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Nachricht vom 07.06.2020    

Mutig und achtsam nach vorne blicken

Die Rahmenbedingungen und Perspektiven kirchlichen Lebens sowie in deren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonisches Werk, dies war diesmal Thema der Videokonferenz in der Reihe „Impulse Digital“ der Westerwälder CDU-Kreistagsfraktion. Gesprächspartner waren führende Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche. Es bestand Einigkeit, im guten Zusammenwirken und gegenseitiger Hilfestellung hätten kirchliche und kommunale Stellen in den letzten Wochen partnerschaftlich zusammengearbeitet. Gemeinsames Ziel war und wird es bleiben, den Menschen im Westerwald im Alltag und in Problemlagen ein verlässlicher Ansprechpartner zu bleiben.

Montabaur. Dekan Dr. Axel Wengenroth und Bistumssprecher Stephan Schnelle gaben einen Einblick in das kirchliche Leben, das durch das Gottesdienstverbot massiv eingeschränkt war. Zur Überbrückung sei eine Vielzahl an Angeboten entwickelt worden. Stephan Schnelle berichtete für die katholische Kirche, dass circa 120.000 Zuschauer die Gottesdienste in Limburg an den Ostertagen über Internet verfolgt haben. Dr. Axel Wengenroth verwies unter anderem auf Fenstergottesdienste in Altenheimen oder gut besuchte Autogottesdienste im Freien. Schwierigkeiten bereitet die Sicherstellung der Notfallseelsorge, allerdings werden im Ernstfall immer Wege gefunden, um geistlichen Beistand zu schenken. Beide Kirchen unterstützen den disziplinierten Umgang mit der Corona-Pandemie, der nur schrittweise Lockerungen erlaube.

CDU-Kreisvorsitzender Dr. Andreas Nick MdB dankte den Kirchenvertretern für die vertrauensvolle Kooperation zwischen staatlichen und kirchlichen Stellen. Vereinbarte Regeln wurden mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung eingehalten.

Frank Keßler-Weiß vom Caritasverband und Wilfried Kehr vom Diakonischen Werk schilderten die gravierenden Einschnitte in das Beratungs- und Unterstützungsangebot der kirchlichen Wohlfahrtsverbände. Zu Beginn waren einige Angebote nicht mehr realisierbar und teilweise auch über einen längeren Zeitraum geschlossen (unter anderem Tafelangebot, Caritaswerkstätten). Die Corona-Pandemie habe die Arbeit von Caritas und Diakonie deutlich verändert. Kehr und Keßler-Weiß hoben die enge und gute Zusammenarbeit insbesondere mit dem Gesundheitsamt und der Sozialabteilung der Kreisverwaltung hervor. Die verschiedenen Beratungstätigkeiten konnten mit teilweise veränderten Rahmenbedingungen wieder aufgenommen werden. Mitarbeiter und Ehrenamtler wollen gerne wieder aktiv werden.

Caritasdirektor Keßler-Weiß sprach die Herausforderungen im Bereich der Alten- und Behindertenhilfe an. Über notwendige Einschränkungen und Lockerungen müsse verantwortungsvoll entschieden werden. Regelverstöße seien nicht tolerierbar und schadeten in erster Linie den Hilfebedürftigen.

Diakonie-Geschäftsführer Kehr zeigte sich erfreut, dass alle acht Tafelausgabestellen mit verändertem Konzept wieder zur Verfügung stehen. Auch die Tagesstätte für Psychisch-Kranke konnte ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Landrat Achim Schwickert ging auf die Fragen zur Schülerbeförderung und zur Eingliederungshilfe ein. Der Westerwaldkreis habe alle notwendigen Schülerfahrkarten gekauft, damit die Beförderung im gewohnten Umfang bestehen bleiben kann. Die Schülerbeförderung sei in vielen Fällen in den öffentlichen Personennahverkehr eingebunden und daher kaum veränderbar. Wünschenswerte „Sonderfahrten“ seien organisatorisch und personell nicht leistbar.



Unklar ist noch die Haltung des Landes zur weiteren Finanzierung der Eingliederungshilfe. Schwickert machte deutlich, dass der Westerwaldkreis trotz eines eingeschränkten Angebots der Träger die finanziellen Leistungen im vollen Umfang weiter leisten möchte. Diese Auffassung unterstützte auch CDU-Fraktionschef Dr. Stephan Krempel: „Wir waren vor Corona verlässliche Partner, wir brauchen uns gegenseitig in der Krise und sicherlich auch nach der Krise.“

Die CDU-Landtagsabgeordnete Jenny Groß sprach die Situation der Kindertagesstätten an. Hier sei die weitere Entwicklung noch nicht absehbar. Die Kinder sollten wieder vermehrt Sozialkontakte haben, Eltern müssten entlastet werden und der Gesundheitsschutz für die Erzieher/innen Beachtung finden. Die Kirchenvertreter berichteten, dass die Notbetreuung ohne größere Beschwerden bewältigt wurde und nun schrittweise der Regelbetrieb angestrebt werde.

Die Corona-Pandemie hat auch große Auswirkungen auf die Finanzen der Kirchen und Wohlfahrtsverbände. Schnelle und Wengenroth gehen von deutlichen Steuerausfällen aus. Bereits jetzt wird bei den Kirchen auf Haushaltsdisziplin geachtet und es werden Einsparmöglichkeiten in den Blick genommen. Caritas und Diakonie berichten ebenfalls von Einnahmeausfällen und befürchten in einigen Arbeitsbereichen eine Unterfinanzierung dringend notwendiger Projekte.

Die Gesprächspartner stellten übereinstimmend fest, dass eine gute Kommunikation nach innen und außen weiterhin wichtig ist. Nur so seien getroffene Entscheidungen nachvollziehbar. In den letzten Wochen habe sich die enge Vernetzung der caritativen und der kommunalen Stellen bewährt. Diese Partnerschaft soll auch mit teilweise neuen Wegen fortgesetzt werden.

CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel sprach zum Abschluss nochmals die christlichen Werte der Achtsamkeit, Rücksicht und Nächstenliebe an. Er habe die Hoffnung, dass diese Werte durch die Erfahrung der Corona-Pandemie in der Gesellschaft an Bedeutung gewonnen haben und die Kirchen in ihrem Auftrag gestärkt werden. (PM)



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