Werbung

Nachricht vom 08.06.2020    

IHK: Wirtschaftsdynamik deutlich eingebrochen

Die konjunkturelle Dynamik im IHK-Bezirk Koblenz hat durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Einbruch erlitten. In beispielloser Geschwindigkeit breitete sich eine Wirtschaftskrise weltweit aus, die ebenso die Stimmung der regionalen Wirtschaft einbrechen ließ.

Koblenz. Der Einbruch geht aus der aktuellen Konjunkturbefragung (25. Mai bis 5. Juni) der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz hervor, die sich auf Antworten von rund 341 Unternehmen mit rund 53.000 Beschäftigten stützt. Danach bricht der IHK-Konjunkturklimaindikator – als zusammenfassender Wert der aktuellen und zukünftig erwarteten Geschäftslage – von 110 Punkten auf 79 Punkte ein. Damit ist der Konjunkturklimaindikator auf den gleichen Wert gefallen wie zum Jahresbeginn 2009, zur Hochphase der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise.

„Unsere Konjunkturumfrage zeigt, wie drastisch die Stimmung bei der regionalen Wirtschaft eingebrochen ist“, kommentiert Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, die Ergebnisse der Umfrage. „Die bereits zuletzt ins Stocken geratenen Konjunkturlokomotive Industrie hat noch einmal deutlich an Schubkraft eingebüßt. Auch wenn noch jedes dritte Industrieunternehmen eine gleichbleibende Geschäftsentwicklung erwartet, rechnet jedes zweite Industrieunternehmen mit einer schlechteren Entwicklung und nur jedes sechste Unternehmen geht von einer Verbesserung seiner Geschäfte aus.“

Als kleinen Hoffnungsschimmer lassen sich die Beschäftigungspläne deuten. Hier ist der Saldowert aus positiven und negativen Erwartungen mit -17 zwar deutlich negativ, trotzdem vermelden 74 Prozent der Unternehmen, dass sie ihre Beschäftigtenanzahl in den kommenden 12 Monaten nicht verringern wollen. Hier stellt das Kurzarbeitergeld eine wirksame Unterstützungsmöglichkeit für die Unternehmen dar, wie auch 78 Prozent der Unternehmen in unserer 2. Corona-Blitzumfrage Ende März berichteten.

In Krisenzeiten werden weniger notwendige Investitionen häufig in die Zukunft verschoben. Dies bestätigen die Ergebnisse der Umfrage: bei 44 Prozent der Unternehmen hat sich die Investitionsabsicht verringert, 38 Prozent plant unverändert und bei 18 Prozent haben sich die Investitionsaussichten verbessert.

Am stärksten haben sich die Exporterwartungen der Industrie eingetrübt. Hier erwartet mit 48 Prozent fast die Hälfte der Unternehmen eine Verschlechterung, 42 Prozent erwarten eine gleichbleibende Lage, nur 10 Prozent rechnen mit einer Verbesserung im Außenhandel. Für die exportstarke rheinland-pfälzische Industrie, die zuletzt 55 Prozent ihrer Umsätze im Ausland machte, sind das keine guten Aussichten.

Die Ergebnisse lassen erkennen: Die Wirtschaftszweige zeigen sich unterschiedlich stark betroffen, denn der Handel (Saldo: -26 Punkte) – darunter Großhandel (Saldo: -12 Punkte) und Einzelhandel (Saldo: -21 Punkte) – und die Industrie (Saldo: -5 Punkte) berichten über konjunkturelle Einbrüche. Auch im Dienstleistungssektor bricht die Geschäftslage ein (Saldo: -10 Punkte). Das Baugewerbe zeigt sich über alle Branchen am robustesten, hier beurteilen 59 Prozent der Unternehmen die Lage als gut, nur 14 Prozent bewerten die Lage als schlecht (27 Prozent als gleichbleibend, Saldo: 45 Punkte).

Fabian Göttlich, Geschäftsführer Interessenvertretung bei der IHK Koblenz, erläutert: „Die Corona-Pandemie hinterlässt tiefe Bremsspuren durch die Branchen hindurch – einzig die Baubranche gibt sich robust. Besonders die eingebrochenen Konjunkturmeldungen der Industrie mit ihren negativen Erwartungen für den Außenhandel sind für die exportstarken Unternehmen der Region ein Grund zu Sorge. Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigt das Geschäft mit China, was nach einem abrupten Einbruch langsam wieder hochfährt.“

Starke Veränderungen zur Vorumfrage zeigen sich auch bei der derzeitigen Wahrnehmung der Konjunkturrisiken. Den neu aufgenommenen Faktor „weitere Entwicklung der Corona-Pandemie“ betrachten vier von fünf Befragten als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens, gefolgt von einer deutlich angestiegenen Sorge um den Inlandsabsatz bei zwei von drei Unternehmen (+24 Prozentpunkte). Sorgen um Fachkräfte, die noch die vergangene Umfrage dominiert haben, haben sich mehr als halbiert.

„Die Sorgen um die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie dominieren derzeit die Unternehmen, das schließt Sorgen um behördliche Maßnahmen wie auch freiwillige Einschränkungen aus Vorsicht mit ein. Nach dem Herunterfahren der Wirtschaft und dem drastischen Einbruch der Stimmung bei den regionalen Unternehmen befinden wir uns nun auf einem Pfad der Lockerungen, das gibt Hoffnung. Dennoch steht die Wirtschaft unter hohem Druck, deswegen bedarf es weiterer struktureller Verbesserungen der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und eines Belastungsmoratoriums für die Unternehmen.“, so Arne Rössel.

Der vollständige Konjunkturbericht steht zum Download bereit.




