Werbung

Nachricht vom 16.03.2020    

Regelkonforme Düngung im Mittelpunkt

Auf der Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes des Westerwaldkreises zog Vorsitzender Matthias Müller Bilanz über das abgelaufene Jahr. „Der Umgang von Gesellschaft, Medien und Politik mit uns Bauern zerrt an unseren Nerven. Die zweifelhaften politischen Entscheidungen zum Agrarpaket und der Novellierung der Düngeverordnung haben das Fass zum Überlaufen gebracht und uns Bauern auf die Straße getrieben“, so der Landwirt aus Irmtraut.

Rechts: Referent Dr. Friedhelm Fritsch, Leiter der Wasserschutzberatung der Dienstleistungszentren ländlicher Raum in Rheinland-Pfalz. Foto: privat

Hachenburg. „Wir Landwirte sind uns unserer Verantwortung gegenüber Natur und Umwelt, unseren Tieren, unseren Böden, unserem Grund- und Trinkwasser sowie der Artenvielfalt bewusst“, betonte der Kreisvorsitzende. Dabei seien die Bauern bereit, gemeinsam an praxistauglichen Lösungen für die sich stellenden Herausforderungen beim Wasser-, Klima- und Artenschutz zu arbeiten. Die Bauern seien in Sorge über den Strukturwandel sehr, der immer bedrohlichere Ausmaße annehme und die heimische, bäuerliche Landwirtschaft zu zerstören drohe.

Landtagsabgeordnete Jenny Groß, Gast der Veranstaltung, stellte sich an die Seite der heimischen Landwirtschaft: „Die Landwirtschaft prägt den Westerwaldkreis und verdient die Unterstützung der Politik.“ Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes, lobte insbesondere die intensive Öffentlichkeitsarbeit des Kreisbauernverbandes. Diese wichtige Arbeit trage dazu bei, die Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bevölkerung zu erhalten und zu erhöhen.

Die Regelungen und Hintergründe der Düngeverordnung und deren geplante Verschärfung für die sogenannten „gefährdeten Gebiete“ standen im Mittelpunkt des Hauptreferates von Dr. Friedhelm Fritsch, Leiter der Wasserschutzberatung der Dienstleistungszentren ländlicher Raum in Rheinland-Pfalz. „Die Landwirtschaft kann die Kosten für zusätzliche Auflagen nicht direkt weitergeben, so wie die Wasserwirtschaft dies kann“, betonte Dr. Fritsch. Gerade vor diesem Hintergrund erwarte die Landwirtschaft zu Recht, dass die gesetzgeberischen Maßnahmen auch tatsächlich geeignet sein müssen, Verbesserungen des Grundwasserschutzes herbeizuführen.



Der Westerwaldkreis weise keine Bereiche von Grundwasserkörpern mit Nitratbelastung auf. Eine konkrete Betroffenheit durch besondere Düngebeschränkungen ergebe sich für einige Westerwälder Landwirte hingegen aufgrund von Phosphat in drei Oberflächengewässern. Die Landesdüngeverordnung weise hier gefährdete Gebiete aus, so Fritsch.

Diese sind für die Westerwälder Bauern jedoch nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Vorsitzender Müller wies darauf hin, dass in den gefährdeten Gebieten weit überwiegend Grünland betroffen sei, das zudem extensiv bewirtschaftet werde. Daher sei zweifelhaft, dass die Landbewirtschaftung auf die vermutete oder festgestellte Phosphatbelastung der betroffenen Oberflächengewässer einen maßgeblichen Einfluss habe. Es sei nicht auszuschließen, dass andere Ursachen eine Rolle spielen. Deshalb habe sich der Kreisbauernverband bereits vor Wochen mit der Bitte um Transparenz an das zuständige Landesamt für Umwelt gewandt. „Wir haben dort darum gebeten, die angenommene Phosphatbelastung und die Kausalität der blauen Gebiete dafür mit den betroffenen Landwirten zu erörtern.“ (Markus Mille)


Lokales: Hachenburg & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Vereine


Präsidentenwechsel bei den Lions: Neuer Start in Montabaur-Hachenburg

Der Lions Club Montabaur-Hachenburg beging den Beginn des Lionsjahres 2026/27 mit einer besonderen Reise ...

Neuer Kreisjugendleiter für Fußballkreis Westerwald-Sieg vorgestellt

Der Fußballkreis Westerwald-Sieg hat einen Wechsel in der Leitung des Kinder- und Jugendfußballs vollzogen. ...

Kunst und Kultur im Sommer: Vielfältiges Programm des Neuen Kunstvereins Mittelrhein

Der Neue Kunstverein Mittelrhein bietet in diesem Sommer ein Programm mit Kunst, Performance und Literatur. ...

Tennisclub Steimel: Erfolgreiche Aufstiege und bittere Abstiege

Die Medensaison beim Tennisclub Steimel e.V. brachte sowohl Erfolge als auch Herausforderungen mit sich. ...

Mainz 05 zu Gast bei den Sportfreunden Eisbachtal in Nentershausen

Ein besonderes Ereignis erwartet die Fußballfans der Region am 11. Juli 2026. Der Bundesligist Mainz ...

Theaterfreunde Jedermann e.V. spenden 2.222 Euro an Hospiz St. Thomas in Dernbach

Im Rahmen einer feierlichen Spendenübergabe überreichten die Theaterfreunde Jedermann e.V. eine Spende ...

Weitere Artikel


Jobcenter und Arbeitsagenturen sind weiter für die Kunden da

Um in der aktuellen Lage die wichtigsten Dienstleistungen erbringen zu können, konzentrieren sich die ...

Koblenz und Mayen: Fieberambulanzen nur noch für Bürger aus Stadt und Kreis

Die beiden Fieberambulanzen in Mayen und der Stadt Koblenz können ab sofort nur noch Bürger, die im Stadtgebiet ...

Weitere Maßnahmen zur Besuchsregelung im St. Vincenz

Die St. Vincenz-Krankenhäuser Limburg und Diez ergreifen weitere präventive Maßnahmen, um die Verbreitung ...

Corona gefährdet auch die freie Kulturszene im Westerwald

Die Kleinkunstbühne Mons Tabor hatte ihre 27. Westerwälder Kabarettnacht am kommenden Wochenende (20. ...

EVM: Versorgungssicherheit ist weiterhin gewährleistet

Die Versorgungssicherheit ist auch während der Corona-Pandemie gewährleistet. Darauf macht die Energieversorgung ...

„Bockshop“ erstrahlt in neuem Glanz

Nach mehrmonatiger Umbauzeit feierte der in Bad Marienberg ansässige „Bockshop – Dein Fahrradladen“ am ...

Werbung