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Nachricht vom 18.03.2020    

Ausbildung in Gastronomie und Hotels öffnet das Tor zur Welt

Viele Unternehmen haben es nicht leicht, geeignete Auszubildende und damit die Fachkräfte von morgen zu finden, die die betriebliche Zukunft sichern. Besonders ausgeprägt ist diese Sorge in der Hotellerie und Gastronomie (Hoga). Dabei bietet die Branche so vielfältige Perspektiven und Karrierechancen wie kaum eine andere. Voraussetzung ist natürlich, dass der Ausbildungsbetrieb die jungen Menschen bestmöglich qualifiziert. Mit gutem Beispiel voran gehen das Hotel Heinz und FETZ - Das Loreleyhotel. Deshalb erhielten sie jetzt das Zertifikat für Nachwuchsförderung der Bundesagentur für Arbeit.

Elmar Wagner, Chef der Agentur für Arbeit Montabaur (r.) und Nico Klimek vom Arbeitsgeberservice der Agentur (l.) freuen sich Heinz mit (v.l.): Christina Heinz, Simone Hüllenhütter, Peter Heinz und Elke Rickmann. Fotos: privat

Montabaur. Beide Unternehmen haben ihren Sitz im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur, der die Landkreise Westerwald und Rhein-Lahn umfasst. „Es ist gute Tradition, dass wir alljährlich in der bundesweiten Woche der Ausbildung einen Betrieb pro Landkreis für besonderes Engagement auf diesem Gebiet auszeichnen“, sagt Elmar Wagner, Chef der Arbeitsagentur Montabaur. „Für die Hotellerie und Gastronomie haben wir uns diesmal auch entschieden, um Vorurteile zu entkräften: Viele Jugendliche schauen sich diesen Sektor erst gar nicht an, weil die Arbeitszeiten an Wochenenden, Feiertagen und Abenden sie abschrecken. Aber zum einen eröffnen sich dadurch Freiräume an anderer Stelle. Zum anderen gibt es eine ganze Palette spannender Berufe, die es sich zu entdecken lohnt.“

Diese Bandbreite spiegelt das Hotel Heinz (Höhr-Grenzhausen), zu dem das Hotel Silicium (ebenfalls Höhr-Grenzhausen) und das Hotel Eisbach (Ransbach-Baumbach) gehören. Hier werden Hotelkaufleute, Fachkräfte im Gastgewerbe, Restaurant- und Hotelfachleute und Köche ausgebildet. 31 der knapp 250 festen Beschäftigten sind Azubis; diejenigen, die „ausgelernt“ haben, werden in aller Regel übernommen. Inhaber Peter Heinz und Tochter Christina Heinz, die für das operative Geschäft verantwortlich ist, betonen: „Wer engagiert ist, hat gute Aufstiegschancen und kann mit dem Verdienst gut leben. Hoga-Berufe öffnen das Tor zur Welt!“ Und dies in mehrfacher Hinsicht: sehr viele, die in dieser Branche tätig sind, sammeln Erfahrungen im Ausland und werten damit ihren Lebenslauf auf. Außerdem kommt die Welt mit den Gästen ins Haus. Peter Heinz: „Zum guten Service gehören bekanntlich auch die Konversation und der persönliche Kontakt. Das erweitert den Horizont, und so macht die Arbeit Spaß!“

Bei der Besetzung von Arbeits- und Ausbildungsstellen setzt das Hotel Heinz auf den gemeinsamen Arbeitgeberservice (AGS) der Montabaurer Agentur und der Jobcenter; von Vermittler Nico Klimek fühlt man sich „bestens betreut“. Der AGS zeigt immer wieder neue Wege der Personalgewinnung auf, die das Hotel Heinz mit Erfolg beschreitet: Demnächst legen zwei geflüchtete junge Männer aus Syrien und Afghanistan ihre Prüfung zur Fachkraft im Gastgewerbe ab.



Auch das FETZ – Das Loreley Hotel in Dörscheid ist ein Familienunternehmen mit langer Tradition, heute geführt von Marcus Timo Fetz, tatkräftig unterstützt von seiner Frau Nadja. Sie haben 19 Beschäftigte, darunter zwei angehende Köche. Bei der Auswahl der Azubis schaut das Ehepaar eher nicht auf Zeugnisnoten: „Wer sich bewirbt, sollte freundlich, ehrlich und motiviert sein. Alles andere kann man lernen!“ Dass Nachwuchs Mangelware ist, zeigt sich darin, dass FETZ - Das Loreleyhotel seit Jahren keinen Hotelfachmann oder eine Hotelfachfrau ausbilden konnte. „Das würden wir sehr gerne tun“, erklärt Marcus Timo Fetz und hofft, dass vielleicht 2020 noch Bewerbungen eingehen. Was Information, Beratung und Vermittlung angeht, sieht auch er sich beim Arbeitgeberservice „in besten Händen“. Hier ist Ronald Jung Ansprechpartner. Fetz: „Er ist der Kontakt unserer Wahl!“

Luca Kowohl (19), Azubi im FETZ - Das Loreleyhotel macht auf allerbeste Weise Werbung für die Ausbildung zum Koch. Das Tor zur Welt hat sich auch für ihn schon geöffnet, und er schwärmt von der Reise seiner Berufsschulklasse nach England: „In der Nähe von London haben wir in einem College mit englischen Azubis für eingeladene Gäste gekocht. Das war sehr lehrreich und informativ.“ Zu Hause, in seinem Lehrbetrieb, ist Luca mit Feuereifer bei der Sache – vor allem, weil er sich von seinem Chef wertgeschätzt weiß und das Miteinander im Team genießt. Der junge Mann mit dem offenen Lachen ist niemand, der sich in der Küche verkriecht. Selbstbewusst steht er hinter dem Buffet und gibt den Gästen gerne Tipps: „Probieren Sie das mal: das schmeckt super!“ (PM)


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