Kommentare zu: IHK: Wirtschaftsdynamik deutlich eingebrochen

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Westerwaldkreis ist Warnstufe rot – Inzidenzwert 61,9

Das Land Rheinland-Pfalz meldet am Sonntag, den 25. Oktober 817 bestätigte Corona-Fälle im Kreis. Der Inzidenzwert steigt auf 61,9 und befindet sich damit im Bereich der Warnstufe „rot“. Landrat Achim Schwickert kündigt für die kommende Woche einschneidende Maßnahmen an.


Autobahnpolizei Montabaur: Samstag-Arbeit auf der A3

Am Samstag hatte die Autobahnpolizei Montabaur auf der A3 in ihrer Gemarkung viel zu tun: Ein Kosovare mit gefälschten Papieren fiel durch überhöhte Geschwindigkeit auf, ein älterer Kölner verursachte durch Sekundenschlaf einen Auffahrunfall und ein junger Kölner wurde wegen Drogenkonsums an der Weiterfahrt gehindert.


Region, Artikel vom 23.10.2020

„Umsonst-Lädchen“ Nistertal überrascht

„Umsonst-Lädchen“ Nistertal überrascht

Von einer guten Idee ist eine Hilfsaktion gestartet, die im Westerwald gut angenommen wird. „Umsonst-Lädchen“ steht auf einem Schild an der Brückenstraße 30 in Nistertal. Für zahlreiche Dauerkunden eine eingeführte und willkommene Hilfseinrichtung, aber noch nicht bekannt genug.


Region, Artikel vom 25.10.2020

Nicole nörgelt… über Klopapier-Hamster

Nicole nörgelt… über Klopapier-Hamster

GLOSSE | Sie sind klein und flauschig, haben süße Knopfäuglein und hach, diese süßen Näschen! Als Kind wollte ich immer einen Hamster haben, aber meine Eltern waren der Meinung, ich könnte ja nicht einmal eine Topfpflanze am Leben halten. Hätten die gewusst, dass die niedlichen Tierchen nur so früh sterben, weil sie das falsche Futter kriegen! Oder wie kann man sich das erklären, dass grade schon wieder zweibeinige Hamster die Supermärkte stürmen und Klopapier horten, als ob es ab morgen nichts anderes mehr zu essen gäbe?


Bebauungsplan für „Kölner Straße“ in Kroppach

Der Gemeinderat hat beschlossen, im Bereich „Kölner Straße“ einen Bebauungsplan aufzustellen und den Entwurf öffentlich auszulegen. Der Geltungsbereich ist aus dem nachstehend abgedruckten Übersichtsplan ersichtlich. Nach Paragraph 3 Abs. 1 Baugesetzbuch ist die Öffentlichkeit möglichst frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung öffentlich zu unterrichten; ihr ist Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung zu geben.




Aktuelle Artikel aus der Wirtschaft


Bätzing-Lichtenthäler besuchte das Unternehmen RASTAL

Höhr-Grenzhausen. „Bei RASTAL hat sich eine gut funktionierende und stabile Sozialpartnerschaft etabliert, die sich gerade ...

Global Office startet Schulprojekt in Namibia mit „FLY & HELP“

Montabaur. Daher möchte das Unternehmen gerade jetzt etwas „zurückgeben“ und durch den Bau eines neuen Schulgebäudes im Norden ...

ABOM geht in diesem Jahr digital an den Start

Altenkirchen. Über die externe Plattform „Talentefinder“ können Schüler/innen, Jugendliche, Studierende an der Messe teilnehmen. ...

Rechtsberatung für Existenzgründer

Montabaur. Die Fragestellungen sind vielfältig:
• Wie darf ich mein Unternehmen nennen?
• Welche Rechtsformen gibt es?
• Welche ...

Was macht COVID-19 mit der Wäller Wirtschaft?

Hachenburg. Bevor die Studierenden ihre Arbeit vorstellten, wurde die Corona bedingt kleine Runde von Brauerei-Geschäftsführer ...

Vorsicht am Telefon: falsche evm-Mitarbeiter

Koblenz. „Informationen zu Preisanpassungen teilen wir nie am Telefon mit, sondern senden diese immer schriftlich zu“, erklärt ...

Weitere Artikel


Landesstraße 287 in Elkenroth ab 22. Juni voll gesperrt

Elkenroth. Die Ortsgemeinde Elkenroth wird gleichzeitig in diesem Bereich die Gehwege und die VGW Betzdorf/Gebhardshain einen ...

LKW-Fahrer betrunken unterwegs

Merkelbach. Am 7. Juni gegen 23 Uhr teilte ein aufmerksamer Verkehrsteilnehmer der Polizeiinspektion Hachenburg mit, dass ...

Westerburgerin unterstützt mit sozialem Engagement den Beginenhof

Westerburg. Ihr soziales Engagement bewies Frau Kefferpütz darüber hinaus, indem sie vom Selbstkostenpreis – die Mund-Nasen-Bedeckung ...

Montabaur: Evangelische Christen feiern Gottesdienst in katholischer Kirche

Montabaur. Eine Übergangslösung, die Mut macht, findet die evangelische Pfarrerin Anne Pollmächer: „Ich habe während der ...

Baucontainer aufgebrochen und Werkzeug gestohlen

Montabaur. Im Zeitraum von Mittwoch, dem 20. Mai, 16:30 Uhr bis Montag, den 25. Mai, 7 Uhr wurde auf einer Baustelle in Montabaur, ...

Ein großes Zeichen der Solidarität: #TrikotTag

Koblenz. Die Idee zu diesem Tag entstand bereits vor der Corona-Pandemie in Vorbereitung des SBR-Jahresprogramms 2020, das ...

Werbung