht nachlassen in ihren Ausbildungsaktivitäten, hat die Bundesregierung in ihrem kürzlich beschlossenen Konjunkturpaket entsprechende Maßnahmen verankert.

Region. Helfen diese Maßnahmen dem deutschen Handwerk tatsächlich weiter? Kurt Krautscheid, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz bezieht Stellung.

Steuerliche Erleichterung, administrative Herausforderung
„Kurzfristige Konjunkturimpulse sind für die Wirtschaft Hoffnungsschimmer in der Krise“, freut sich Kurt Krautscheid. Die geplante Mehrwertsteuerentlastung wird schließlich auch bei den Kunden des Handwerks ankommen. Nur die damit verbundenen administrativen Herausforderungen bereiten Sorgen und werfen viele Fragen auf, weiß Kurt Krautscheid: „Dies kann im Einzelfall erheblichen Mehraufwand bedeuten. Wir sind gespannt auf die konkreten Antworten der Finanzverwaltung und hoffen auf ein Minimum an zusätzlicher Bürokratie.“

Handwerkskammern könnten bei Anträgen helfen
Weitere Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen helfen auch denen im Handwerk, die Umsatzrückgänge haben. Bei den für die Hilfen notwendigen Anträgen ist im Gespräch, dass die Betriebe diese direkt an die jeweiligen Handwerkskammern stellen könnten. Hier gibt es bislang Absichtserklärungen, noch keine feste Zusage. „Wir würden uns freuen, in dem Antragsverfahren eingebunden zu werden, damit die Hilfe schnellstmöglich bei den Handwerkern ankommt“, hofft Kurt Krautscheid.

Ausbilden in Zeiten der Krise

Finanzielle Unterstützungen seitens der Bundesregierung insbesondere für Ausbildungsbetriebe zeigen, dass ein großes politisches Interesse für fortlaufende Ausbildungsaktivitäten in den Handwerksbetrieben da ist. „Für alle Betriebe ist dies ein Ansporn, trotz dieser verunsichernden Krise weiterhin auszubilden und den Kontakt mit potenziellen Auszubildenden in dieser schwierigen Zeit aktiv zu verstärken“, gibt sich Kurt Krautscheid kämpferisch. Die geplante Deckelung - nicht über 40 Prozent - des Gesamtsozialversicherungsbeitrags der Arbeitnehmer hilft dem arbeitsintensiven Handwerk hier und grundsätzlich weiter.

Digitalisierung im Handwerk weiter vorantreiben
Viele Handwerksbetriebe merken aktuell, wie wichtig die Umsetzung von digitalen Elementen auf allen betrieblichen Ebenen ist. Das meint die Einführung eines digitalen Terminkalenders, die Nutzung von Apps bis hin zu digitalen Geschäftsmodellen und anderen umfassenden Umstrukturierungen. Für diese Umstellungen schafft die Politik nun Anreize, beispielsweise mit erhöhten Abschreibungssätzen für digitale Wirtschaftsgüter und einer Förderung für den Ausbau von digitalen Plattformen. „Ich freue mich, dass in diesem Zukunftspaket der notwendige Digitalisierungsschub erkannt und unterstützt wird“, unterstreicht der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz, Kurt Krautscheid. Die Handwerkskammern stehen dabei aktiv an der Seite ihrer Mitglieder, neben der Bewältigung der Corona-Zeit auch die digitale Transformation voranzutreiben. (PM)


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