Werbung

Nachricht vom 22.02.2020    

BUND sucht wieder Gartenschläfer

Der Bilch mit der unverkennbaren „Zorro-Maske“ gibt Wissenschaft und Naturschutz große Rätsel auf: Aus vielen Regionen Europas und Deutschlands ist der Gartenschläfer spurlos verschwunden. In den vergangenen 30 Jahren ist sein Verbreitungsgebiet um mehr als die Hälfte geschrumpft. Warum, ist noch völlig unklar. Das erste rheinland-pfälzische Treffen rund um den Gartenschläfer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fand mit über 60 Naturinteressierten statt.

Gartenschläfer. Foto: Jiří Bohdal, BUND

Region. Die Tagung fand im Rahmen des 2018 gestarteten Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“ statt. Dieses Verbundprojekt von sechs BUND-Landesverbänden, der Senckenberg Gesellschaft und der Justus-Liebig-Universität Gießen untersucht den dramatischen Rückgang der Gartenschläfer und entwickelt Konzepte zur Stabilisierung und Erholung der Vorkommen. Deutschland, insbesondere Rheinland-Pfalz, liegt im zentralen Verbreitungsgebiet und trägt eine besondere Verantwortung für diese Tierart. Auch deswegen wird das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz aus Mitteln der Glücksspirale gefördert.

Kurz vor dem Aufwachen der Winterschläfer tauschten sich Freiwillige, BUND-Team und Experten zu den Aufgaben und Herausforderungen im kommenden Sommerhalbjahr aus. In Forschung und Naturschutz gibt es wieder viel zu tun. Aufklärung zur Lebensweise, Unterstützung der wissenschaftlichen Untersuchungen und auch der Rückblick auf die sehr erfolgreich verlaufende Sommersaison 2019 standen daher auf dem Tagesprogramm.

Rheinland-Pfalz nimmt in dem Projekt eine Sonderrolle ein, da der Gartenschläfer hier noch häufig vorkommt. Innerhalb von drei Jahren soll intensive Forschung Antworten liefern auf die Frage, warum der Gartenschläfer derart drastisch in seinen Beständen zurückgeht. Daraus werden konkrete Schutzmaßnahmen entwickelt, die in der zweiten Projekthälfte umgesetzt werden. „Unser Ziel ist, die kleine Schlafmaus in großen Teilen ihres Verbreitungsgebiets in Deutschland zu erhalten“, betont Sven Büchner, Biologe der Justus-Liebig-Universität Gießen und Gartenschläfer-Experte des BUND.

Auf der Homepage des BUND Rheinland-Pfalz finden Sie ein Faltblatt für Hausbesitzer, die sich über die Tierart informieren wollen sowie Tipps zur Winterreinigung von Vogelnistkästen, die gerne als Schlafquartier von den kleinen Langschläfern angenommen werden.

Meldeplattform für Sichtungen des Gartenschläfers und weitere Infos unter www.gartenschlaefer.de.

Die Geräusche, die ein Gartenschläfer von sich gibt, hören Sie hier: https://www.gartenschlaefer.de/gartenschlaefer-infos/geraeusche/

Projektsteckbrief: https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/erarbeitung-eines-bundesweiten-schutzkonzepts-fuer-den-gartenschlaefer.html.

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken. Weitere Informationen zum Bundesprogramm: biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm.


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Dierdorf auf Facebook werden!


Kommentare zu: BUND sucht wieder Gartenschläfer

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

Beliebte Artikel beim WW-Kurier


Corona im Westerwaldkreis: 75 neue Fälle am Wochenende

Das Gesundheitsamt Montabaur meldet am heutigen Sonntag (24. Januar) insgesamt 3.896 (+75) bestätigte Corona-Fälle von Samstag und Sonntag. Der Westerwaldkreis verzeichnet aktuell 228 aktiv Infizierte. Der aktuelle Inzidenzwert liegt laut Land bei 79,2.


