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Nachricht vom 26.05.2020    

Sind Hanfsamen bedenklich oder gesund?

Eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt befindet sich heute wortwörtlich in aller Munde. Die Rede ist von Produkten aus Hanf. Mittlerweile in Form von Ölen oder Samen produziert, werden diese auch im Westerwaldkreis verstärkt angeboten. Viele Verbraucher sind indes unsicher darüber, ob es sich bei den Hanfsamen wirklich um gesundheitsfördernde, legale Produkte handelt. Tatsache bleibt, dass die Produktvielfalt stetig wächst und erste medizinische Studien auf einen möglichen, gesundheitsfördernden Nutzen hinweisen.

Die nährstoffreichen Hanfsamen sind reich an Vitamin B1, B2 und E. Während Vitamin B den Stressabbau fördert, verbessert Vitamin E die muskuläre Regeneration. Fotoquelle: pixabay.com

Woraus werden Hanfsamen gewonnen?
Bei den Hanfsamen handelt es sich um Bestandteile der gleichnamigen Nutzpflanze. Das Marktpotenzial des Nutzhanfs ist in den vergangenen Jahren beständig gestiegen. Auch die Bundesregierung registrierte inzwischen das wirtschaftliche Potential der Hanfsamen. Dennoch ist die Verwendung von Hanfprodukten bis heute mit vielen Vorurteilen behaftet. Denn neben der medizinischen Wirkungsweise ist die Heilpflanze vor allem für ihre berauschende Wirkung bekannt.

Mittlerweile lassen sich unzählige Hanfprodukte voneinander abgrenzen. Darunter auch die aufkeimenden Samen, deren Aufzucht einer strengen Prozedur unterliegt. Da die Samen im Wasser aufkeimen, weichen sie zunächst für rund 24 Stunden ein. Anschließend gilt es, die Samen während ihrer Wachstumsphase regelmäßig zu belüften und zu bewässern.

Traditionellerweise lassen sich bis zu vier unterschiedliche Hanfsamenarten voneinander abgrenzen. Dazu zählen einerseits die selbstblühenden Samen, anderseits die regulären Hanfsamen, feminisierte Cannabissamen sowie CBD-Samen. Selbstblühende Samen sind durch eine einfache Ernte gekennzeichnet. Ihre spezielle Züchtung ermöglicht es, sie mehrmals im Jahr abzuernten. Anders verhält es sich bei den regulären Hanfsamen, die einem naturnahen Anbau unterliegen. Professionelle Anbauer, die Nutzhanf unterschiedlicher Gattungen herstellen, bevorzugen üblicherweise hochwertige feminisierte Hanfsamen. Daneben gibt es die CBD-Samen, welche beispielsweise für medizinische Zwecke verwendet werden.

Inzwischen verwerten viele Unternehmen die kleinen Hanfsamen, um beispielsweise Öle für die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie herzustellen. Verbraucher können das fertige Endprodukt aktuell in beinahe jeder Drogerie oder Apotheke erwerben. Da die Hanfsamen nicht berauschend wirken, sind sie als frei verkäufliches Produkt legal im Handel erhältlich. Selbst in Kühlschränken halten die vielseitigen Hanfprodukte inzwischen Einzug. Oftmals in Form von mit Hanfsamen angereicherter Schokolade oder Keksen.

Welche gesundheitlichen Vorteile die Hanfsamen bieten
Es gibt einige gesundheitliche Vorteile, die sich medizinischen Erkenntnissen zufolge auf die Hanfsamen zurückführen lassen. Ein wesentlicher Vorteil ergibt sich aus dem Nährstoff- und Mineralgehalt. Alle geschälten Samen bestehen zu rund 35 Prozent aus essenziellen Fettsäuren und zu etwa 33 Prozent aus pflanzlichen Proteinen. Darüber hinaus weisen sie ein gesundes 3:1-Verhältnis zwischen Omega-6-, und Omega-3-Fettsäuren auf. Mit ihrem guten Aminosäureprofil stellen sie deshalb besonders für Veganer eine wichtige Proteinquelle dar.

