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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 09.03.2020    

Die Börse als alternativlose Geldanlage?

In der derzeitigen Nullzinsphase liegen Guthaben auf Spar- und Tagesgeldkonten und bringen keine Zinsen. Im Gegenteil, teilweise zahlen die Sparer bereits Negativzinsen für die Verwaltung des Geldes. Viele Sparer suchen deshalb nach Alternativen. Der Kauf von Aktien, der Handel mit Gold oder ein ETF-Sparplan bringt heute Gewinne ein, was ein Investment an der Börse beinahe alternativlos macht. Allerdings ist nicht jeder Aktienkauf gut für einen Anleger und es ist auch nicht zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt angeraten, in Gold zu investieren. Trotz der schlechten Zinslage für Sparer ist es in manchen Situationen sinnvoll, zunächst ein stabiles Fundament mithilfe eines Sparplans oder Festgeldkontos zu bilden.

Je nachdem, ob ein Anleger kurzfristige Gewinne erzielen möchte oder sein Geld langfristig anlegen kann, wählt er die Geldanlage aus. Pixabay © nattanan23 (CC0 Public Domain)

Jeder hat seinen individuellen Weg bei Geldanlagen
Nicht nur Sparbücher oder Festgeldkonten bringen wenig ein, auch die Investition in die klassischen Lebens- und Rentenversicherungen lohnt sich derzeit nicht. Dazu gibt es ein paar praxisnahe Tipps unter www.mdr.de/. Das Problem liegt darin, dass die Kosten angesichts der geringen Renditen viel zu hoch sind. Doch die meisten Deutschen bleiben beim Thema Geldanlage bei den konservativen Anlageformen. Börse oder Kapitalmarkt sind den meisten suspekt. Der Deutschen Bundesbank zufolge lagen Mitte 2017 rund 2,1 Billionen Euro quasi zinslos auf Giro- und Tagesgeldkonten. Hier können Anleger mit dem entsprechenden Know-how aus unzähligen Finanzprodukten auswählen und das für sie passende Produkt herausfiltern.

Doch wie ist es um das Börsen-Know-how der Bürger aus dem Landkreis bestellt? An der Börse lässt sich das Chancen-Risiko-Verhältnis ebenfalls ziemlich genau justieren. Auf der Seite www.trading-fuer-anfaenger.de/ finden Interessierte viele Informationen zu den verschiedenen Investments an der Börse und wie Trading funktioniert. So kann jeder, der das möchte und es sich zutraut, sein eigenes Depot verwalten. Diese Grundbegriffe und Tipps werden dann im Nu sitzen.

ETFs – börsengehandelte Indexfonds
ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines bekannten Index darstellen. Sie vereinen die Vorteile von Fonds und Aktien zu einem einzigen Produkt. Dabei haben Anleger die Möglichkeit, entweder einen größeren Betrag auf einmal anzulegen oder sie können einen ETF-Sparplan einrichten und monatlich an ihrem Vermögensaufbau arbeiten. Hier sind auch sehr geringe Sparraten von 25 Euro monatlich möglich. Es ist sinnvoll, einen ETF-Sparplan auszuwählen, bei dem die Dividenden gleich thesauriert, das heißt, gleich wieder investiert werden. So profitieren die Anleger vom Zinseszinseffekt.

Vermögensaufbau für jedermann
Jeder, der sich ein Vermögen aufbauen möchte, sollte zunächst dafür sorgen, dass eventuelle Schulden abbezahlt sind. Denn die Zinsen für einen Kredit sind wesentlich höher als die zu erwartenden Renditen für Geldanlagen. Der Dispokredit sollte ausgeglichen und alte Kredite bezahlt sein. Eine Sondertilgung für die Baufinanzierung kann sich ebenfalls lohnen. Das Geld, das Anleger am Kapitalmarkt investieren möchten, sollte mittelfristig nicht für andere Sachen eingeplant sein. Auf keinen Fall sollte Geld an der Börse investiert werden, das für dringende Anschaffungen oder regelmäßige Zahlungen nötig ist. Investments mit hohen Zinsversprechen sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen, so der NDR-Ratgeber unter www.ndr.de/. Wer schon ein Wertpapierdepot besitzt, sollte die Diversifizierung des Depots prüfen. Wenn die Anlagen gut auf verschiedene Anlageklassen, wie Anleihen, Aktien, Rohstoffe oder Immobilien, verteilt sind, verringert sich das Risiko. Kommt es bei einer Anlage zu Verlusten, lassen sich diese durch Gewinne in einer anderen Klasse wieder ausgleichen.

