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Nachricht vom 02.03.2020    

Kunst kristallisiert Eindrücke zu Splittern

Bereits vor der offiziellen Eröffnung der neuesten Kunstausstellung im Stöffel-Park sind sich anscheinend schon alle Besucher einig: Diese Ausstellung gefällt, die Materialien und die Technik bestechen, sie ist herausragend. Das Gemeinschaftswerk der Hachenburger Künstlerinnen Marion Milbradt und Barbara Hörter-Todt und die große Aufmerksamkeit, die es erregt, ist eine tolle Saisoneröffnung – und kann als günstiges Omen für die nächsten Monate aufgefasst werden.

V.l. Barbara Hörter-Todt, Marion Milbradt, Kuratorin Marli Bartling. Fotos: Tatjana Steindorf

Enspel. Gut besucht ist das Café Kohleschuppen, das schon ein wenig zum „Wäller Künstlertreff“ geworden ist, wie Martin Rudolph (Geschäftsführer des Stöffel-Parks) in seiner kurzen Begrüßung erfreut bemerkt. Viele hier haben mit Kunst zu tun. Einige haben schon in Enspel ausgestellt, andere werden es bald (wieder) tun. Marli Bartling, die hier als Kuratorin wirkt, hat schon genügend Nachfragen für die nächsten Jahre. In diesem Jahr stehen bislang sechs Ausstellungen fest. Darunter ist auch die von Manfred Wendel, der heute die Eröffnungsrede hält.

Ihn faszinieren an dem Werk der beiden Künstlerinnen wie sie mit Strukturen umgehen, auf diese ihren Schwerpunkt legen, sich Zeit nehmen, um sich mit Ruhe Altbekanntem zu widmen. Per UV-Siebdruck wurden die grafisch bearbeiteten und verfremdeten, ins Abstrakte geführten Fotografien teils auf Stahlblech, teils auf „Goldfolie“ übertragen. Letztere hat einen besonderen Glanz, ist dünn, ja aufrollbar. Die Werke, so Wendel, stehen für „Hinschauen, Wahrnehmen, Wertschätzen, Wertschöpfen – im Sinne von Wert schaffen“.

Je nach Blickwinkel und Beleuchtungssituation wirken die hoch aufgerichteten Rechtecke immer – in Farbe und Muster – neu und anders. Die Impressionen stammen zum großen Teil aus dem Stöffel-Park: ein Fenster der Schmiede, der Lack eines alten Radladers...

Seit zwei Jahren arbeiten die Künstlerinnen Barbara Hörter-Todt und Marion Milbradt zusammen. Ein Zufall. Jede war von den Arbeiten der anderen angetan, außerdem wohnen sie in der Nachbarschaft. „Seitdem entwickeln wir uns weiter“, sagen sie.



Unter den Gästen sind auch Samanta Cantini und Nina Puderbach. Samanta, deren Metier Architektur und Kunst ist, interessiert die Verfremdung und Verbindung der Werke: dass historische Gebäude und Spuren der Vergangenheit mit dieser interessanten Technik interpretiert werden. Die Kunststudierende Nina ist zunächst durch eine Ausstellung im Hachenburger Matrix-Café auf die Künstlerinnen aufmerksam geworden und war sofort begeistert. Sie mag das Puristische der Werke, ja, schon das Material selbst. „Ich liebe die Goldfolie“. Kunst ist für sie mehr als Tapetenwechsel. „Da geht mir das Herz auf, wenn Menschen sich kreativ ausdrücken“, bekennt sie. Sie beschäftigt auch der ökologische Hintergrund. Und im Fall der Gravurfolie, wie die Goldfolie eigentlich heißt, wurde Altmaterial upgecycelt, das sonst weggeworfen worden wäre. Übrigens: Die Werke sind zu erwerben, jedes ist ein Unikat.

Die Ausstellung ist bis zum 30. April zu den Öffnungszeiten des Stöffel-Parks zu sehen. Dienstag bis Donnerstag 10 bis 17 Uhr, Freitag bis Sonntag und feiertags 10 bis 18 Uhr. Kontakt und mehr Infos: www.stoeffelpark.de.

Wer eine kleine Führung oder Auskünfte wünscht, meldet sich bitte bei Marion Milbradt, Telefon 0151/11776577, E-Mail marionmilbradt@web.de oder bei Barbara Hörter-Todt, E-Mail mail@einblick-design.de. (Tatjana Steindorf)



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