Zusätzlich zu den Aminosäuren können die in den Samen enthaltenen löslichen und unlöslichen Ballaststoffe die Verdauung unterstützen. Außerdem könne der Verzehr der kleinen Samen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen langfristig verringern. Dafür ist die in den Samen enthaltene Aminosäure namens Arginin verantwortlich. Diese steuert unter anderem die Stickstoffmonoxid-Produktion im Körper. Im Körper ist das Stickstoffoxid maßgeblich daran beteiligt, die Blutgefäße zu erweitern und somit den Blutdruck herabzusenken. Zudem konnten Wissenschaftler in Tierstudien nachweisen, dass Hanfsamen Blutgerinnseln vorbeugen und ein geschwächtes Herz stärken können.

Da die Hanfsamen besonders fetthaltig sind, werden sie als Öl verarbeitet auch in der Kosmetikindustrie eingesetzt. Als ölige Tinktur aufgetragen, können die Wirkstoffe in die tieferen Hautschichten eindringen. Dort regen sie die Zellen zum Wachsen an. Folglich könnte es denkbar sein, dass sich trockene und geschädigte Haut dank des Öls selbstständig repariert.

Weiterhin wird den facettenreichen Samen eine positive Wirkungsweise in Bezug auf das prämenstruelle Syndrom (PMS) nachgesagt. Von diesen körperlichen oder seelischen Beschwerden, die mit dem Hormon Prolaktin zusammenhängen, sind rund 80 Prozent aller gebärfähigen Frauen betroffen. Angesichts der Beschwerden könnte die in den Samen gefundene Gamma-Linolensäure dem Prolaktin entgegenwirken. Mediziner wiesen diesen Zusammenhang in einer Studie mit Frauen nach. Nachdem die weiblichen Probanden täglich bis zu einen Gramm essenzieller Fettsäuren zu sich nahmen, gingen ihre Symptome spürbar zurück.

Sind Hanfsamen die Basis für eine ausgewogene Ernährung?
Anders als Chiasamen lassen sich die Hanfsamen aus regionaler Produktion auch im Westerwald erwerben. Die im Bioladen oder Reformhaus erhältlichen Samen lassen sich einfach in den Ernährungsplan einbinden. Als gesunder Zusatz lassen sie sich etwa in einen Smoothie einmischen, als Salattopping nutzen oder in Jogurts einrühren. Hinsichtlich der Dosierung gilt es zu berücksichtigen, dass die ballaststoffreichen Samen im Magen aufquellen. Wer einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt hat, sollte täglich nicht mehr als einen Esslöffel Samen essen.

Dennoch bilden die Samen insgesamt nur eine Säule einer gesunden Ernährungsweise ab. Um den Körper bestmöglich zu versorgen, kommt es ebenfalls auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr an. Denn Wasser reguliert die Körpertemperatur und hält den Körper als Bau- und Bindegewebe funktionsfähig. In diesem Sinne lautet die Devise, zusätzlich zu den Samen ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken. Selbstverständlich gilt es, neben der gesunden Ernährungsweise die Bewegung nicht zu vernachlässigen. Schon ein kurzer Spaziergang oder eine mehrstündige Fahrrad-Tour zum Oberroder Knoten verbessern das körperliche Wohlbefinden nachhaltig. Zudem spricht nichts dagegen, rohe oder geröstete Samen als nahrhaften Snack zum Stausee mitzunehmen.

Worauf gilt es bei der Lagerung der Hanfsamen zu achten?
Wer mit den Hanfsamen als Nahrungsergänzungsmittel das eigene Immunsystem stärken möchte, sollte sie korrekt aufbewahren. Grundsätzlich lassen sich trockene Samen über Jahrzehnte hinweg problemlos lagern. Kritisch wird es nur, sobald die Samen anfeuchten und infolgedessen zu keimen beginnen. Um eine Durchfeuchtung zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Samen in einem geschlossenen Behälter gekühlt zu lagern. Vor der erneuten Verwendung sollten die Samen etwas Zeit bekommen, damit sie sich akklimatisieren.

Fazit: Hanfsamen als gesundes Ergänzungsmittel im Alltag
Es wäre voreilig, den vielseitigen Hanfsamen das Etikett „Superfood“ aufzudrücken. Dennoch enthalten die Hanfsamen als Lebensmittel viele gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe. Dazu gehören in erster Linie Omega-Fettsäuren, aber auch Mineralstoffe und Vitamine. Ebenfalls sind die über den regionalen Handel beziehbaren Samen gut verträglich. Folglich spricht nichts dagegen, die nährhaften Samen als ergänzendes Nahrungsmittel in den Alltag einzubinden. (prm)



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