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Nachricht vom 25.05.2020    

Vertrauen ist notwendig für den Re-Start

„Die schwierigste Zeit liegt noch vor uns“, das ist die übereinstimmende Einschätzung der Bankenchefs von Sparkasse Westerwald-Sieg und Westerwald Bank im Hinblick auf die aktuelle Lage der heimischen Wirtschaft. In der Reihe „Impulse digital“ der Westerwälder CDU-Kreistagsfraktion trafen sich die Kommunalpolitiker per Videokonferenz mit den Vorstandsvorsitzenden Dr. Andreas Reingen und Wilhelm Höser und beleuchteten die Situation der Westerwälder Unternehmen in der und nach der Corona-Krise.

Foto: CDU

Montabaur. Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel betonte die wichtige Funktion der beiden Banken bei der Umsetzung der staatlichen Förderprogramme sowie bei der nachhaltigen Finanzierung der Geschäftstätigkeiten für die heimischen Betriebe. Die beiden lokalen Institute seien „nahe bei den Unternehmen und damit ein wichtiger Gradmesser“ für die Situation der Westerwälder Betriebe und Unternehmen.

Wilhelm Höser und Dr. Andreas Reingen gaben den CDU-Kommunalpolitikern einen Einblick in die Bankengeschäfte der letzten Wochen, die Sorgen und Nöte der heimischen Unternehmen, aber auch zu den Herausforderungen an die Mitarbeiterschaft der beiden Institute. Sowohl bei Privat- als auch bei Firmenkrediten konnte in vielen Fällen geholfen werden. Voraussetzung bei der staatlichen Förderung für die Unternehmen seien jedoch immer eine solide Bilanz der Vorjahre und eine zukunftsfähige Perspektive bei der Geschäftsentwicklung für die nächsten Jahre gewesen. Kredite sind immer Belastungen für die Zukunft und müssen später aus den Erträgen auch finanzierbar sein. In einigen Fällen seien leider keine nachhaltigen positiven wirtschaftlichen Entwicklungen erkennbar gewesen, die dann eine Kreditvergabe verhinderten.

In der Gesamtschau erwarten die Vorstandsvorsitzenden für die Westerwälder Wirtschaft zwar Einbrüche, allerdings seien die meisten hiesigen Betriebe hierfür gerüstet. Bei einigen Branchen, allen voran der Gastronomie, seien jedoch gewaltige Anstrengungen erforderlich, um die Krise tatsächlich zu überstehen. „Wie wir durch diese Krise kommen, wissen wir frühestens 2021, viele Betriebe müssen sich noch auf eine längere Durststrecke einstellen“, so das Fazit von Höser und Dr. Reingen.

CDU-Kreisvorsitzender Dr. Andreas Nick MdB und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jenny Groß MdL dankten Höser und Dr. Reingen sowie deren Mitarbeiter/innen für die aktive Unterstützung der Unternehmen bei der Umsetzung der staatlichen Fördermaßnahmen. Leider habe Rheinland-Pfalz bei den Bundesländern eine Sonderrolle eingenommen. Das Land sei verspätet „ins Laufen gekommen“ und betreibe auch keine eigene Landesförderung. Die „Rolle als Hausbank“, die die heimischen Kreditinstitute wahrnehmen konnten, sei bei einer schnellen und nachhaltigen finanziellen Unterstützung äußerst wichtig gewesen.

Dr. Kai Müller sprach als Bauunternehmer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender die Investitionsbereitschaft der Unternehmen an, die zum Teil noch von ihren Auftragsbeständen profitieren. Dr. Reingen und Höser berichteten von weiter getätigten Investitionen im Bausektor, die bereits länger von den Betrieben geplant waren. Allerdings werde bei den Investitionen in den Maschinenpark momentan noch eher Zurückhaltung geübt und die weitere wirtschaftliche Entwicklung abgewartet.

Auf die wichtige Funktion des Kurzarbeitergeldes für Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der bestehenden Krise wies der Sparkassenchef Dr. Reingen hin. Sie sicherten einerseits Einkommen, andererseits könnten die Unternehmen dadurch Fachkräfte weiter an sich binden. Es sei ein großes Glück, dass Deutschland über diese schnell funktionierenden Instrumente verfüge.

Für die Zukunft warnten Höser und Dr. Reingen davor, in den öffentlichen Haushalten angesichts sinkender Steuereinnahmen eine „Spardiskussion anzuzetteln“. Investitionsunterstützende Konjunkturprogramme könnten ein Stück den Weg in die Normalität ebnen. Die internationale Zusammenarbeit, insbesondere in Europa, und unterbrochene Lieferketten müssten wiederaufleben. Den Unternehmen müsse deutlich gemacht werden, dass verantwortliches Wirtschaften Zukunft habe. Beide Bankenchefs wiesen dabei auf die außerordentliche Bedeutung einer positiven Erwartungshaltung hin: „Wir brauchen das Vertrauen der Betriebe in eine Aufwärtsentwicklung, aber auch das Vertrauen der Bürger und Bürgerinnen ist für das Konsumklima unglaublich wichtig“, brachte Genossenschaftsbanker Höser die Stimmungslage auf den Punkt.

Dies unterstützte auch CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel, der an die Menschen im Westerwald appellierte, beim Wiederanlaufen nach dem Lockdown insbesondere heimische Anbieter zu unterstützen und deren Angebote auch tatsächlich zu nutzen. Dann bestehe die Chance, dass die im Regelfall gut aufgestellten Westerwälder Unternehmen die Krise auch bewältigen können. Die langjährigen guten Gesprächskontakte zwischen seiner Fraktion und den heimischen Kreditinstituten beweisen, dass Banken und Kommunalpolitik dabei verlässliche Partner sein können.

Die CDU-Kreistagsfraktion setzt ihre Reihe „Impulse digital“ am kommenden Mittwoch fort. Dann sind Vertreter der heimischen Gastronomie zu Gast, mit denen die Kommunalpolitiker über die schwierige Situation von Hotels und Gaststätten nach der langen Zwangsschließung reden werden. (PM)


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