Werbung

Nachricht vom 07.04.2020    

Fab Lab der Uni Siegen druckt Gesichtsvisiere

Das Team des Fab Lab der Universität Siegen erstellt mit 3D-Druckern Gesichtsvisiere, die vor einer Tröpfcheninfektion mit dem Coronavirus schützen sollen. Die Visiere werden kostenlos an medizinische Einrichtungen abgegeben.

Das Team des Fab Lab der Universität Siegen erstellt mit 3D-Druckern Gesichtsvisiere. (Foto: Uni Siegen)

Siegen. Die Uni Siegen befindet sich im Minimalbetrieb – doch im zugehörigen Fab Lab am Siegener Herrengarten laufen die 3D-Drucker seit der vergangenen Woche ununterbrochen. In der Kreativwerkstatt für digitale Fabrikationsmethoden druckt, lasert und organisiert das 7-köpfige Team um Peter Kubior Gesichtsvisiere. Diese sollen die Träger und andere vor einer Tröpfcheninfektion mit dem Coronavirus schützen. Die so genannten „Covid-Shields“ möchte das Fab Lab kostenfrei an Krankenhäuser in der Region ausgeben. Die Nachfrage ist groß: Drei Siegener Krankenhäuser haben sich schon gemeldet und Interesse an insgesamt 1.300 Schildern bekundet.

Bevor die Produktion im Fab Lab starten konnte, gaben Landrat Andreas Müller und weitere Gremien grünes Licht. Auch die Universitätsleitung musste zustimmen, damit im Fab Lab in der aktuellen Situation überhaupt gearbeitet werden darf. Dies geschieht unter strengen Sicherheitsvorkehrungen: Maximal zwei Personen dürfen vor Ort sein, sie müssen ausreichend Abstand zueinander halten und bei der Arbeit Mundschutz und Handschuhe tragen. „Diese Maßnahmen sind auch wichtig, um die Sauberkeit der Einzelteile der Gesichtsvisiere zu garantieren“, erklärt Peter Kubior. Um ganz sicher zu gehen, lagern die Visierteile einige Tage im Fab Lab, bevor sie an die Krankenhäuser ausgegeben werden.

Der verwendete Entwurf zur Produktion der Gesichtsvisiere stammt ursprünglich aus Tschechien. Zahlreiche Mitglieder der so genannten „Maker Szene“ verwenden diesen oder ähnliche und füttern ihre 3D-Drucker mit den digitalen Bauplänen. In Deutschland hat sich das Netzwerk „Makers versus Virus“ gebildet, um gemeinsam zu helfen. „Da gibt es einen sehr guten Austausch und viele Tipps – zum Beispiel dazu, wo man Material herbekommt“, berichtet Peter Kubior. Benötigt werden durchsichtige Kunststoffplatten für die Visiere, außerdem Kunststoff zu Herstellung der Stirn-Reife, an denen diese befestigt werden – und elastische Lochbänder, mit denen der fertige Gesichtsschutz am Hinterkopf gehalten wird.



„All diese Materialien sind aktuell Mangelware oder werden deutlich überteuert angeboten“, sagt Kubior. Das Fab Lab sei vor der Krise zum Glück gut mit Kunststoff ausgestattet gewesen. Doch mittlerweile ist dieses Material so gut, wie aufgebraucht – Nachschub wird dringend benötigt. „Wenn das Material da ist, können wir unsere elf Drucker Tag und Nacht laufen lassen. Dann sind wir in der Lage, innerhalb kürzester Zeit sehr viele Teile der Shields zu produzieren“, versichert Peter Kubior. Wichtig ist ihm noch zu betonen, dass die Gesichtsvisiere selbstverständlich keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Ansteckung bieten. „Aber in Zeiten fehlender Schutzausrüstung helfen sie, das zeigt ja auch die große Nachfrage aus dem medizinischen Bereich.“

Das Fab Lab-Team prüft zurzeit auch, ob in den kommenden Wochen und Tagen noch weitere Teile gedruckt werden könnten, die in der aktuellen Krise helfen – beispielsweise Ventilstücke für medizinische Sauerstoff-Pumpen. „Da testen wir gerade, ob das für uns hier vor Ort machbar ist. Sollte es funktionieren und das nötige Material verfügbar sein, setzten wir das auf jeden Fall um“, sagt Peter Kubior.

Interesse und Spenden
Medizinische Einrichtungen, die Interesse an den Gesichtsvisieren haben und Betriebe oder Privatpersonen, die die Produktion mit (Material-)Spenden unterstützen möchten, können sich per E-Mail bei Peter Kubior melden: peter.kubior@uni-siegen.de

Bei dem benötigten Material handelt es sich um PETG-Platten (transparent und klar) der Stärke 0,5 mm, PETG-Filament der Stärke 1,75 mm sowie elastische Lochgummibänder. (PM)



Kommentare zu: Fab Lab der Uni Siegen druckt Gesichtsvisiere

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Wied: Schusswaffe bei alkoholisiertem Fahrer sichergstellt

Bei einer Verkehrskontrolle wurde in Wied ein 55-Jähriger Autofahrer gestoppt, der unter Einfluss von Alkohol stand. Auf der Rückbank seines Dacia lag eine zugriffsbereite Langwaffe. Auch Munition hatte der Mann dabei. Ein entsprechendes Strafverfahren wurde eingeleitet.