Region, Artikel vom 24.01.2021

Unfallflucht durch 92-jährigen PKW-Fahrer

Unfallflucht durch 92-jährigen PKW-Fahrer

Die Polizei sucht nach einer Unfallstelle, an der der PKW eines alten Herrn mit einer Mauer oder einem anderen Objekt im Straßenbereich kollidierte. Der Unfall ereignete sich wahrscheinlich innerhalb der Verbandsgemeinde Wirges.


Neue Trainingsanzüge für Freiwillige Feuerwehr Herschbach

Für einen Feuerwehrmann ist die körperliche Fitness wichtig, um den Anforderungen im Einsatz gerecht zu werden.


Wirtschaft, Artikel vom 25.01.2021

Stromausfall im Westerwald

Stromausfall im Westerwald

Am Sonntag, 24. Januar, kam es um 9.04 Uhr zu einem Stromausfall in Teilen des Westerwalds. Ursache war ein kurzfristiger Ausfall der Umspannanlagen Höhn und Höchstenbach.


Region, Artikel vom 24.01.2021

Drei fahruntüchtige Fahrer auf A 3 gestoppt

Drei fahruntüchtige Fahrer auf A 3 gestoppt

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiautobahnstation Montabaur konnten in der Zeit vom 22. Januar bis 24. Januar 2021 insgesamt drei Fahrten mit fahruntüchtigen Fahrern festgestellt werden.




Aktuelle Artikel aus der Vereine


Wildtiere im Winter nicht stören

Mainz/Holler. Die Überlebensstrategien sind so spannend wie vielfältig. Manche Singvögel plustern ihre Federn zum Daunenschlafsack ...

Bilden sich auf gedämmten Wänden vermehrt Algen?

Montabaur. Die Bausubstanz wird durch Algen nicht angegriffen, sie beziehen Ihre Nahrung aus der Umwelt. Das zunehmende Algenwachstum ...

Warum können Vögel giftige Beeren fressen?

Quirnbach. „Ein täglich von mir beobachteter Strauch leuchtete seit dem Herbst voller roter Früchte. Aber erst nach Neujahr ...

NABU und LBV starten Hauptwahl des Vogels des Jahres

Mainz/Holler. Folgende Vögel stehen zur Wahl: Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel, Feldlerche, Goldregenpfeifer, Blaumeise, Eisvogel, ...

Ein Tipp von einem Senior für Senioren

Langenhahn. Er möchte, dass auch möglichst viele ältere Menschen im Westerwald davon erfahren und sich nicht scheuen, Kontakt ...

Urlaub 2021: Krisensicher buchen

Koblenz. Sandra Dany, Leiterin Vertrieb beim ADAC Mittelrhein e.V., gibt Tipps für die Urlaubsplanung in Krisenzeiten. „Grundsätzlich ...

Weitere Artikel


Rockets gewinnen ein enges Derby gegen Bären Neuwied

Limburg. Am Sonntag will sich die EGDL im Heimspiel gegen Meister Herford (19.30 Uhr) endgültig die beste Ausgangslage für ...

Unfallflüchtiger Fahrer und betrunkener Fahrer

Rennerod. Am 22. Februar, in der Zeit von 11.05 Uhr bis 11.20 Uhr, ereignete sich auf dem LIDL-Parkplatz in Rennerod eine ...

Ein Gottesdienst, der um die Welt geht

Liturgie kommt aus Simbabwe
Westerburg. Unter dem Bibelvers „Steh auf und geh!“ aus dem Johannes-Evangelium haben in diesem ...

Welche Siege, welche Verluste! Leseabend zum Krieg 1870/71

Montabaur. Für Preußen endete der Krieg von 70/71 mit einem Sieg und der Reichsgründung, von dem sich weder Preußen noch ...

Was Frauen bewegt: Frauen für Gerechtigkeit

Hachenburg. Dieser Film wurde schon auf 40 Filmfestivals rund um den Globus erfolgreich präsentiert. UN Women und viele andere ...

Dämmung oberste Geschossdecke: Pflicht oder Kür?

Montabaur. Eine Sonderregelung gibt es für Ein- und Zweifamilienhäuser, in denen der Eigentümer eine Wohnung am 1. Februar ...

Werbung