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Nachricht vom 28.02.2020    

Politischer Aschermittwoch der CDU in Moschheim

Auf Einladung des CDU-Bezirksverbandes Koblenz-Montabaur, des CDU-Kreisverbandes sowie der CDU-Landtagsabgeordneten Jenny Groß kam Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in diesem Jahr zum Politischen Aschermittwoch in den Westerwald. Besonders erfreulich war es, dass die CDU im Kreis damit landesweit die einzige Veranstaltung mit einem Bundespolitiker organisierte. „Wir Westerwälder sind mit Moschheim heute das politische Epizentrum des Aschermittwochs“, scherzte die Landtagsabgeordnete Jenny Groß in ihrem Grußwort.

V.l.n.r.: Ulrich Richter-Hopprich (Bürgermeister der VG Montabaur), Jenny Groß MdL (stv. Kreisvorsitzende), Bundesministerin Julia Klöckner (CDU-Landesvorsitzende und stv. Bundesvorsitzende), Matthias Lammert MdL (CDU-Bezirksvorsitzender), Ellen Demuth MdL (stv. Bezirksvorsitzende), Torsten Welling (stv. Bezirksvorsitzender), Ralf Seekatz MdEP. Foto: CDU

Moschheim. Die Dorfgemeinschaftshalle in Moschheim war mit 200 Gästen sehr gut besucht und bis auf den letzten Platz gefüllt. Sie alle hörten einer engagierten und teils kämpferischen Bundesministerin und CDU-Landesvorsitzenden zu. Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Kreisvorsitzende Jenny Groß MdL und Grußworten des CDU-Bezirksvorsitzenden Matthias Lammert MdL sowie der ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Wirges, Alexandra Marzi, sprach Julia Klöckner über aktuelle Themen.

Julia Klöckner plädierte wie Jenny Groß in ihrem Grußwort für eine neue Diskussionskultur, in der Argumente zählen und wieder sachlich miteinander geredet wird. „Kompromiss ist die Königsdisziplin in unserer Gesellschaft“, so Klöckner mit Verweis darauf, dass Kompromisse in der Politik oftmals als Schwäche gedeutet würden.

Selbstverständlich spielte an diesem Abend auch die anstehende Wahl des oder der neuen Bundesvorsitzenden der CDU eine Rolle. Klöckner sprach sich dafür aus, dass bis zur Wahl Ende April klar sein müsse, welche Positionen die Kandidaten verträten. Sie betonte die Stärke der CDU als breit aufgestellte Volkspartei und warb dafür, unterschiedliche Ansichten wertzuschätzen: „Mit einem Flügel fliegt man nicht hoch, da fliegt man nur im Kreis.“ Auch sieht sie die CDU nicht in einer Krise, wie es die Medien aktuell darstellen. Es sei völlig normal, dass es in einer Demokratie auch mehrere Bewerber um einen herausragenden Posten innerhalb einer Partei gebe. „Die SPD wäre froh, wenn sie dieses Personaltableau hätte. Bei denen wurden während der Ära von Angela Merkel so viele Vorsitzenden neu gewählt, wie in keiner anderen Partei.“ Mit Blick Richtung Thüringen sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende, es sei eine Frechheit sondergleichen der SPD, dass sie die CDU in eine Ecke mit der AfD stecke. „Wie kann es sein, dass wir als Partei der Mitte, die zusammen mit der SPD in der GroKo regiert, hier so degradiert werden? Das ist schäbig und falsch. Mit uns wird es nie eine Zusammenarbeit mit der AfD und den Linken geben, auch keine Tolerierung!“, betonte Klöckner und erntete starken Applaus der Gäste.

Die anwesende Gruppe von vermutlichen Tierschutzaktivisten in der Halle hielt der Ministerin vor, sie setze sich nicht für Tiere ein, und hielten Bilder mit Tieren hoch. In ihrer Sichtweise solle niemand mehr Fleisch essen. Darauf konterte Julia Klöckner: „Jeder Mensch entscheidet selbst, was er essen möchte und wie viel. Sie müssen akzeptieren, dass es auch Fleischesser gibt.“ Darauf entbrannte in der Moschheimer Halle lauter Applaus, denn man lebe nicht in einer Ernährungsdiktatur, sondern in Freiheit – auch Freiheit darin, was jeder esse oder trinke. Das Angebot eines Gespräches lehnten die Tierschützer ab und verließen die Halle.



Bezogen auf die Landwirtschaft und die Verbraucher machte Klöckner einmal mehr deutlich, dass es nicht sein könne, dass Geschäfte zu Dumpingpreisen Fleisch anbieten, der Kunde dies letztlich gerne kaufe und sich dann beschwere, wenn entweder die Qualität nicht stimme oder der Metzger vor Ort schließe: „Die Landwirtschaft muss ihre Tierprodukte zu fairen Preisen verkaufen, sie darf nicht am Ende der Kette stehen. Hierfür ist auch der Endverbraucher verantwortlich, denn er entscheidet, wo er was einkauft und für welchen Preis.“

Mit Bezug auf die Landespolitik hob Klöckner den akuten Lehrermangel hervor und sprach sich gegen bildungspolitische Experimente an unseren Schülerinnen und Schülern aus. Matthias Lammert hatte zuvor in seinem Grußwort auf die massiven Versäumnisse in der Bildungspolitik des Landes hingewiesen. „In Sachen Bildung hängen wir in Rheinland-Pfalz hinterher. Es wird sogar jetzt das Experiment von Ministerin Hubig ins Feld geführt, die Kinder in den Naturwissenschaften geschlechtergetrennt zu unterrichten.“ Alle drei anwesenden Landtagsabgeordneten (Groß, Lammert und Demuth) sowie die Landesvorsitzende warben für ihren Spitzenkandidaten Christian Baldauf und dafür, dass die Landtagswahl 2021 endlich dafür sorgen müsse, dass der rot-grüne Filz im Land endlich zu Ende sei.

Bereits zu Beginn machte die Landtagsabgeordnete Jenny Groß auf den katastrophalen Zustand des Waldes im Westerwald aufmerksam und forderte von der Bundesministerin Julia Klöckner, sich hier besonders für stark betroffene Regionen einzusetzen und diesen einen deutlich größeren finanziellen Etat zur Verfügung zu stellen. Die Landwirtschaftsministerin sagte am Ende der Veranstaltung zu, dass sie sich einerseits gerne nochmals ein Bild von den Zuständen im Forst des Westerwaldes machen wolle und andererseits, dass es von Seiten des Bundes ab sofort Mittel gebe, die abgerufen werden können für eine neue Aufforstung und weitere nötige Arbeiten im und um den Wald.

Die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Jenny Groß überreichte zusammen mit dem Bezirksvorsitzenden Matthias Lammert am Ende einen Korb mit regionalen Produkten an Ministerin Julia Klöckner. Bei leckerem Hering, guter Musik der Band „GrossART“ sowie vielen Gesprächen in kleinerer und größerer Runde mit der Ministerin klang der spannende Abend dann aus. (PM)


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