Schwerer Diebstahl in Müschenbach: Zeugen gesucht

Ein großes schweres Arbeitsgerät wurde in Müschenbach aus einer Lagerhalle gestohlen. Die Tatzeit konnte auf nur eine halbe Stunde eingegrenzt werden. Die Täter sind vermutlich gut vorbereitet gewesen und hatten ein entsprechend großes Fahrzeug dabei. Die Polizei bittet darum, verdächtige Beobachtungen zu melden.


Unter Alkoholeinwirkung durch den Straßengraben gefahren

Da hat sich ein 27-Jähriger keinen Gefallen getan, als er unter Alkoholeinfluss von der Straße abkam und auf einer Länge von rund 100 Metern durch den Straßengraben fuhr. Außer erheblichem Sachschaden an seinem Fahrzeug ist jetzt auch der Führerschein weg.


LKW-Fahrer fährt Schlangenlinien auf der Autobahn

Unter dem Einfluss von Alkohol fuhr ein Lkw-Fahrer auf der A 48 rechts gegen die Leitplanke und setzte seine Fahrt in Schlangenlinien fort. Eine Zeugin verständigte die Polizei.


Seelsorgerin Anne Nink in den Ruhestand verabschiedet

Die Pfarrei Sankt Peter Montabaur und Stelzenbachgemeinden verabschiedete Seelsorgerin und Gemeindereferentin Anne Nink mit einem Gotesdienst in den Ruhestand. Ihre Tätigkeit wurde in in emotional bewegenden Lobreden von vielen Seiten gewürdigt.




Aktuelle Artikel aus der Region


Ortsgemeinde Caan sperrt Parkplatz an der Grillhütte

Caan. „Als Konsequenz aus den Rodungsarbeiten in der Caaner Gemarkung bei der diesjährigen Holzernte sperrt die Gemeinde ...

Unter Alkoholeinwirkung durch den Straßengraben gefahren

Hahn. Am Freitag, dem 24. September, gegen 23.50 Uhr, kam es auf der Kreisstraße zwischen Hahn bei Bad Marienberg und Höhn-Schönberg ...

LKW-Fahrer fährt Schlangenlinien auf der Autobahn

Wirges. Bereits am Montag, 20. September um 22.30 Uhr befuhr ein polnischer 52-jähriger Lkw-Fahrer in Schlangenlinien die ...

Seelsorgerin Anne Nink in den Ruhestand verabschiedet

Gackenbach. „Wer der Erste sein will, soll der Letzte und der Diener aller sein.“ Unter dieser Aufforderung Jesu Christi ...

Wied: Schusswaffe bei alkoholisiertem Fahrer sichergstellt

Wied. Am Freitag, den 24. September gegen 23.55 Uhr konnte in der Rheinstraße in Wied durch Beamte der Polizei Hachenburg ...

Westerwaldwetter: Samstag Altweibersommer - Sonntag Gewitter

Region. Zwischen Mitte September und Anfang Oktober, wenn das Tageslicht schon spürbar weniger wird und der Herbst kalendarisch ...

Weitere Artikel


In der Nacht zu Mittwoch in den Supermond schauen

Region. Supermond klingt magisch. Doch der Begriff beschreibt umgangssprachlich den Zeitpunkt, wenn ein Vollmond der Erde ...

Stillstand in der Hausinstallation gefährdet die Trinkwasserhygiene in Gebäuden

Hachenburg. Als örtlicher Wasserversorger appellieren die Verbandsgemeindewerke Hachenburg, Betriebszweig Wasserwerk an ...

DRK Krankenhaus auf Corona-Krise gut vorbereitet

Hachenburg. Dazu gehört auch ein regelmäßiger Austausch mit den Gesundheitsämtern, Landkreisen und dem Gesundheitsministerium ...

Hilfe für Wald: Jagdpächter können Antrag auf früheren Jagdbeginn stellen

Region. Der Landesbetrieb Landesforsten Rheinland-Pfalz will den Wald vor den Folgen des Klimawandels schützen. Daher hat ...

Frohe und bunte Ostern in Hachenburg

Hachenburg. Verbunden mit guten Wünschen macht der Bürgermeister den Hachenburgern Mut: „Die Maßnahmen zur Eindämmung des ...

Online-Workshop zur Erstellung eines Ausbildungsplans

Koblenz. Der betriebliche Ausbildungsplan ist zwingend zur Eintragung des Berufsausbildungsverhältnisses bei der zuständigen ...

Werbung