Gleichgewicht von Risiko und Rendite
Je nach Anlagehorizont kann das Risiko einer Geldanlage höher oder niedriger sein. Kurzfristige Anlagen bergen in der Regel ein höheres Risiko als Anlagen mit einem langfristigen Anlagehorizont. Denn kurzfristige Kursschwankungen sind an der Börse nicht zu vermeiden. Der Erfolg eines Investments ist auch von der Dauer einer Anlage abhängig. Wer nicht kurzfristig immer wieder in Aktien und Wertpapiere einsteigt und diese dann wieder abstößt, sondern langfristige Geldanlagen wählt, kann auf ordentliche Renditen hoffen. Eine Garantie dafür gibt es am Aktienmarkt allerdings keine. Die besten Renditen lassen sich nach wie vor mit Investitionen in nachhaltig erfolgreiche Unternehmen und mit einem breit gestreuten Depot erzielen, wie die Westerwald Bank rät. Auch ständiges Umschichten kann den langfristigen Erfolg eines Depots schmälern. Dennoch ist es notwendig, das Depot von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob die Anlagen noch zur eigenen Strategie und der Risikopräferenz passen.

Die Kosten im Blick behalten
Ein wesentlicher Faktor bei der Einrichtung einer Geldanlage sind die Gebühren. Wer beim Kauf und der Verwahrung seiner Aktien und Wertpapiere durchschnittlich nur einen Prozentpunkt sparen kann, kann damit ordentliche Renditevorteile erzielen. Das lohnt sich bei größeren Investments und über einen längeren Zeitraum.

Festgeld- oder Tagesgeldkonten sollten keine Gebühren kosten. Doch sind die Zinsen derzeit sehr gering, wie die Westerwald Bank im Zuge einer Informationsveranstaltung erläuterte. Wer aktiv gemanagte Fonds wählt, muss für das Fondsmanagement mit Gebühren rechnen. Diese können leicht rund zwei Prozent der Anlagesumme betragen. Bei kurz- und mittelfristigen Geldanlagen sollten die Kosten niedrig sein. Als Alternative können sich hier Indexfonds (ETFs) lohnen.

„The trend is your friend“
So lautet eine Börsenregel. Doch das bedeutet nicht, dass immer alle dem gleichen Trend folgen müssen. Manchmal lohnt es sich gegen den Strom zu schwimmen. Denn wenn viele Anleger die gleiche Aktie kaufen, kommt es zu Kursanstiegen. Wenn der Aufwärtstrend anfängt zu kippen, verkaufen professionelle und institutionelle Anleger die Aktien wieder und die Kurse fallen. Bei Privatanlegern kommt es dann meist zu Verlusten. Wer schon einige Erfahrung an der Börse gesammelt hat, kann auch manchmal dem eigenen Urteilsvermögen vertrauen und gegen den Markttrend handeln. Wichtig ist, dass Privatanleger nur solche Produkte kaufen, die sie auch verstehen, egal was ein Finanzvermittler oder Bankberater erzählt.

Einer der häufigsten Fehler, die Privatanleger machen, ist der Versuch, Verluste auszusitzen. Wenn ein Unternehmen vor Insolvenz steht, ist es an der Zeit, die Verluste zu realisieren und nicht darauf zu warten, bis das Unternehmen ganz untergeht. Macht eine Aktie gute Gewinne, ist ein Teilverkauf ratsam. Dabei sollten das investierte Geld, die Abgeltungssteuer und die Transaktionskosten auf jeden Fall erzielt werden. Die restlichen Aktien können weiterlaufen und deutlich höhere Gewinne machen. Das Verlustrisiko ist durch den Teilverkauf gleich null. (PRM)



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