Werbung

Nachricht vom 15.03.2020    

Buchtipp: „Der Tod im Buchenloch“ von Rainer Nahrendorf

Von Helmi Tischler-Venter

„Das Steinzeitexperiment“ lautet der Untertitel des Eifelkrimis. Der Autor kennt sich in der Region sehr gut aus und hat umfassend recherchiert. Die Sehenswürdigkeiten, Internetseiten und Museen, die er nennt, kann man aufsuchen und sich auch an seine Wegbeschreibungen halten. Für Freunde der Archäologie, Urgeschichte oder Eifel-Natur eine unterhaltsame Lektüre.

Buchtitel. Foto: Verlag

Dierdorf/Hamburg. Der Prolog erklärt die Lokalität in Wort und Bild: „Die Buchenlochhöhle im Dolomitfelsmassiv der Gerolsteiner Kalkmulde ist 30 Meter lang, 4 Meter breit und hat eine durchschnittliche Höhe von 2,4 Metern. Sie wurde während der Eiszeit von Menschen und Tieren aufgesucht…. Die Höhle ist öffentlich zugänglich über den Gerolsteiner Felsenpfad Eifelsteig erreichbar. Aber im Steinzeitexperiment erkunden die Studenten auch andere Wege zur Höhle.“

Eine afrikanische Frau in Zebrafellmantel und Zebrafellstiefeletten mit bordeauxroten Stiefeletten fällt im beschaulichen Gerolstein natürlich auf. Die schöne Lucy interessiert sich für die aus ihrer Heimat stammenden Neandertaler Bron und Homo sapiens Mimi im Steinzeitzimmer des Gerolsteiner Naturkundemuseums, beide Nachfahren des afrikanischen Homo erectus. Lucys Freud Jan-Hendrik Petersen, ein hochgewachsener Wikinger-Typ, studiert vor- und frühgeschichtliche Archäologie in Hamburg.

Dieses attraktive Paar führt zusammen mit einer Studentengruppe ein Steinzeitexperiment durch: Mit modernen und steinzeitlichen Requisiten erforschen sie unterschiedliche Zugänge zur ganzjährig frei zugänglichen Buchenlochhöhle. Svenja Meier aus Jena, Konstantin Wallerius aus Trier und Technikfreak Felix Gottwein komplettieren die Gruppe, die herausfinden will, „ob alles wirklich so funktionierte, was sie über das Herstellen der Kleidung, Jagdwaffen, Werkzeuge, das Feuermachen und das Zubereiten von Nahrung gelesen und in einigen Videos gesehen hatten.“

Noch wichtiger war es für sie, das soziale Zusammenleben einer kleinen nomadisierenden Horde unter harten Steinzeitbedingungen experimentell zu erforschen.“ Um das Steinzeitexperiment so realitätsgetreu wie möglich zu gestalten, hatten sie sich wissenschaftlich und organisatorisch intensiv vorbereitet. Sie erfuhren, dass die Herstellung von Werkzeugen nach Ansicht der Wissenschaftler die Sprachentwicklung vorangetrieben habe. Doch wie sprachen die Neandertaler? Wie lebten die Horden zusammen? Wer hatte Sex mit wem? Übten sie Kannibalismus aus?

Kurz vor dem Start tut sich ein Problem auf: Die SGD Nord verweigert die naturschutzrechtliche Genehmigung des Unternehmens. Daher wird der Versuch aufgeteilt in eine Produktionsphase auf einem abgelegenen Bauernhof und eine verkürzte Sozialphase in der Buchenlochhöhle. Von Anfang an sollen die Teilnehmer per Gebärdensprache kommunizieren und als Toilettenpapier gesammeltes Moos benutzen. Von Fleischvorräten, die denen der Steinzeitmenschen ähneln, wollen sie sich ernähren. Doch die urzeitliche Lebensweise ist sich von Beginn an unkomfortabler als gedacht. Es ist ein hartes Leben mit einem Schluck kaltem Wasser mit Wurzeln, Haselnüssen und einem ungekochten Ei zum Frühstück. Das Abschlagen von Faustkeilen, das Feuermachen und Kochen erweisen sich, anders als im Video, als schwierige Techniken.

Und die jungen Forscher dürfen sich nicht in ihren Rentierfellanzügen von der Bevölkerung entdecken lassen. Weihnachten wollen sie in der Höhle verbringen. Doch Spannungen entstehen. Erst schlagen sich die Männer, dann gibt es sogar einen Todesfall.

Das dünne Taschenbuch ist erschienen bei der tredition GmbH Hamburg,
ISBN 978-3-347-03165-4 (Paperback), 978-3-347-03166-1 (Hardcover) und 978-3-347-03167-8 (e-book). htv


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Dierdorf auf Facebook werden!


Kommentare zu: Buchtipp: „Der Tod im Buchenloch“ von Rainer Nahrendorf

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Dritter bestätigter Todesfall durch Corona im Westerwaldkreis

Wie das Kreisgesundheitsamt am gestrigen späten Abend (31. März) erfuhr, gibt es im Westerwaldkreis einen dritten Todesfall zu beklagen. Ansonsten gehen die Zahlen weiter nach oben. In der VG Selters ist der Anstieg besonders stark. Dort gibt es mittlerweile 26 Infizierte. Im gesamten Westerwaldkreis sind es 178.


