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Nachricht vom 03.05.2020    

Rückbau von Bahninfrastruktur im Bahnhof Siershahn trotz Klimawandels

Auch wenn die aktuelle Situation alle anderen Themen überlagert, die wahre und unwiederbringliche Krise ist nicht das Corona-Virus, sondern der Klimawandel. Viele Maßnahmen sind deshalb von der Bundesregierung in die Wege geleitet worden, unter anderem massive Investitionen in die Bahn.

Sonderzug der Brexbachtalbahn. Foto: privat

Bendorf. Denn unsere Bahnen brauchen dringend

1. mehr Gleise, mehr Strecken, nachhaltige Verbesserung der Bahninfrastruktur und Investitionen in das bestehende Netz.
2. neue Züge, neue Gleise, neue Mobilität
3. Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Reserven
4. die qualitative Verbesserung des bestehenden Schienennetzes
5. die Reaktivierung bestehender Bahnstrecken

So fordert der Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen aktuell, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, die fatalen Fehlentscheidungen der Vergangenheit (Zerstörung und Rückbau von Bahninfrastruktur) endlich zu beenden und Strecken sofort zu reaktivieren (darunter auch die Brexbachtalbahn). Bestehende Trassen sind zu sichern, da sie mittel- und langfristig dringend benötig werden. In der Drucksache BT-Drucksache heißt es dazu: „Der Deutsche Bundestag stellt fest: Die Klimabilanz im Verkehrssektor ist katastrophal. Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, müssen die klimaschädlichen Emissionen im Verkehrssektor effizient und schnell gesenkt werden. Wir brauchen eine umfassende und zügige Verkehrswende. Die Bahn als umwelt- und klimafreundlicher Verkehrsträger ist das Rückgrat der Verkehrswende. Neben dem Aus- und Neubau von Schienenwegen kommt daher dem Erhalt und der Reaktivierung des bestehenden Streckennetzes eine tragende Rolle zu.“ Die Qualität der Angebote auf der Schiene und damit ihre Attraktivität gegenüber dem Pkw und Flugzeug hängen entscheidend vom Zustand der Bahninfrastruktur ab.

Trotzdem plant die DB Station & Service AG, Regionalbereich Mitte im Bahnhof Siershahn einen Rückbau der Gleisinfrastruktur. Im Antrag heißt es an allen Stellen statt Ausbau und Investitionen: reduzieren, reduzieren, reduzieren. Der Verein Brexbachtalbahn findet das absolut skandalös! Die Mitglieder fragen das Eisenbahn-Bundesamt: „Wer ist für so einen Unsinn wider aller Vernunft verantwortlich? Warum lernt man nichts aus der Vergangenheit? Wie sollen die oben genannten Ziele erreicht werden, wenn weiterhin Bahninfrastruktur zerstört wird?“



Der Bahnhof Siershahn ist verkehrstechnisch von herausragender Bedeutung - und diese wir zukünftig noch steigen, denn

1. Die Firma Schütz weitet ihre Produktion in Siershahn massiv aus.
2. Die Brexbachtalbahn wird nach Neuwied mit Anbindung an die Rheinschiene durch die Eifelbahn-Verkehrsgesellschaft reaktiviert, eine Unternehmensgenehmigung für den ersten Teilabschnitt Siershahn - Grenzau liegt bereits vor.
3. Die Lappwaldbahn hat die Strecke in Richtung Altenkirchen übernommen und investiert aktuell, um hier zukünftig Güter- und Touristikverkehre anzubieten.
4. Der Verein Brexbachtalbahn plant einen saisonalen Wochenend-Touristikverkehr zur Stärkung einer nachhaltigen touristischen Regionalentwicklung von
Koblenz/Neuwied nach Siershahn und ist auf alle noch bestehenden Gleise angewiesen (siehe Foto Sonderzug).

Als Bürger, Steuerzahler und Mitglied im Bündnis für die Verkehrswende nördliches Rheinland-Pfalz sowie im Brexbachtalbahn e.V. protestiert Gernot Kallweit entschieden gegen dieses Vorhaben, infrastrukturelle Daseinsvorsorge zu zerstören und legt gegen jede Form der Reduzierung und Rückbau von Bahngleisen und Bahnsteigen Protest ein! (Gernot Kallweit)

Bündnis für Verkehrswende nördliches Rheinland-Pfalz:
Kontakt bei PRO BAHN: Martin Mendel * Postfach 31 43 * 55021 Mainz * Mail: probahn.rlp.martin.mendel@email.de
Kontakt beim BUND: Egbert Bialk * Mail: e.bialk@t-online.de
Kontakt beim VCD: Mario Pott * Mail: mariopott@web.de
Kontakt bei der BIKO: Dr. Karl-Georg Schroll * Mail: karlgeorg.schroll@yahoo.de
Kontakt bei Brexbachtalbahn e.V. Gernot Kallweit g.kallweit@t-online.de


Mehr zum Thema:    Auto & Verkehr   


Kommentare zu: Rückbau von Bahninfrastruktur im Bahnhof Siershahn trotz Klimawandels

3 Kommentare

Absolut typisch für die von der Autolobby gesteuerte und vermutlich auch finanzierte Politik. Als ich vor ein paar Wochen beim Bürgermeister der VG Westerburg einen Lückenschluss der 15 Kilometer langen unterbrochenen Westerwaldquerbahn zwischen Wallmerod und Westerburg vorschlug, was problemlos möglich, wäre, um den gesamten Oberwesterwald barrierefrei in Montabaur an den ICE anzubinden, verwies mich der Bürgermeister auf die bestehende hervorragende Verbindung zwischen Au/Sieg - Altenkirchen - Westerburg - Limburg/Lahn. An keiner Stelle dieser sehr langen und langsamen Verbindung besteht eine Anknüpfung an die ICE-Strecke. Man wird als Bürger offenbar von den sog. Volksvertretern auch noch veräppelt und für dumm verkauft. Genau so läuft es auch in Siershahn. Anpassung bzw. Optimierung nennt man den Raubbau im Bahnhof Siershahn dann und das blöde Stimmvieh glaubt diesen Quatsch dann auch noch.
#3 von Dirk Enders, am 05.05.2020 um 18:38 Uhr
Es ist mal wieder ein typisches Beispiel. Was auf dem Blatt Papier steht, und was in der Realität passiert, hat nichts miteinander zu tun! Es ist schon sehr merkwürdig wenn solche Entscheidungen getroffen werden. Wie präsent war das Thema Umweltschutz die letzten Monate über! Dieselfahrern wird das Leben schwer gemacht, Fridays for future überall! Und gleichzeitig liest man dann solche Nachrichten, das kann man niemandem plausibel erklären. In meinen Augen eine Posse. In den letzten 15 Jahren wurden, lt. SPIEGEL, zwar 827 Km Bahnstrecken reaktiviert, dafür legte man jedoch im selben Zeitraum 3600 Km still. Das ist einfach die falsche Richtung wenn man Umweltschutz wirklich ernst nehmen will.
#2 von Andreas Schuster, am 04.05.2020 um 19:32 Uhr
Hat schon jemand eine Petizion gestartet ???
#1 von Wolfgang Conzendorf, am 04.05.2020 um 19:32 Uhr

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