Vorarbeiten für das Verbandsgemeindehaus starten planmäßig

Es ist kein Aprilscherz und dennoch in Zeiten der Corona-Krise eine Nachricht, die aus dem Rahmen fällt: Planmäßig ab 1. April wird die Baustelle für das neue Verbandsgemeindehaus am Gerberhof in Montabaur eingerichtet, am 7. April beginnen die ersten Tiefbauarbeiten. Dabei handelt es sich zunächst noch um Vorbereitungen, denn vor dem eigentlichen Baubeginn muss das Grundstück mit einer unterirdischen Stützwand abgesichert werden. Was tatsächlich noch Vorarbeiten sind, wird schon eine geschäftige Baustelle sein, denn mächtige Erdbohrer, Bagger, Betonmischer, Kipplader und Menschen, die all diese Maschinen bewegen, kommen zum Einsatz.


Region, Artikel vom 31.03.2020

Corona: 160 bestätigte Fälle im Westerwaldkreis

Corona: 160 bestätigte Fälle im Westerwaldkreis

Die Kreisverwaltung Montabaur meldet 160 bestätigte Fälle im Westerwaldkreis am Dienstagabend (31. März). Bei der Anzahl der bestätigten Fälle gilt es zu beachten, dass diese Zahlen alle Infizierten seit Beginn der Testungen am 9. März umfassen und auch bereits genesene Personen beinhalten.


Wirtschaft, Artikel vom 01.04.2020

Engel leben mitten unter uns

Engel leben mitten unter uns

GASTBEITRAG | Die Corona-Pandemie schüttelt unser Leben kräftig durcheinander. Das hektische Treiben der Geschäftswelt hält inne und das bisher praktizierte Miteinander ist über Nacht ein Spielfeld der Individuen geworden. Da erscheinen plötzlich Menschen im Blickwinkel der Öffentlichkeit, die sonst in der Masse der Gesellschaft unbeachtet blieben.


Obermeister der Fleischerinnung Rhein-Westerwald appelliert

In den Medien wird im Zusammenhang mit der Corona-Krise immer wieder darauf hingewiesen, dass der Lebensmittelhandel weiterhin geöffnet bleibt. Nicht extra erwähnt wird das Nahrungsmittelhandwerk: Fleischerfachgeschäfte und auch Bäckereien in unserer Region. Viele Bürgerinnen und Bürger sind verunsichert, ob der Fleischer ihres Vertrauens noch geöffnet hat.




Aktuelle Artikel aus der Kultur


Klara trotzt Corona, VI. Teil

Folge VI vom 1. April
Kölbingen. Pfarrer van Kerkhof studierte die Zeitung und schüttelte den Kopf. Die Nachrichten aus ...

Die Limburger Pfarrhausermittler: Klara trotzt Corona, V. Teil

Folge V vom 31. März
Region. Aufgeregt kam Klara in van Kerkhofs Büro. „Herr Pfarrer, ich habe gerade mit Anni telefoniert. ...

„KULTUR ZU HAUS“: Live-Konzerte daheim erleben

Montabaur. „Wir richten den Blick nach vorn und lassen unsere Bürgerinnen und Bürger nicht allein“, sagt Stadtbürgermeisterin ...

Die Limburger Pfarrhausermittler - Klara trotzt Corona, IV. Teil

Kölbingen. Die Geräusche aus dem Innern waren leicht einzuordnen – durch Klaras leichte Schwerhörigkeit war der Fernsehapparat ...

Buchtipp: „Ich mach dir Betonschuhe“ von Roberto Capitoni

Koblenz/Dierdorf. Hauptfigur in der Geschichte ist Robertos Onkel Luigi aus Palermo, als Bühnenfigur bekannt und beliebt ...

2020: „Abitur der Tränen“

Bad Marienberg. 13 gemeinsame Jahre schweißen zusammen. Glückliche Momente mit Freudentränen und Tränen der Trauer, wenn ...

Weitere Artikel


Cross-Motorradfahrer ohne Fahrerlaubnis gefährdete Verkehrsteilnehmer

Rennerod. Am Samstag, dem 14. März, gegen 17:50 Uhr, wurde durch eine Streifenwagenbesatzung im Bereich der Realschule Plus ...

Westerwälder Literaturtage finden auch in diesem Jahr statt

Wissen. Die Westerwälder Literaturtage sind das Aushängeschild vieler Jahre gemeinsamer Zusammenarbeit der Westerwälder. ...

Innenminister Lewentz: Direkten Draht zur Polizei nutzen

Koblenz. "Während der Corona-Pandemie ist es ratsam, auch von der digitalen Anzeigenerstattung Gebrauch zu machen", betont ...

Kriminalität im Westerwaldkreis rückläufig - Aufklärungsquote gestiegen

Montabaur. In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) Rheinland-Pfalz werden alle bekannt gewordenen und abschließend bearbeiteten ...

Kreishaus und Westerwaldkreis-WAB am Montag geschlossen

Montabaur. Die Schließungen für einen Tag sind vor dem Hintergrund der aktuellen Lage notwendig, damit erforderliche organisatorische ...

Schmitt: Neues wagen – Blockchain für den Mittelstand

Mainz/Region. „Wir begleiten und unterstützen unsere Betriebe beim Strukturwandel. Wir möchten frühzeitig informieren und ...

Werbung